Kira und der Schmerz – Teil 2 – Klartext

Da hab ich doch gerade erst einen Beitrag dazu geschrieben: https://kuiwzss.wordpress.com/2021/01/09/kira-und-der-schmerz/ Aber er ist eher auf der Kopfseite bzw. eine Reflektion meines Masochismus. Was mich seit ein paar Wochen immer wieder antreibt, ist mich ausdrücken zu wollen, wie ich Schmerz tatsächlich empfinde. Denn manchmal glaub ich, dass man am Beginn seines Weges durch den Schmerz gar nicht so recht weiß, was das bedeuten kann. Ich vertrage nur so semi viel Schmerz, das hab ich ja nun oft genug geschrieben, aber er löst bei mir sehr intensive Empfindungen aus und das mag ich. Man braucht mich nicht bis zum Blut zu schlagen, ich schreie deutlich vorher und meine Grenze ist viel früher erreicht. Aber was das tatsächlich bedeutet, versuche ich mal auszudrücken

Ich hab vor ein paar Tagen einen Tweet dazu geschrieben wie ich die verschiedenen Schmerzarten empfinde https://twitter.com/KirasWelt_/status/1368691719621984257
[Beim Spanking mit der Hand ist der Schmerz variabel zwischen leichtem aufwärmen und einem Brennen das mich flüchten lässt. Gut gemacht ist die Intensität langsam ansteigend und lässt mich langsam wegdriften, auf eine Welle die Ruhe und Frieden in mir auslöst. Schlagwerkzeuge bieten das volle Angebot. Hell und scharfer Schmerz vom dünnen Rohrstock. Dumpfer dunkler Schmerz vom Paddel. Die Kettenpeitsche ist wie ein Schlag. Das Gummi zieht eine Spur die erst mit etwas Verzögerung im Hirn ankommt und dann heftig beißt. Das Butterbrettchen trifft fast zärtlich und hinterlässt eine große schmerzende Fläche. Das Schlagseil malt Muster und lässt jeden Gedanken erliegen. Ein Holzlineal ist in seiner Schlichtheit erschreckend effektiv. Strom sticht wie Nadeln, sehr viele Nadeln und ist je nach Intensität für mich kaum auszuhalten. Nadeln selber haben etwas meditatives beim Setzen. Ihr Schmerz geht unter die Haut, er ist ziehend und immer ähnlich. Schmerz fokussiert, er bringt mein Denken und Fühlen in den Moment. Wenn ich die Zeit habe nachzuspüren, hat jeder Schmerz seine eigene Schönheit. Wenn ich durch den Schmerz getrieben werde, dann steht die Welt für den Moment still. Es zählt nur der nächste Impuls. Ein guter Sadist kennt sein Werkzeug und seine Wirkung. Und er spielt mit der Wirkung. Sie ist immer auch Tagesform abhängig, deshalb kann es kein Standardschema geben. Daher habe ich großen Respekt vor allen guten Sadisten die ihr Handwerk beherrschen. Es ist guter Schmerz, denn er beherrscht mich nicht. Ich werde durch ihn stärker, ich werde freier, ich werde ruhiger. Manchmal verschiebt er für einen wunderbaren Moment den Fokus auf den Alltag. Denn er ist kein Alltag. Guter Schmerz ist mein Luxus.]

Der #MmH und ich werden uns hoffentlich in ein paar Wochen sehen, diesmal nicht nur ein paar Stunden sondern für ein paar Tage. Ich schrieb ihm vorhin, dass ich gerade das Holzlineal in der Hand hatte und überlege ob ich es herauslege oder verstecke. Dieses Lineal und ich hatten nämlich schon ein paar eindrückliche gemeinsame Momente. Er antwortete mir, dass er die Rohrstöcke mitbringt. Und Wums saß ich da. In meinem Kopf sausten die Gefühle hin und her, ich konnte die Synapsen feuern fühlen, es ist als ob der Kopf plötzlich auf doppelter Intensität läuft. Und die Gefühle schwingen: Vorfreude, das D/s kickt bei so einer Ansage, ich kann fast seine Hand am Hals spüren, gleichzeitig eine gewisse Angst vor dem was er vor hat und die Erinnerung vergangener Sessions klopft an. Und reine körperliche Erregung, bei der ich mich frage, woher sie eigentlich kommt. Denn ich leide bei einer Spankingsession, ich leide sichtlich und tatsächlich. Zunächst legt er mir die Fesseln an, fixiert mich und zwar so, dass ich mich nicht rauswinden oder befreien kann. Das ist für ihn gut, weil ich keine komplett unerwarteten Bewegungen machen kann und ich brauche das für mich, es ist ein Halt. Entweder ich hab mich selber vorher ausgezogen oder er tut es. Auf jeden Fall bin ich in diesem Moment schutzlos und ausgeliefert, ein Teil von mir will sich verstecken und gleichzeitig bin ich ruhig und in mir ruhend, was kommt liegt nicht in meiner Hand. Er wärmt meinen Körper meist mit dem Flogger auf, erst der mit den „weichen“ Strängen. Wenn er mit dem ordentlich schlägt, dann tut es weh, aber es ist ein angenehmer Schmerz. So als wenn man schmerzhaft massiert wird und es gleichzeitig gut tut. Dann nimmt er den Flogger mit den harten Kanten, damit wird die Haut deutlich besser durchblutet und Kira geht auf die Zehenspitzen und schreit das erste Mal auf. Wenn man das auf einem Video sieht, dann schlägt er ganz sanft, man fragt sich wo die Reaktion herkommt, aber wenn man genau hinsieht, dann ist der Flogger deutlich schwerer und der sanfte Schlag bringt die Haut ganz schön in Bewegung. Spätestens nach dem dritten Schlag kommen mir die Tränen, erst sind es die reinen Reflextränen, etwas tut ziemlich weh, es schießt durch den Körper direkt in die Augen. Er hört nicht auf, nimmt vielleicht die sensibleren Hautstellen an den Oberschenkeln. Und nun kippt es in mir, aus Reflextränen werden echte Tränen, ich fange an gegen den Schmerz zu kämpfen, er tut weh, er ist stark und es ist einfach viel. Dann spüre ich irgendwann seine Hand auf meiner Haut und ich spüre seine Zärtlichkeit. In meinem Kopf kippt es erneut, zum Kampf gegen den Schmerz kommt die Hingabe an meinen Dom. Spannend wäre definitiv jetzt den Hormoncocktail zu bewerten. Er setzt die Schläge fort, je nach Zustand meiner Haut mit dem Flogger zum weiteren aufwärmen oder anderem Schlagwerkzeug. Ein Rohrstock, eine Gummipeitsche, das Ding mit den Ketten oder was immer ihm Spaß macht. Und nun beherrscht der Schmerz mich, ich kämpfe, ich versuche mich ihm hinzugeben, ihn anzunehmen, er ist mein Feind, er ist mein Freund. Und ich heule und jammere, ich schreie und es läuft aus meinem Gesicht aus allen Öffnungen. Ich fange an mich in meinen Fesseln zu wehren und mein Herr ist da, entweder er beruhigt mich oder er drückt mich in Position. Er ist unerbittlich, verlangt meinen Gehorsam, erwartet ihn selbstverständlich, er gibt vor was ich zu tun habe. Und ich gehorche, immer wieder überwinde ich den Impuls zur Flucht und begebe mich in Position. Ich halte mich fest, wenn der Schmerz mich trifft, versuche mich selber in Position zu halten, was mir nicht immer gelingt, ich bin so vollkommen im Moment, dass mir zwar klar ist, dass ich hier jederzeit raus kann, aber dass das eigentlich keine Option ist. Ich will, dass er weitermacht, ich will, dass er aufhört. Ich will alles und nichts und ich bekomme es stetig. Es ist wie ein wilder verzweifelter Ritt, bei dem ich immer weiß, dass das Ziel ein sicheres ist aber der Weg geht durch die Hölle.

Der #MmH ist die Quelle des Schmerzes. Er ist Sadist und es macht ihm Spaß mich leiden zu sehen, dabei ist es ihm nicht wichtig wie stark er schlägt, sondern wie ich reagiere. Und wie beschrieben, ich reagiere. Ich frage mich nie, warum er das tut oder ob das nötig ist, denn dieser Schmerz ist keine Strafe, er ist unser Weg. Ich kann während der Session nicht sehen ob es ihm Spaß macht, aber ich weiß es. Tatsächlich ist es für mich aber in diesem Moment völlig egal. Es ist kein Flug im beflügelten Sinne, es ist ein reines existieren im Gefühl das ihn und mich umschließt.

Irgendwann findet er ein Ende, er hat mich die ganze Zeit im Blick, schaut wie es mir geht und dann ist es vorbei. Er löst meine Fesseln, gibt mir zu trinken, so wie zwischendrin auch immer. Wir legen uns zusammen ins Bett und geniessen unsere Nähe. Meine Haut ist feuerrot und am nächsten Tag wird doch meist nichts mehr zu sehen sein, denn ich bin einfach sehr empfindlich. Allerdings nur auf den Schmerz nicht für blaue Flecken. Und wir scherzen, ich bin locker und gelöst, es geht mir einfach gut.

3 Kommentare zu „Kira und der Schmerz – Teil 2 – Klartext

  1. Wow. Was für eine eindrückliche Schilderung. Es hilft mir wirklich das zu verstehen. Ich hab mich immer als zu empfindlich wahrgenommen. Aber vielleicht kommt es darauf gar nicht an. Jedenfalls danke Dir fürs Aufschreiben. Ich freu mich für euch.
    Liebe Grüße Kiki

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