Schmerz als Strafe oder nicht – Gedanken

Ich hab noch nie mit einem Mann länger gespielt, der mit Schmerz straft. Insgesamt ist Strafe etwas, das für mich einiges an Vertrauen und Tiefe braucht. Obwohl ich mich ursprünglich nie als besonders masochistisch angesehen habe, waren die meisten meiner Spielpartner einfach Sadisten die Spaß am Schmerz hatten und keinen anderen Grund brauchten.

Dennoch ist das Thema Strafe natürlich immer mal aufgekommen.
Ich erinnere mich an den Musiker, ich hatte meine Highheels vergessen und sollte mir selber überlegen, was eine angemessene Strafe ist. Natürlich hab ich mir etwas einfallen lassen und das Ganze war für ihn eine amüsante Sache. Dennoch ist und war für mich das „Spiel“ mit der Strafe schwierig. Denn als allererstes möchte ich für meinen Partner alles richtig machen. Ich gehöre z.B. zu den Frauen die gerne vorher Vorlieben bei der Kleidung nachfragen und sich dann bemühen das umzusetzen, ich bin da rein submissiv und möchte meinem Partner seine Wünsche erfüllen.

Wenn ich etwas offensichtlich „falsch“ mache, eine Regel missachte oder Aufgabe vergesse und eine „Strafe“ bekomme, dann bricht in mir erstmal eine kleine Welt zusammen. Ich bin tatsächlich extrem betroffen und fühle mich nicht gut damit, einfach weil das meine Art ist. (Ich habe eine Ahnung wo das herkommt aber das ist nicht relevant dafür). Das hat neben dem Gefühl des Versagens noch das Gefühl des kleinen Kindes, schon diese Tatsache an sich ist für mich eine enorme Demütigung. Und ich denke es ist nicht falsch zu sagen, dass Schmerz als Strafe für mich eine Demütigung ist. Und diese Demütigung trifft mich viel tiefer und heftiger als der Schmerz, selbst wenn der für den Moment gefühlt stärker ist. Wenn mein BDSM auf Dauer auf diesem Strafe-Schmerz Kontext ausgerichtet wäre, dann könnte ich Schmerz für mich nicht als etwas Positives und Befreiendes annehmen und er würde für mich keine Intimität bedeuten. Schmerz und Strafe wären eine Demütigung.


Nun habe ich, durch Zufall vermutlich, immer andere Partner gehabt. Diese haben den Schmerz als Zweck an sich gesehen. Ich konnte den Schmerz ohne negatives zusätzliches Gefühl kennen lernen. Es war immer freiwillig, es war oft ein Kampf mit mir selber, Überwindung und Grenzerfahrung. Und gerade in den letzten 2.5 Jahren war es dann auch immer ein runterkommen in Armen die mich hielten und beschützten.
Ich hab an anderer Stelle geschrieben, dass wir Strafen haben, warum wir sie haben und die Strafen treffen mich sehr. Aber sie sind völlig unabhängig vom Schmerz, sie erreichen ihren Zweck auf ganz andere Art und Weise. Die ein oder andere hat er mir auch schon erlassen, weil bereits das Wissen um mein „Versäumnis“ bei mir so viel auslöst, dass es schon an eine Strafe herankommt. Auch hier werde ich hinterher aufgefangen und gehalten, dennoch sind solche Strafen für mich verbunden mit einer Demütigung und daher nicht positiv.


Wenn Strafen einen rein Spielerischen Kontext hätten, es also klar wäre, dass es nur darum geht, dass Schläge gesammelt werden, ohne dass ich wirklich etwas falsch gemacht habe, dann wäre es für mich ohne negative Kopplung möglich. Nur ganz ehrlich, warum dann erst das drum rum? Warum dann nicht gleich ohne den Umweg der Strafe?
Ich möchte kein BDSM welches mich demütigt (außer im sexuellen Kontext), ich möchte eines welches mich stärkt und ausgleicht. Ich fordere meinen Partner durchaus verbal heraus, damit muss er umgehen können, auch im Wissen, dass er mit mir machen kann was er möchte, im Rahmen unserer Absprachen. Wenn es also direkt einen Rückläufer gibt und er es mir lächelnd heimzahlt, dann ist das für mich keine Strafe sondern nur eine Konsequenz aus meinem Verhalten. Eine Konsequenz ist etwas was mich persönlich nicht demütigt, auch wenn ich sie vielleicht das ein oder andere Mal nicht so abgesehen habe.
Er hat sich bewusst für mich als Sub entschieden, mit allen meinen Eigenarten und hat Regeln festgelegt. Solange ich diese nicht missachte, braucht es keine Strafe sondern vielleicht nur etwas Erinnerung an das Machtgefälle gelegentlich.


Ich weiß, dass einige den Strafe Kontext brauchen um Schmerz akzeptieren zu können, oftmals wohl auch, wenn eben weniger Sadismus oder Masochismus vorhanden ist. Und wer damit gut umgehen kann, für den ist es dann wohl auch das Richtige. Ich kann es nur nicht ohne mich damit selbst klein zu machen anstatt zu wachsen.

D/s auf Entfernung

Ich lese immer mal wieder, dass es einigen zu wenig wäre sich nur alle paar Wochen zu sehen, gerade in einer D/s Beziehung. Und ja mir ist es auch zu wenig, aber die Gegebenheiten sind nun mal wie sie sind, da kann ich nichts dran ändern. Auch wenn es eine bewusste Entscheidung dafür ist, trifft man den passenden Partner eben leider nicht immer in der Nähe. Oder es entwickelt sich aus einer lockeren Spielpartnerschaft etwas unglaublich Schönes, weil es einfach zwischen zwei Menschen passt. Nun gibt es also plötzlich diese Verbindung, Vertrauen auf beiden Seiten und dann die Entfernung. In unserem Fall eben auch die Poly Situation und sein Asperger. Es gibt so unglaublich viele Herausforderungen.

Das meiste ist zu erschlagen mit Kommunikation, sehr viel Kommunikation. Eine D/s Verbindung ist, wenn sie nicht nur für den Zeitraum einer Session besteht, etwas das unglaublich viel Verantwortung und Zeit auf beiden Seiten bedeutet. Man kann dann nicht Alltag und BDSM komplett trennen. Es entsteht eine Partnerschaft in der die eine Seite sich sehr stark öffnet, nur auf Wunsch des Doms Dinge tut und Regeln einhält. Sich Regeln unterwirft die vielleicht aus objektiver Sicht nicht ganz nachvollziehbar sind. Und auch der Dom öffnet sich auf seine Weise. Man lernt den Anderen auf eine sehr intensive Art und Weise kennen. Für mich war es anfangs fast erschreckend, wie leicht mir das fiel, wie natürlich sich das anfühlte mich zu öffnen. Und wie unglaublich leicht man den Bezug dazu verliert was ist noch „gesund“ und wo gebe ich womöglich zu schnell zu viel Vertrauen. Sich einerseits gesund hinterfragen und andererseits vertrauensvoll loslassen, ist ein kniffeliger Spagat.

Außerdem lebt man in diesem On/Off Zustand, entweder 100% Nähe, D/s, Erlebniss oder nur Kontakt über die Ferne. Was in einer normalen Beziehung schon wahnsinnig anstrengend ist, ist in einer D/s Beziehung manchmal eine Zerreißprobe. Der Drop nach einem Wochenende ist wirklich heftig und frisst manchmal fast die positive Energie des Treffens auf. Es hilft mir, dass wir Dinge des Alltags teilen. Wenn wir uns sehen, ist das D/s, so wie auch sonst, immer präsent, aber es gibt eben auch Alltagsdinge. Wir helfen uns und übernehmen eine Verantwortung für den Anderen auch im normalen Alltag. Nicht viel, aber es trägt diese Dinge zu haben. Eine D/s Beziehung kann und darf meiner Meinung nach nicht nur auf den BDSM Teil beschränkt bleiben. Damit meine ich nicht, dass der D/s Einfluss zwingend auf den Alltag ausgedehnt werden soll, sondern dass man dadurch den Rahmen erweitert in dem man sich Auffangen kann, eine Basis schafft, die das Vertrauen auch wirklich trägt. Ich könnte mich nicht so einlassen, wie ich es tue, wenn ich immer in Frage stellen müsste, ob er Dinge meines Alltags bedenkt. Ob er im Blick hat, dass gewissen Dinge gehen und andere nicht, dass ich in einigen Situationen anders handeln muss, dass er auch hier auf mich und meine Bedürfnisse achtet. Und andersrum kann ich dadurch besser einschätzen, wann er den Kopf nicht frei hat für das D/s, kann etwas auf ihn achten, kann die Sub zurücknehmen und die Partnerin mehr in den Vordergrund stellen.

Der Reiz mich als Sub vollkommen in diese mentale Abhängigkeit zu begeben, ist nicht zu unterschätzen. Ich möchte „Seins“ sein, ich möchte, dass er über mich bestimmt, mit meinem Kopf spielt und mich hält. Aber ich habe eben auch noch ein restliches Leben, dafür trage ich die Verantwortung und da muss ich ebenfalls 100% da sein, in meinem Job, als Mutter, als Ehefrau, als Tochter, als Freundin, diese Aufgaben sind meine Verantwortung und auch die Tatsache seine Sub zu sein, hebt diese Aufgaben und Rollen nicht auf. Ich habe aber durch ihn eine weitere Person die mir da hilft, sei es manchmal einfach durch mentale Unterstützung, Rat oder tatsächlich durch aktive Hilfe. Auch hier natürlich im Rahmen des auf Entfernung machbaren. Aber dadurch kennt er fast alle meine Seiten (zumindest sehr viele) und kann seiner Verantwortung als Dom besser nachkommen und kennt die positiven und negativen Trigger. Wenn man sich oft sieht, ist das leichter, man ist näher dran, man kann einfach mal durch ein Treffen Dinge abfangen, durch körperliche Nähe eine Verbindung schaffen, oder im Alltag etwas abnehmen.

Manchmal finde ich unsere tägliche Kommunikation hat etwas wenig D/s Anteile, auf der anderen Seite hält uns das in Waage. Bei langer Pause geht meine innere Sub sehr auf Tauchstation, dann hadere ich sehr. Wenn er in der Zeit Dates mit BDSM Anteil hat, kämpfe ich sehr. Es ist nicht die klassische Eifersucht, sondern die Sehnsucht nach dem was fehlt. Da kann ich dann nicht rational sein und mich freuen, dass er zumindest sein Bedürfnis decken kann. Das ist einer der Nachteile, ich kann mich BDSM technisch nicht mehr wirklich auf andere einlassen, weil ich dafür immer etwas Machtgefälle brauche und ich in ihm da einfach den für mich perfekten Partner habe. Aber wir reden und zumindest meine Verlustangst, die ich aufgrund anderer Erlebnisse vor ihm stark hatte, ist deutlich weniger geworden. In diesen langen Pausen übernimmt dann eben die „normale“ Bindung von uns etwas mehr. Die tägliche Aufgabe lässt das D/s aber nie ganz untergehen, wir sind immer Dom und Sub. Und ich bin nicht sicher, ob es wirklich so gut funktionieren würde, wenn wir bei langer Pause immer das D/s gleich hochalten würden. Ich liebe dieses Kribbeln in bestimmten Bereichen meines Kopfes, wenn er auch auf Entfernung das D/s triggert, ich finde es faszinierend und es macht mich glücklich. Aber es braucht eben auch Realität, sonst wird es irgendwann frustrierend.

Manchmal denke ich, dass wir mehr intensive Erfahrungen gemacht haben als wir noch „nur“ Spielpartner waren. Als unsere Zeit fast ausschließlich mit verschiedenen Spielarten gefüllt war. Aber das ist ein Trugschluss, denn zum einen hatten wir anfangs deutlich weniger Zeit am Stück, mussten diese also gut nutzen und zum anderen ist anfangs immer alles zum ersten Mal und deshalb neu und aufregend. Es war neu und aufregend aber deshalb nicht unbedingt intensiver und tief gehender. Es braucht eine Entwicklung, weil man auf diesem Stand des aufregenden Neuen nun mal nicht ewig bleiben kann.

Ich weiß nicht wie oft ich ihm geschrieben habe, was bestimmte Dinge in mir auslösen und was positiv ist und was eher negativ. Wo ich mehr Aufmerksamkeit brauche, wo einen anderen Umgang mit Dingen oder Situationen. Besser wäre es das im Gespräch zu tun, aber nicht immer möchte ich die wenige Zeit die wir haben, damit füllen. Aber wir haben unseren Weg damit gefunden und ich glaube es ist trotz der ganzen Herausforderungen ein guter und erfolgreicher Weg der uns beiden gut tut.

Switcher

Die BDSM Community ist voll der Diskussion um Switcher. Einige können das nicht als richtiges BDSM anerkennen und diese Grabenkämpfe machen es nicht leichter BDSM nach außen positiv zu präsentieren. Im Prinzip ist das für mich nicht relevant, denn ich switche nicht, allerdings spiele ich im Allgemeinen auch nicht mit Switchern. Das liegt aber nicht daran, dass ich ein Problem mit der Thematik habe.

Ich habe gute Freunde die switchen und ich finde das unglaublich spannend, ich beobachte gerne deren Interaktion. Und ich habe auch schon Switcher gedatet, dabei aber bis auf eine einzige Ausnahme festgestellt, dass es nicht so gut funktioniert für mich. Ganz oft waren es Männer, die meiner Empfindung nach, eigentlich mehr der devoten Seite zugeneigt waren. Schon nach kurzer Zeit, hatte ich den Eindruck und manchmal auch die Aussage, dass ich sie vor mir knien lassen könnte. Und damit war es dann vorbei. Ich bin eine gefestigte und durchaus starke Persönlichkeit, aber ich bin devot, da ist kein Anteil Switcher in mir. Ich reibe mich gerne, behaupte meine Position, ich provoziere, aber ich brauche die Gewissheit, dass mein Gegenüber am Ende die Oberhand hat. Und dabei kann ich durchaus meinen kleinen „Kampf“ gewinnen, kann Recht haben und ihm das auch Auge in Auge grinsend sagen, mein Partner muss damit umgehen können, muss die innere Überzeugung haben, dass ich ihm damit keine Dominanz „raube“ und mich danach auf die Knie bringen, weil das meine Position ist. Unsicherheiten spüre ich, wenn das was kommt nicht authentisch ist, dann merke ich das und fühle mich nicht mehr sicher im Machgtefälle. Ich will mich behaupten aber ich will nicht „gewinnen“. Doms die das für kein adäquates Verhalten für eine Sub halten, mit denen werde ich auch nicht zusammen finden.

Das macht es nicht leicht Partner zu finden, denn dazu kommen ja noch alle anderen Ansprüche die man so hat.
Einmal hat es gut funktioniert, da war aber klar, er switcht nicht mit der gleichen Partnerin und dadurch, dass er deutlich mehr Erfahrung hatte, war da keine Unsicherheit. Unsere Treffen waren sehr reduziert auf die Benutzungsthematik mit leichter Demütigung, mit diesen klaren Grenzen war es ganz passend. Zumal er eben die anderen Ansprüche absolut erfüllte. Aber für dieses eine positive Beispiel habe ich diverse Beispiele die einfach nicht funktioniert haben und der Switcher Part war immer der ausschlaggebende Anteil.

Das ist aber eben nur meine Befindlichkeit und nimmt denen die switchen nichts von ihrer Berechtigung im BDSM. Switcher nicht zu akzeptieren ist für mich eine Form der Unsicherheit und die liegt ganz oft eher in einem selber, weil man sich in seiner Position angegriffen fühlt. Aber das ist nur meine Meinung.

Dinge die ich mag, weil ich sie nicht mag.

Ich mag Dinge die mir eigentlich nicht gefallen. Ein eigenartiger Satz. Im BDSM dann vielleicht doch nicht so. Immer wieder denke ich an meine Anfänge als Bottom zurück, bewusst schreibe ich nicht Sub, denn das war ich da noch nicht. Sagen wir als devote und sich im Masochismus findende Frau. Vor dem ersten realen Erlebnis standen Jahre bzw. Jahrzehnte der Phantasie und der Geschichten und Bücher. Manche phantasievoll eher unrealistisch und manche erschreckend auf den Punkt und verstörend. Im Kopf bleibt eine Sehnsucht mit einem eigenartigen Mix aus Bedürfnis und Kopfkino. Dann die ersten Schritte, kaum mehr als etwas harter Sex und Männer die sich nehmen was sie wollen, harmlos im Rückblick. Eine Mischung aus Scham und Irritation in mir, ich lasse das mit mir machen und bin mir nicht mal sicher ob es mir Lust bereitet. Aber die Erinnerung an diese Momente, macht mich genau so nass wie vorher die Bücher.

Ich habe keine masochistischen Freundinnen, ich lese in Foren, ich suche danach das zu verstehen was in mir passiert. Auf einem Event darf ich einer Frau zusehen die von 2 Männern geschlagen wird und am Andreaskreuz stehend squirtet. Ich frage sie hinterher etwas aus, für sie ist der Schmerz Lust. Ich bin mir danach sehr sicher ich bin nicht masochistisch. Trotzdem lasse ich mich freiwillig schlagen, ich suche die Konfrontation mit dem Schmerz. Und ich finde meinen eigenen Zugang. Ich empfinde bewusst immer noch keine Lust durch eine Züchtigung, im Rückblick sagt mein Körper etwas anderes.

Ich mag es an meine Grenzen zu gehen und meine Grenzen liegen nicht da wo mir etwas gefällt. Es ist ein Spiel mit Vertrauen und sehr viel Kommunikation. Manchmal wenn er mich fickt, dann hält er mir Mund und Nase zu, Atemkontrolle, nicht nur die feste Hand am Hals die wir so lieben. Erst bin ich ganz ruhig aber schnell wird die Luft knapp und ich versuche zu atmen. Manchmal kann ich durch Drehen des Kopfes etwas Luft erhaschen, wenn seine Finger nicht optimal liegen. Er greift nach, hält mich unter Kontrolle, benutzt mich in der Zeit, zeigt mir dass mein Körper und was er damit macht, ganz allein ihm gehört. Ich kämpfe bis er mir wieder Luft gewährt. In der Zeit davor reagiert mein Körper auf Dinge die ich eigentlich nicht mag, denn ich liebe es zu atmen. Trotzdem werden meine Nippel steif und verändern leicht die Farbe, ich werde nass, mein Körper sagt etwas anderes als mein Kopf.

Ein gefährliches Spiel, wenn der andere nicht weiß was er tut. Und keines bei dem man direkt einsteigt. Es war keine kommunizierte Grenze bei mir, daher hat er es irgendwann angefangen. Und ich habe ihm hinterher gesagt, was es mit mir gemacht hat, so wie ich das irgendwie immer tue, deshalb macht er weiter. Es wird mit jedem Mal etwas intensiver, auch weil ich es anders wahrnehme. Es gefällt mir immer noch nicht, ich mag meine Atemluft, ich kämpfe um sie. Aber die Erinnerung daran zeigt mir so unglaublich deutlich, wie sehr ich es mag. Ich könnte mich in das Gefühl fallen lassen und es wäre reine ehrliche Lust, ausgelöst durch den Mann der Dinge mit mir tut, die ich eigentlich nicht mag.

Und so geht es mir mit vielen Dingen im BDSM. In der Phantasie vorher sind sie ohnehin komplett anders, nichts war auch nur ähnlich. Ich kämpfe mich durch, bemerke die Lust kaum die es in mir auslöst, weil ich zu sehr im Moment und der Empfindung bin. Werde mir dessen erst klar, wenn er spöttisch meine Körperaktionen kommentiert. Und die Erinnerung zeigt es ohne Ablenkung sehr deutlich. Jeder Schmerz, jeder erkämpfte Atemzug, jede vergossene Träne, jede Demütigung lassen meinen Körper die Lust nochmal erleben. Ich mag Dinge die mir eigentlich nicht gefallen und ich mag den Mann der sie mir antut und daraus seine Lust zieht.

Und das wäre meine wichtigste Mitteilung an mich vor 5 Jahren. Setz deine Phantasien um, sei nicht enttäuscht, wenn das was du erlebst anders ist als gedacht, es ist real und wird dir eine Tiefe zeigen, eine Lust schenken und eine Kraft geben die du nicht erwartet hättest. Aber auf andere Weise als du denkst so müsste es sein. Vergleich dich nicht mit anderen, jeder Masochismus ist anders und jeder erlebt Lust anders. Deine Art der Lust ist genau so gut wie die der anderen. Ein Orgasmus ist kein Maß für Lust, auch ohne kannst du deine Erfüllung finden. Sich selbst herauszufordern immer wieder, ohne Sorge in jede Session zu gehen, weil nur der Moment zählt. Es gibt so viel zu entdecken.

Edit: Und es ist alles irgendwie schmutziger, weniger romantisch, aber auch ehrlicher und realer als gedacht

„Überhöhung“ erster BDSM Erlebnisse

Ich überlege seit einiger Zeit immer wieder auf einem Thema herum. An sich habe ich es immer wieder angesprochen in verschiedenen Blogs, aber vielleicht fasse ich es doch nochmal für mich zusammen. Wie kaum übersehbar ist, bin ich sehr glücklich mit meinem Herrn, ich bin angekommen und zumindest was unsere D/s Beziehung angeht, stelle ich nichts in Frage und bin ohne Einschränkung glücklich (das Thema Entfernung mal außen vor gelassen). Wir haben Pläne für nach Corona und auch insgesamt. Den Stand einer Spielbeziehung hat es schon sehr lange verlassen. Gerade heute haben wir uns über unser erstes Date unterhalten, wie gut es von Anfang an gepasst hat und uns mit einem Grinsen erinnert. Aber er ist ja bei weitem nicht der erste Mann den ich in dem Kontext getroffen habe . Als wir uns getroffen haben, war ich bei weitem nicht da wo ich jetzt bin, aber ich hatte eine grobe Übersicht darüber, was mich als Sub ausmacht.

Ich kann mich sehr gut an mein allererstes Date erinnern in dem BDSM eine Rolle spielte. Wir hatten über eine Social Media Plattform länger Kontakt gehabt und BDSM war eher durch Zufall eine Schnittmenge. Ganz spontan ergab sich ein Date. Es war toll, er war einfühlsam, er hat mich nicht überfordert, ich war geflasht. Er wohnte natürlich auch weit weg, das liegt mir irgendwie, aber mir war klar, das will ich wieder haben. Ich glaubte mich durchaus etwas verliebt in ihn, und vermutlich war ich das auch, wir hatten vorher und nachher viel Kontakt, haben uns auch nochmal getroffen. Kurz und gut, ich war sehr überzeugt, dass er ein passender Spielpartner für mich wäre. Aufgrund von Dingen die sich bei ihm ereigneten, war ein weiteres Spieltreffen aber plötzlich ausgeschlossen. Und für mich brach erstmal etwas zusammen. Hatte doch alles so gut gepasst und wir so gut harmoniert. Aber es war im Rückblick vermutlich das Beste was mir passieren konnte. Also suchte ich, diesmal aktiv, nach anderen Männern. Und als Frau hat man es da ja leicht, es fanden sich einige. Innerhalb relativ kurzer Zeit traf ich verschiedene Männer. Mit vielen gab es ein erstes Mal, sprich ich lernte etwas Neues kennen und jedes Mal war ich begeistert und fand den Mann unglaublich interessant. Denn meine Endorphine flogen und ich war hin und weg. Dazu kam dann allerdings auch die Erfahrung, dass einige Männer gar nicht unbedingt etwas wiederkehrendes suchen und die Erkenntnis, dass nur weil es mir gefällt, es dem anderen nicht unbedingt dasselbe geben muss. Ich hatte auch viele nicht so passende Erfahrungen aber um die geht es diesmal nicht.

Worauf ich eigentlich hinaus will, ich war durch dieses neue Erlebnis, dieses Hochgefühl endlich das zu Erfahren was mir gefehlt hat, nicht sehr klar in meiner Sichtweise. Ich idealisierte die Männer die mir dieses Erlebnis ermöglicht hatten. Der erste der meinen Kopf so richtig gefickt hat, den hab ich nur einmal zu einem Spaziergang getroffen und trauere ihm immer noch hinterher. Dieser „erstes Date-Mann“, zu dem ich übrigens immer noch sporadisch Kontakt habe, weil das BDSM eben nicht das einzige ist, was uns verbunden hat, hätte der damals regelmäßige Treffen ermöglichen können, dann wäre ich heute nie da wo ich jetzt bin. Ich hätte viele Erfahrungen nicht gemacht und meinen Horizont nicht erweitert. Mein Weg ist jetzt auf der anderen Seite auch nicht ideal gewesen, einige Erlebnisse hätte ich mir durchaus auch sparen können, sie haben mich zwar geprägt und weitergebracht aber so toll waren sie jetzt auch nicht. Das ganze in einer Beziehung langsam austesten zu können, hat sicher viele Vorteile. Wenn der Andere viel Erfahrung hat, dann hofft man ja auch sich darauf verlassen zu können, Vertrauen ist die Basis. Auf der anderen Seite hat man eben auch nur den Einblick der einem ermöglicht wird. Es gibt Doms/Tops wie den meinen, der möchte, dass man andere Erfahrungen sammelt, weil er Sorge hat ich „verpasse“ etwas. Aber ich glaube die sind eher selten. Und es gibt welche die die eigene BDSM Welt als das einzig Wahre verkaufen. Und sagen wir so, in dieser Beziehung ist es das dann auch, das ist OK, nur man sollte als Sub eben auch wissen ob es das ist, was man braucht.

Ich habe in den letzten Jahren so oft von Subs gelesen, die quasi von einem Dom ausgesucht und zum BDSM gebracht wurden, die keinerlei Ahnung hatten was richtig ist und was Ihnen gefällt. Und für die eine Welt zusammenbrach, als sie plötzlich alleine da standen. Die dann aber mit der Zeit entdeckten, was BDSM alles noch bedeuten kann, welche Bandbreite auch an Emotionen dabei sein kann. Dass einen Herrn zu haben nicht bedeuten muss, immer artig zu knien und nichts sagen zu dürfen. Dass Schmerz dazugehören kann aber nicht muss. Dass ein Kontaktverbot zu anderen Subs nicht unbedingt darauf beruht, weil das eben so ist! Oder die plötzlich feststellten, welche Kinks sie noch haben. Die Bandbreite eben in jede Richtung entdeckten. Was jeder draus macht, was ihn kickt, was ihm Spaß macht, was ihn erdet das muss jeder selber entscheiden. Aber die Überhöhung der ersten Erlebnisse, birgt meiner Meinung nach eine große Gefahr. Nämlich stehen zu bleiben beim ersten wohlschmeckenden Gericht, wenn es doch vielleicht etwas gibt was noch besser zu einem passt.

Mein erster Spielpartner, so lieb ich ihn habe, er wäre viel zu soft für mich. Er war perfekt für dieses erste Mal, ich hätte mich vermutlich schnell gelangweilt und nicht gewusst weshalb. Aber für mich ist BDSM mehr als etwas Kuschelspanking und wenige wegweisende Aufforderungen, nur hätte ich das tatsächlich erstmal nicht verstanden. Die innere Sehnsucht hätte mich weitergetrieben vermute ich, aber sicher kann ich nicht sein. Ich kann niemandem einen Weg weisen, und mit dem richtigen Partner ist es vielleicht auch gar nicht wichtig, so viele andere Erlebnisse zu haben. Eigentlich will ich nur mal anmerken, dass diese Begeisterung bei den ersten Erlebnissen nicht zwingend heißen muss, dass es der richtige Partner ist oder schon der ganz tiefe Einblick.

Ein Zitat aus einem anderen meiner Blogbeiträge: „Das was ich mir selber raten würde im Rückblick wäre, immer auf das Bauchgefühl hören und sich nicht zu sehr auf Jemanden versteifen, nur weil das erste Treffen so unglaublich passend erschien. Das kann nämlich auch nur einseitig sein und gerade anfangs wirkt so viel so unglaublich passend, einfach weil da jemand ist der schon länger weiß, wie man das Spiel spielt und man sich endlich verstanden fühlt. Schlussendlich sind aber anfangs viele Dinge ähnlich, sie kicken einen nur so viel mehr, wenn man sie das erste Mal erlebt. Dem Zauber BDSM verfallen aber darauf achten, ob es tatsächlich der Partner ist der diesen Zauber auslöst oder nur das Erlebnis. Sich nicht sofort auf etwas fokussieren aber auch nicht alles gleichzeitig und mit zu vielen testen. Der Körper und der Kopf brauchen Zeit um zu verarbeiten und mitzukommen. “

Kira und der Schmerz – Teil 2 – Klartext

Da hab ich doch gerade erst einen Beitrag dazu geschrieben: https://kuiwzss.wordpress.com/2021/01/09/kira-und-der-schmerz/ Aber er ist eher auf der Kopfseite bzw. eine Reflektion meines Masochismus. Was mich seit ein paar Wochen immer wieder antreibt, ist mich ausdrücken zu wollen, wie ich Schmerz tatsächlich empfinde. Denn manchmal glaub ich, dass man am Beginn seines Weges durch den Schmerz gar nicht so recht weiß, was das bedeuten kann. Ich vertrage nur so semi viel Schmerz, das hab ich ja nun oft genug geschrieben, aber er löst bei mir sehr intensive Empfindungen aus und das mag ich. Man braucht mich nicht bis zum Blut zu schlagen, ich schreie deutlich vorher und meine Grenze ist viel früher erreicht. Aber was das tatsächlich bedeutet, versuche ich mal auszudrücken

Ich hab vor ein paar Tagen einen Tweet dazu geschrieben wie ich die verschiedenen Schmerzarten empfinde https://twitter.com/KirasWelt_/status/1368691719621984257
[Beim Spanking mit der Hand ist der Schmerz variabel zwischen leichtem aufwärmen und einem Brennen das mich flüchten lässt. Gut gemacht ist die Intensität langsam ansteigend und lässt mich langsam wegdriften, auf eine Welle die Ruhe und Frieden in mir auslöst. Schlagwerkzeuge bieten das volle Angebot. Hell und scharfer Schmerz vom dünnen Rohrstock. Dumpfer dunkler Schmerz vom Paddel. Die Kettenpeitsche ist wie ein Schlag. Das Gummi zieht eine Spur die erst mit etwas Verzögerung im Hirn ankommt und dann heftig beißt. Das Butterbrettchen trifft fast zärtlich und hinterlässt eine große schmerzende Fläche. Das Schlagseil malt Muster und lässt jeden Gedanken erliegen. Ein Holzlineal ist in seiner Schlichtheit erschreckend effektiv. Strom sticht wie Nadeln, sehr viele Nadeln und ist je nach Intensität für mich kaum auszuhalten. Nadeln selber haben etwas meditatives beim Setzen. Ihr Schmerz geht unter die Haut, er ist ziehend und immer ähnlich. Schmerz fokussiert, er bringt mein Denken und Fühlen in den Moment. Wenn ich die Zeit habe nachzuspüren, hat jeder Schmerz seine eigene Schönheit. Wenn ich durch den Schmerz getrieben werde, dann steht die Welt für den Moment still. Es zählt nur der nächste Impuls. Ein guter Sadist kennt sein Werkzeug und seine Wirkung. Und er spielt mit der Wirkung. Sie ist immer auch Tagesform abhängig, deshalb kann es kein Standardschema geben. Daher habe ich großen Respekt vor allen guten Sadisten die ihr Handwerk beherrschen. Es ist guter Schmerz, denn er beherrscht mich nicht. Ich werde durch ihn stärker, ich werde freier, ich werde ruhiger. Manchmal verschiebt er für einen wunderbaren Moment den Fokus auf den Alltag. Denn er ist kein Alltag. Guter Schmerz ist mein Luxus.]

Der #MmH und ich werden uns hoffentlich in ein paar Wochen sehen, diesmal nicht nur ein paar Stunden sondern für ein paar Tage. Ich schrieb ihm vorhin, dass ich gerade das Holzlineal in der Hand hatte und überlege ob ich es herauslege oder verstecke. Dieses Lineal und ich hatten nämlich schon ein paar eindrückliche gemeinsame Momente. Er antwortete mir, dass er die Rohrstöcke mitbringt. Und Wums saß ich da. In meinem Kopf sausten die Gefühle hin und her, ich konnte die Synapsen feuern fühlen, es ist als ob der Kopf plötzlich auf doppelter Intensität läuft. Und die Gefühle schwingen: Vorfreude, das D/s kickt bei so einer Ansage, ich kann fast seine Hand am Hals spüren, gleichzeitig eine gewisse Angst vor dem was er vor hat und die Erinnerung vergangener Sessions klopft an. Und reine körperliche Erregung, bei der ich mich frage, woher sie eigentlich kommt. Denn ich leide bei einer Spankingsession, ich leide sichtlich und tatsächlich. Zunächst legt er mir die Fesseln an, fixiert mich und zwar so, dass ich mich nicht rauswinden oder befreien kann. Das ist für ihn gut, weil ich keine komplett unerwarteten Bewegungen machen kann und ich brauche das für mich, es ist ein Halt. Entweder ich hab mich selber vorher ausgezogen oder er tut es. Auf jeden Fall bin ich in diesem Moment schutzlos und ausgeliefert, ein Teil von mir will sich verstecken und gleichzeitig bin ich ruhig und in mir ruhend, was kommt liegt nicht in meiner Hand. Er wärmt meinen Körper meist mit dem Flogger auf, erst der mit den „weichen“ Strängen. Wenn er mit dem ordentlich schlägt, dann tut es weh, aber es ist ein angenehmer Schmerz. So als wenn man schmerzhaft massiert wird und es gleichzeitig gut tut. Dann nimmt er den Flogger mit den harten Kanten, damit wird die Haut deutlich besser durchblutet und Kira geht auf die Zehenspitzen und schreit das erste Mal auf. Wenn man das auf einem Video sieht, dann schlägt er ganz sanft, man fragt sich wo die Reaktion herkommt, aber wenn man genau hinsieht, dann ist der Flogger deutlich schwerer und der sanfte Schlag bringt die Haut ganz schön in Bewegung. Spätestens nach dem dritten Schlag kommen mir die Tränen, erst sind es die reinen Reflextränen, etwas tut ziemlich weh, es schießt durch den Körper direkt in die Augen. Er hört nicht auf, nimmt vielleicht die sensibleren Hautstellen an den Oberschenkeln. Und nun kippt es in mir, aus Reflextränen werden echte Tränen, ich fange an gegen den Schmerz zu kämpfen, er tut weh, er ist stark und es ist einfach viel. Dann spüre ich irgendwann seine Hand auf meiner Haut und ich spüre seine Zärtlichkeit. In meinem Kopf kippt es erneut, zum Kampf gegen den Schmerz kommt die Hingabe an meinen Dom. Spannend wäre definitiv jetzt den Hormoncocktail zu bewerten. Er setzt die Schläge fort, je nach Zustand meiner Haut mit dem Flogger zum weiteren aufwärmen oder anderem Schlagwerkzeug. Ein Rohrstock, eine Gummipeitsche, das Ding mit den Ketten oder was immer ihm Spaß macht. Und nun beherrscht der Schmerz mich, ich kämpfe, ich versuche mich ihm hinzugeben, ihn anzunehmen, er ist mein Feind, er ist mein Freund. Und ich heule und jammere, ich schreie und es läuft aus meinem Gesicht aus allen Öffnungen. Ich fange an mich in meinen Fesseln zu wehren und mein Herr ist da, entweder er beruhigt mich oder er drückt mich in Position. Er ist unerbittlich, verlangt meinen Gehorsam, erwartet ihn selbstverständlich, er gibt vor was ich zu tun habe. Und ich gehorche, immer wieder überwinde ich den Impuls zur Flucht und begebe mich in Position. Ich halte mich fest, wenn der Schmerz mich trifft, versuche mich selber in Position zu halten, was mir nicht immer gelingt, ich bin so vollkommen im Moment, dass mir zwar klar ist, dass ich hier jederzeit raus kann, aber dass das eigentlich keine Option ist. Ich will, dass er weitermacht, ich will, dass er aufhört. Ich will alles und nichts und ich bekomme es stetig. Es ist wie ein wilder verzweifelter Ritt, bei dem ich immer weiß, dass das Ziel ein sicheres ist aber der Weg geht durch die Hölle.

Der #MmH ist die Quelle des Schmerzes. Er ist Sadist und es macht ihm Spaß mich leiden zu sehen, dabei ist es ihm nicht wichtig wie stark er schlägt, sondern wie ich reagiere. Und wie beschrieben, ich reagiere. Ich frage mich nie, warum er das tut oder ob das nötig ist, denn dieser Schmerz ist keine Strafe, er ist unser Weg. Ich kann während der Session nicht sehen ob es ihm Spaß macht, aber ich weiß es. Tatsächlich ist es für mich aber in diesem Moment völlig egal. Es ist kein Flug im beflügelten Sinne, es ist ein reines existieren im Gefühl das ihn und mich umschließt.

Irgendwann findet er ein Ende, er hat mich die ganze Zeit im Blick, schaut wie es mir geht und dann ist es vorbei. Er löst meine Fesseln, gibt mir zu trinken, so wie zwischendrin auch immer. Wir legen uns zusammen ins Bett und geniessen unsere Nähe. Meine Haut ist feuerrot und am nächsten Tag wird doch meist nichts mehr zu sehen sein, denn ich bin einfach sehr empfindlich. Allerdings nur auf den Schmerz nicht für blaue Flecken. Und wir scherzen, ich bin locker und gelöst, es geht mir einfach gut.

Machtgefälle und D/s

Ich habe schon diverse Einträge über D/s verfasst und alle haben noch ihre Richtigkeit. Gerade aus dem Moment heraus in dem ich sie geschrieben habe. Aber im Laufe der Zeit verschieben sich gewisse Sichtweisen, manchmal nur minimal aber doch für einen selbst elementar wichtig. Ich hab neulich einen Tweet über Unterwerfung geschrieben, der ergab sich aus gewissen Themen die so durch die Bubble waberten. https://twitter.com/KirasWelt_/status/1363622516917469196 „Richtige Unterwerfung ist bei mir personengebunden, dieses Gefühl muss erst wachsen, aus Vertrauen und dem Bedürfnis nach Hingabe. Aber Respekt, den gebe ich gerne von Anfang an, wenn mein Gegenüber ihn verdient. Dazu gehört auch der Respekt der Regeln die ihm wichtig sind.“ Mein BDSM und mein Masochismus sind an ein funktionierendes D/s gekoppelt, was bedeutet, dass ich anfangs eben nur mit einem Vorschuss an den Mann spiele. Ich setze also im Prinzip voraus, dass er mein Vertrauen verdient. Immer vorausgesetzt alle anderen Bedingungen zwischen ihm und mir stimmen. Dieses Gefühl instinktiv vor einem Mann auf die Knie gehen zu wollen, kenne ich so nicht. Was nicht heißt, dass ich nicht schon vor einigen Männern beim ersten Date gekniet habe.

Denn eigentlich brauche ich nicht das D/s ist mir klar geworden, sondern ich brauche ein Machtgefälle. Und dieses kann ich auch aufbauen, wenn kein D/s besteht. Klingt jetzt irgendwie eigenartig, denn D/s steht ja abgekürzt erstmal nur für Dominanz und Submission und ich denke eine ganz genaue Definition ist da weder möglich noch sinnvoll. Also schreibe ich wie ich es für mich sehe. Machtgefälle bedeutet für mich zunächst erstmal „nur“, dass ich meinem Gegenüber für die Zeit unseres Treffens die Macht in einem abgesprochenen Rahmen übergebe. Das kann ich im Zweifelsfall sogar, selbst wenn ich ihn nicht als dominant empfinde. So ein Setting ist für mich eher unbefriedigend, ich habe es aber durchaus schon getan. Meistens wenn ich ihn sympathisch fand und hoffte die Dominanz würde vielleicht mit dem Spielen kommen. Hat aber nie wirklich funktioniert. Funktioniert hat es, wenn er einfach in dem Sinne nicht an Dominanz interessiert war, als Sadist das Machtgefälle einfach für die Session nutzte. Da war es vollkommen in Ordnung, ließ nur eben dieses Bedürfnis bei mir unbefriedigt.

Wo liegt der entscheidende Unterschied, warum haben der MmH und ich eine D/s Beziehung und nicht nur ein Machtgefälle. Natürlich haben wir auch ein Machtgefälle, je nach Situation zwischen Augenhöhe und komplett verschoben ist alles möglich. Auf Augenhöhe stellen wir unseren Metakonsenz her, ich kann ihm sagen wie es mir geht oder wir reden einfach über alltägliches. Auf Entfernung ist eine deutliche Verschiebung ohnehin nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen, das kostet viel Kraft und Arbeit. Was bedeutet also dieses D/s für mich. Es ist dieses innere Gefühl, dass sich meine Hingabe und Submission um ihn dreht. So kitschig es auch klingt, er ist die Sonne für meine innere Sub, alles dreht sich um ihn. Das kann manchmal durchaus etwas ablenkend sein und hat mein Verhalten im Dating nachaltig beeinflusst, ohne dass er da etwas einfordert. Und wenn er etwas einfordert, dann hinterfrage und diskutiere ich nicht erst, sondern dann folge ich seinen Anweisungen. Es ist das Wissen, dass das Machtgefälle immer vorhanden ist, dass ich im Rahmen den wir für uns gesteckt haben, den er genau definiert, alle Macht an ihn abgetreten habe. Das ist auf Entfernung natürlich deutlich eingegrenzter als wenn wir uns sehen. Und deshalb braucht dieses D/s, diese komplette Unterwerfung auch Zeit. Zeit um das Vertrauen und die Verbindung aufzubauen. Natürlich kann ich vor jedem Mann knien, und bei einigen fühlt es sich auch halbwegs stimmig an, aber nur bei diesem einen fühle ich, dass das mein Platz ist. Nur da ist die Hingabe im tatsächlichen Sinne vorhanden. Der Weg dahin war natürlich fließend und das Machtgefälle hat von Anfang an gut funktioniert, so dass der Rest in Ruhe wachsen konnte. Den Unterschied kann ich vorallem im Rückblick sehen und auch jetzt erst als solchen wahrnehmen.

Und weil das Bedürfnis nach diesem Gefühl bei mir so groß war, hab ich gerne zu Füßen der Doms gekniet, weil ich eine Aussicht erhascht habe auf das was möglich ist. Und das macht auch die Gefahr so groß sich jemandem zu unterwerfen, der damit nicht sorgsam umgeht, denn alleine diese Aussicht ist schon so schön. Was mich zu einem anderen meiner Tweets der letzten Tage bringt: https://twitter.com/KirasWelt_/status/1364640471524536320 „Immer wieder unterschätzen Tops/Doms die Emotionen die sie in den Bottoms/Subs auslösen. Viele neigen in diesem Hormonrausch dazu sich mehr und tiefer zu öffnen als sie vielleicht selber merken Seid achtsam miteinander und redet. Sonst ist der Schmerz emotional und nicht lustvoll“ Seid vorsichtig mit Euch und unterschätzt nicht eure Sehnsucht und das was sie euch vielleicht vorspielt. Hingabe braucht Vertrauen und Zeit, nehmt sie euch.

Die dominierende Sub

In den letzten Wochen kam dieses Thema immer wieder in meine TL, von verschiedenen Seiten. Wenn ich mich nun dazu äußere, braucht sich also bitte niemand persönlich und alleine auf die Zehen getreten zu fühlen. Und es ist nur meine Meinung, die ist wie immer nicht übertragbar oder allgemeingültig für Jedermann.

Immer wieder wird aktuell die Frage gestellt ob nicht Sub die eigentliche Dominanz hat, den Dom dominiert und mit dem Safeword alle Fäden in der Hand hat. Ich finde es gut sich Fragen zu stellen und ich finde es gesund, nicht einfach altbekanntes nachzuplappern. Gerade einige alteingesessene BDSMler sind oft sehr strikt in dem was geht und was nicht. Außerdem hat jeder sein eigenes BDSM, sprich eigene Grenzen, Wünsche und Kinks. Das alles spielt in meine Überlegungen mit hinein. Trotzdem denke ich, dass es gewissen Tendenzen gibt. Zu erst einmal gibt es große Unterschiede ob wir nun von einem Machtgefälle oder keinem ausgehen, da aber im allgemeinen von einer oder einem Sub gesprochen wird, gehe ich von einem Machtgefälle aus. Natürlich kann man jetzt noch unterscheiden zwischen Spielpartnerschaften, Teilzeit und 24/7 Slavin, aber alle diese haben trotzdem den Konsens, dass in den relevanten Momenten um die es mir geht, ein Machtgefälle vorherrscht. Beide Seiten sprechen gemeinsam über Vorlieben und Grenzen, sie stecken einen Bereich ab der möglich ist. Und auch wenn hier sicherlich die Sub mehr Einfluss auf die Grenzen hat, wird auch der Dom sagen, was er mag und nicht mag. Einfach weil es Sinn macht, wenn beide Seiten wissen worauf sie sich einlassen. Jemand der nur Shibari mag, wird nicht glücklich mit Jemandem der nur auf Nadelspiele steht.

Jetzt ist natürlich die Frage dominiere ich meinen Dom dadurch, dass ich sage was ich mag oder dass ich Grenzen vorgebe? Nun wenn ich das ganze sehr einenge vielleicht. Wenn er nur noch Mittwochs zwischen 15 und 16 Uhr genau 10 Hiebe mit einem Flogger verteilen darf, dann sind die Grenzen sicherlich sehr eng gesteckt. Allerdings kann er sich dann immer noch überlegen ob er darauf eingeht. Wenn es ihm nicht passt, weil er das gerne auch Dienstags um diese Uhrzeit tun würde, dann findet man vielleicht einen Mittelweg. Wenn er sich dadurch dominiert fühlt, weil er das ganze 24/7 möchte, dann wird er das sagen und im Ernstfall ist der Weg für diese D/s Beziehung dann bereits im Vorfeld vorbei. Mag sein, einige würden sich dann beschweren, dass Dom zu viel fordert, aber es geht um beide Seiten. Wir sind ja trotz allem Machtgefälle und Dominanzgedöns immer noch in der Freiwilligkeit.

Dom und Sub haben nun also gesprochen und ihre Vorstellungen besprochen die irgendwo zwischen 0 und 100 liegen. Ab diesem Punkt geht in einer D/s Beziehung, wie ich sie verstehe, die Entscheidung und die Macht an den Dom über. Er kann nun im Rahmen der Vereinbarung entscheiden und im Allgemeinen wird er sich auch immer etwas an und jenseits der Grenzen vortasten, sicherlich bleibt er auf Dauer nicht nur im Komfortbereich. Jetzt kommt das Safeword ins Spiel, mit dem ich ihn ja anscheinend auch dominiere. Zunächst sei gesagt, ich habe dieses in meinem bisherigen Leben als Sub nicht verwendet. Das ist nichts worauf ich stolz bin, aber es soll erklären, dass für mich dieses Wort eines ist, die aller letzte Reißleine! Es ist in meiner Auffassung nicht dafür gedacht zu zeigen, dass ich keine Lust mehr habe, sondern wenn aus irgendeinem Grund mein Dom falsch einschätzt wie es mir geht, dann ist das mein Not aus. Natürlich habe ich damit eine Möglichkeit in der Hand alles abzubrechen, aber wenn ich das so häufig nutzen muss, dass mein Dom sich dadurch dominiert fühlt, dann ist in der Kommunikation zwischen uns etwas wirklich schief gelaufen. Sei es dass er meine Reaktionen nicht lernt zu lesen, weil er nicht aufmerksam ist, dazu gar keine Lust hat oder weil ich nicht das richtige Feedback gebe. Oder weil seine Annahmen was ich möchte komplett von meiner Realität abweicht. Wobei wir wieder beim Rahmen sind der anfangs gesteckt wird. Dominiere ich ihn also damit? Ich denke als der ungeschütztere Teil in so einer Beziehung, ist der Rahmen und das Safeword das Auffangnetz, aber sicherlich nichts womit ich ihn dominiere. Nicht nur Sub kann eine Session oder eine Beziehung abbrechen, auch Dom kann das. Wenn ich ihm auf der Nase rumtanze, dann wird er darauf reagieren, erst mit „Erziehung“, Kommunikation und am Ende mit der Frage ob unsere Bedürfnisse, Vorstellungen und Wünsche tatsächlich kompatibel sind.

Im miteinander gibt es sicherlich Situationen wo Sub versucht herauszufordern und vermutlich auch durchaus erfolgreich. Schlussendlich ist es ja etwas was beiden Spaß macht und auch machen soll, sonst kann ich mir auch einen narzisstischen Chef suchen. Wenn ich nun also mit dem Hintern wackele und er darauf einsteigt und mir ein Spanking gibt, habe ich dann dominiert? Ich denke ich habe ein Signal gegeben oder den Wunsch nonverbal geäußert, dass ich Lust darauf hätte. Ob er es wahr nimmt oder nicht, liegt nicht in meinem Ermessen. Und wie er es wahr nimmt auch nicht. Schon so manches Mal war der innerliche Aha Effekt in Zukunft doch lieber vorsichtig mit Wünschen zu sein. Niemand sagt, dass Dom keine Wünsche erfüllen darf. Sub ist keine Wunschzettelsub, nur weil sie ihre Bedürfnisse kommuniziert. Wenn sie dauerhaft erwartet, dass ihre Wünsche erfüllt werden und zwar genau nach ihren Vorstellungen, dann kommen wir in diese Ecke. Aber zwischen der höflich vorgetragenen Popowackelbitte und einer dominierenden Forderungen liegen dann doch ziemliche Spannbreiten an Interaktion.

Ich stelle mir hingegen manchmal die Frage, warum diese Thematik so oft aufkommt. Liegt es vielleicht daran, dass es in der heutigen Zeit eher verpönt ist eine Frau oder Person zu dominieren? Dass es eben kein Machtgefälle mehr gibt, egal ob aus Geschlechter oder Herkunftssicht? Dass die Überlegung, dass ja eigentlich Sub die wahre Dominanz hat, die Entschuldigung dafür ist, dass man aber genau daran Spaß hat? Aber braucht es im BDSM so eine Entschuldigung? Ich weiß, dass nicht jeder damit gut klarkommt, mit dieser Schere zwischen dem was man mag und was gesellschaftlich akzeptabel ist. Aber für mich gilt tatsächlich eines. Wenn ich Sub bin, dann möchte ich nicht den Stempel der Dominanz bekommen. Ich mache das, weil ich darauf stehe von meinem Herrn dominiert zu werden, weil es mich kickt eben keinen Einfluss zu haben, ich stehe darauf für seine Wünsche da zu sein. Und wenn ich gerade nicht das bekomme, was ich mir vorstelle, ist das im nachhinein oft mein größter Kick. Natürlich habe ich ihm dazu das Recht gegeben und wir reden immer wieder über den Rahmen, aber die Grundlage ist „er führt, ich folge“ und nicht „er führt und ich sag ihm wohin“.

Betteln oder „tease and denial“

Es begab sich bei meinem ersten Herrn, dass er verlangte, dass ich um seine Schläge bettele. Und Kira kniete da und dachte sich, warum soll ich darum betteln, du möchtest das doch ohnehin tun. Und die geneigte Leserschaft kann sich vorstellen, dass das nicht gut funktioniert hat. Er wollte, dass ich „besser“ bettele, vermutlich mit mehr Inbrunst und ich war mit der Zeit etwas frustriert, da ich seinen Erwartungen nicht so wirklich gerecht wurde. Denn tatsächlich war mein Wunsch wohl nicht groß genug um überzeugend zu sein. Er verzichtete dann irgendwann darauf, aber ich vermute er war nicht zufrieden.

Ich hab dann bei neuen Kontakten immer gesagt, dass ich nicht gut darin bin zu betteln. Und an sich ist das auch so. Meistens möchte ich Dinge nicht so unbedingt um diesen inneren Schalter umzulegen, viel zu peinlich oder unangenehm ist es mir um Dinge zu bitten oder zu betteln, da verzichte ich dann eher. Und gerade im sexuellen Kontext gibt es selten genug den Drang für mich, um tatsächlich zu betteln. Ich hab das immer eher als ein bei mir „defizitäres“ Thema gesehen, dass ich das eben nicht gut kann.

Das erste Mal hatte ich den Impuls dazu von mir aus beim Barkeeper, der einfach sehr gerne mit dem Orgasmus spielt und dazu sehr gerne diverse Toys einsetzte. Da hörte ich zum ersten Mal den Satz „Ich dachte du bettelst nicht gerne“, verbunden mit einem zufriedenen süffisanten Grinsen. Vielleicht war das Problem also gar nicht nur von mir ausgehend, vielleicht war mein Wunsch oder die Not nur bisher nie groß genug. Das „tease and denial“ nicht auf mich abgestimmt.

Dann kam ein Wochenende mit dem MmH und er wollte mich teasen, indem er mir den Sex verwehrt. Wir hatten uns aber auch 8 Wochen nicht gesehen und er selbst wollte natürlich auch irgendwie Sex, zumindest ein kleines bisschen. Außerdem ist es so, dass ich ja ohnehin schwer komme und daher so ein klein wenig Sex, mir als Benutzung schon einiges für den Kopf gibt. Da ich durchaus mehrere Tage mit ihm ohne Ogasmus verbringe, war also ein klein wenig Sex für mich nicht so schlecht.
Dazu kam ein problematisches Thema welches die Stimmung drückte und der Wunsch für uns mit Verbundenheit auseinanderzugehen dann den Rest des Themas kippte. Sein Plan war also insgesamt eher nicht erfolgreich. Im Nachgang zu diesem Treffen hab ich ihm dann in etwa erklärt, was in mir vorgegangen ist und wo meine Trigger liegen. Man könnte jetzt sagen schön blöd, aber mich kickt es ja auch, wenn etwas funktioniert.

So kam es dann, dass ich neulich am sehr frühen Morgen neben ihm lag und er mich in verschiedene Richtungen teaste. Er reizte meine Nippel und drang kurz in mich ein, ließ mich dann liegen. Als ich gefühlt gerade wieder eingedöst war, fing er wieder an, reizte mich bis ich nass war, weitete meinen Anus und drang leicht in mich ein, wartete dass ich entspannt genug war, dass er komplett eindringen konnte. Dann blieb er still liegen und fragte mich warum ich so komische Geräusche mache, während ich mich unter ihm bewegte und hoffte er würde weitermachen. Und ich sagte so gut beherrscht wie ich nur konnte, dass er bitte weiter machen soll. Und mit amüsierter Stimme flüsterte er mir fragend ins Ohr ob ich ihn gerade bitte, dass er mich weiter in den Arsch fickt. Und vermutlich klang meine Antwort sehr kläglich oder auch nicht, ich hab keine Ahnung. Auf jeden Fall flüsterte er mir noch ein sehr aufreizendes „Schlampe“ ins Ohr, hörte danach einfach auf und ließ mich liegen. Und jetzt machte ich mit Sicherheit sehr klägliche Töne, die ihn allerdings wenig kümmerten, während er sich zum arbeiten an seinen Computer setzte.

Was hab ich also daraus gelernt. Ich bettele tatsächlich nicht gerne, nur wer tut das schon. Aber ich tue es trotzdem, wenn ich etwas genug möchte. Ich finde es deshalb nicht weniger demütigend und was auch immer dann nicht zu bekommen, macht das Ganze nicht wirklich besser. Aber ich kann nicht um etwas betteln, was ich nicht wirklich unbedingt haben möchte. Wenn ich es dann doch machen soll, dann wird es eben eine Standardfloskel die keine Seite glücklich macht. Wer mich betteln hören möchte, muss mich etwas kennen und meine Trigger kennen, daran haperte es dann wohl auch bei meinem ersten Spielpartner. Ich bin wohl nicht devot genug (nicht ernst gemeint) um inbrünstig um etwas zu betteln, was ich gar nicht haben möchte. Auch wenn ich sehr höfflich darum bitten kann.

Aber ist das nicht eigentlich auch der Hintergrund vom Betteln? Etwas ganz unbedingt haben zu wollen? Warum sollte man um etwas Betteln was man eh bekommt oder was einem gerade nicht so wichtig ist? Gibt ja keinen Grund. Sollte es nochmal dazu kommen, werde ich also sagen, ich kann ganz hervorragend Betteln, wenn du mir einen guten Grund dazu gibst. Ist nämlich nicht immer nur auf der eigenen Seite das Problem, auch nicht als Sub.

Kira und der Schmerz

Ich hab nun schon oft über Schmerz geschrieben und ich hab vor über 2 Jahren über meinen Masochismus geschrieben. https://kuiwzss.wordpress.com/2018/12/04/masochismus/?preview=true Aber Dinge verändern sich und ich hab das Bedürfnis mal wieder für mich Bilanz zu ziehen. Wo komme ich her wo gehe ich hin…

Wo komme ich her? Besser gesagt wo war der Start für mich und meinen Masochismus? Der Start war schwierig. Ohne festen Partner waren die meisten Erlebnisse eher grenzwertig. Entweder war es nur der halbherzige Klaps auf den Hintern, der selbst mir kaum weh tat, oder es war gleiche so viel, dass mir die Tränen kamen, aber nicht auf die gute Art. Weil man mir zeigen wollte, dass ich loslassen muss und was möglich ist. Am Ende war ich erstmal der Meinung nicht masochistisch zu sein, weil es nicht mal im entferntesten Lust bei mir hervorrief.

Und ich konnte es ja bei anderen sehen, was es bedeutet Lust zu empfinden durch Schmerz. Das war ganz klar und sichtbar, nichts was nur im Rückblick im Kopf kickt. Aber mit der Zeit konnte ich auch Subs beim Spiel sehen, die Schmerz genau so durchstanden wie ich, und ich konnte die Innigkeit hinterher sehen. Einige dieser Momente und Paare haben sich bei mir tief in die Erinnerung eingegraben. Diese Verbindung zu sehen, direkt nachdem sie vor Schmerz geschriehen hat, das liebevolle Halten und die Hingabe in den Blicken. Nur dass mir die Verbindung fehlte, diese „Belohnung“ für den Schmerz. Erst mit der Zeit wurde mir klar, dass es keine Belohnung sondern Voraussetzung für diese Art des Masochismus ist.

Durch meinen ersten längeren Spielpartner bekam ich eine erste Ahnung was dahinter stecken könnte. Und er sagte den für mich wichtigen Satz: „Entweder du hast die Neigung zum Masochismus oder nicht. Wenn du sie nicht hast, dann würdest du mir einen Vogel zeigen, wenn ich dich schlage.“ Lustigerweise hat mir das für mich und meine Unsicherheiten unglaublich geholfen. Ich konnte für mich akzeptieren, dass ich irgendwie masochistisch bin. Nicht so stark wie andere aber doch irgendwie vorhanden.

Und mit der Zeit wurde mir immer klarer, es hängt bei mir sehr stark am D/s. Je intensiver ich das empfinde, desto besser kann ich Schmerz annehmen und umso mehr bringt er mir selber. Ich war mittlerweile an dem Punkt, wo ich loslassen konnte und mein Kopf durch Schmerz frei wurde. Tränen reinigten meinen Kopf und die Seele. Der Schmerz war meiner und von ihm zugefügt, es gab aber weiterhin keine emotionale Verbindung zwischen ihm, mir und dem Schmerz. Gelegentlich erhaschte ich einen Blick auf meine Lust vor einem Spanking und ich bekam eine Idee vom weiteren Weg für mich.

Dann kam der #MmH. Auch hier reinigte der Schmerz mein Inneres und ließ mich friedlicher zurück. Und mit der Zeit änderte sich meine Wahrnehmung. Er verstand es geschickt seine Lust an meinem Schmerz auf mich zu übertragen. Ich begann seine Freude an meinem Schmerz zu lieben, das Glitzern in seinen Augen, die spürbare Lust. Und je intensiver unser D/s wurde, je weniger groß mein eigener Einfluss, desto mehr erregte mich der Gedanke daran, dass er mir weh tut

Der Gedanke an Züchtigung hat mich schon immer erregt. Mittlerweile ist es aber keine Phantasie mehr, ich weiß sehr genau wie es sich anfühlt. Ich weiß wie sich der leichte ausschließlich erotische Schmerz auswirkt, kenne auch den Schmerz den ich aushalten und veratmen kann, der mich mit der Zeit zum Fliegen bringt, weil die Endorphine überhand nehmen und mein Kopf für nichts anderes mehr Platz hat. Und ich weiß wie sich der Schmerz anfühlt von dem ich eigentlich weg will, wo mein Körper sagt er will weg, bei dem mein Kopf den Körper nicht mehr unter Kontrolle hat. Und ich weiß wie sehr es mich kickt, wenn ich dann nicht wegkomme, wenn er mich festhält, fixiert unter Kontrolle hält. Wenn er über mich in allem bestimmt. Was früher eine Grenzverletzung war die mir nicht gut tat, ist jetzt eine Grenzverschiebung die einen Raum öffnet für ihn und mich. Jetzt bin ich die Sub die hinterher in den Armen ihres Herrn liegt und diesen seeligen entrückten Blick hat und die sich ihm so unglaublich nah fühlt.

Und mein Kopf schafft immer mehr die Verbindung von Schmerz und Lust. Vor kurzem stand ich in seiner Küche und besah mir die roten und blauen Flecken auf der Vorderseite meiner Oberschenkel. Vielleicht fuhr ich mir mit der Hand etwas darüber und machte ein angedeutetes Mimimi, weil er genau weiß, wo es mir mehr weh tut und welche Stellen mittlerweile etwas unempfindlicher sind. Und er hieß mich auf einen Stuhl zu setzen, deutete an wie es wäre, wenn er meine Hände und Füße an den Stuhl binden würde, um dann in dieser Position meine Oberschenkel und die Pussy zu spanken. Und diese paar Schläge, die er nur so nebenbei aber durchaus mit Kraft verabreichte, die waren für mich Lust pur.

Sein Spanking lässt mich nass werden, selbst wenn ich in dem Moment nur den Schmerz wahrnehme. Nicht nur das Kopfkino an mögliche Szenarien, sondern auch die Erinnerung an vergangene Züchtigungen, bringt mich zum Lächeln und ruft Erregung hervor. Aber immer im Bewusstsein es geht um seinen Schmerz, also den von ihm zugefügten. Je besser das D/s funktioniert, je tiefer es greift, desto mehr Lust bereitet mir Schmerz. Ich merke den Unterschied, wenn wir uns in der Vergangenheit mit Paaren zum Spielen getroffen haben. Der Schmerz ist ähnlich aber meine Reaktion eine andere. Auch hier gibt es Abstufungen je nach Vertrautheit.

Wo geht es also hin? Keine Ahnung. Brauche ich aber auch nicht. Es ist eine Reise und auf der sind wir gemeinsam. Vielleicht ist das wie ich es jetzt empfinde bereits mein Optimum, vielleicht ist noch ganz viel möglich. Ich bin da offen und neugierig. In den letzten 3 Jahren hat sich so viel verändert, ich wäre überrascht, wenn es das nicht auch in Zukunft tun würde.

Und vielleicht ist das mein Konsenz. Offen bleiben für Veränderungen, Erwartungen nicht zu hoch hängen und sich Zeit lassen. Personen und Empfindungen verändern sich. Nicht alles aus dem Kopfkino ist in der Realität gut und anderes wird noch viel besser.