D/s, Machtgefälle und der Kopf

Ich liebe es wenn er mit meinem Körper spielt. Aber noch mehr liebe ich es, wenn er mit meinem Kopf spielt.

Wir haben eine D/s Beziehung und wir haben, wenn wir uns und auch wenn wir uns nicht sehen ein permanentes Machtgefälle. Allerdings nicht so wie sich das vielleicht der ein oder andere vorstellt. Ich bin eine sehr selbstständige Frau und wir haben eine Fernbeziehung mit langen Pausen, das was wir haben muss alltagstauglich sein, sowohl wenn wir uns sehen als auch wenn wir uns nicht sehen. Es gibt ihm und mir nichts mich in Kleinigkeiten zu regulieren und es ist auch nicht machbar. Es gibt Situationen da würden mich viele Doms womöglich auch als wenig devot empfinden, gerade wenn ich kritisch hinterfrage. Aber in letzter Instanz hat er die Entscheidung und auch schon in erster Instanz mache ich was er sagt. Allerdings nicht immer ganz ohne Reaktion. Und meine Nicht-Begeisterung erhöhte seine Begeisterung.

Neulich hatten wir die Situation, dass wir mit einem weiteren „Dom“ zusammen Essen waren. Als der #MmH meinte er hätte noch Lust auf ein Eis er würde aber vermutlich nur noch ein halbes schaffen, da sagte ich „na dann nehme ich die andere Hälfte“. Der andere Dom versuchte etwas ins Machtgefälle reinzukommen und stellte in Frage, dass ich die andere Hälfte überhaupt bekomme. Ich hab meinen endgeisterten Blick hoffentlich etwas unterdrückt. Das sind so Kleinigkeiten, die er nicht bestimmen will. Wir haben kein absolutes TPE. Was natürlich nicht ausschließt, dass er mich vielleicht mal ärgern möchte und genau dies tut, aber nicht generell. Der Reiz liegt für uns nicht darin, dass er mich in Kleinigkeiten bestimmt, sondern dass ich, wenn er das möchte Dinge tue die mir schwer fallen. Ob ich jetzt Eis habe oder nicht, kratzt mich nicht besonders. Ich weiß es gibt Paare wo Dom alles bestimmt, wenn es langfristig funktioniert und es beiden etwas gibt, dann ist das perfekt.

Wir hatten uns sehr lange nicht gesehen, 10 Wochen seit dem letzten Treffen im D/s. Ich kam am Bahnhof an und hatte Sehnsucht nach unserer Verbindung und Nähe. Er spielte aber tatsächlich direkt die D/s Karte aus und fuhr mit mir ins Pornokino. Einige werden jetzt müde gähnen, ich weiß dass es viele gibt die das lieben. Mich hingegen bekommt man da eigentlich nicht freiwillig rein. Es fängt an beim Klientel, es war diesmal ein Pornokino an einem Autohof. Ich hab nichts gegen LKW Fahrer, aber sie gehören im allgemeinen nicht zu meinem Beuteschema. Drinnen umziehen in irgendwas sehr leichtes und dünnes und dann streift er mit mir durch die Räume um Schwänze zu finden die ich blasen darf. Dabei begutachten mich die Männer, fangen an uns hinterherzulaufen bis er sich entschieden hat wer heute darf. Ich kenne das und ich würde nicht behaupten, dass ich da ein großer Fan von bin. Und an meinem Unbehagen erfreut er sich über alle Maßen. Und mein Gesicht und meine Augen waren mit Sicherheit nicht begeistert als wir auf dem Parkplatz hielten, insgeheim hoffe ich ja immer noch, dass er mich nur herausfordern will und es nicht Ernst meint. Aber das sind die Situationen da diskutiere ich nicht, seine Entscheidung, sein Wunsch und daher meine Aufgabe. Und er weiß auch ganz genau, dass es mir nichts bringt, ich mache das, weil er das möchte und diese Situation im Machtgefälle ist das einzige was meinen Kopf dann kickt.

Jetzt stellt sich bestimmt für einige die Frage warum ich das dann überhaupt mitmache oder ist das womöglich ein unfreiwilliger Zwang? Ich mache Dinge gegen meinen Willen… Aber hey, wir reden hier von einer freiwilligen D/s Beziehung, bereits bevor ich die ernsthaft eingegangen bin, wusste ich was er mag und wozu er fähig ist, welche Dinge und Szenarien er umsetzt, wenn er Lust darauf hat. Und mich kickt eben genau das. Mich zu überwinden zu Dingen die außerhalb meiner Komfortzone sind, weil er es möchte und dabei auf mich aufpasst. Wenn seine Augen aufleuchten, weil ich mich mitten in einem Pornokino breitbeinig vor ihn setze auf ein Podest, so dass ich für alle die schauen entblößt bin. Während ich innerlich schwanke zwischen hysterischem Lachen, Scham und dem Gedanken daran wie unglaublich groß der Unterschied zu meinem sonstigen Leben ist. Das sind Momente in denen bin ich 100% im Jetzt und lebendig.

Unser D/s fordert mich auf der einen Seite heraus, gibt mir Impulse und lässt mich stärker werden. Es hilft mir meine Stärken und meine innere Kraft zu erkennen. Bei einer Spanking Session da kämpfe ich und durchlebe den Schmerz immer Schritt für Schritt. Und auf der anderen Seite gibt es mir Ruhe und Frieden, ein Partner der im gewissen Rahmen auf mich aufpasst, Aufgaben und Rituale die mich halten und das Ausleben meiner submissiven Neigung die einen Widerklang bei ihm findet.

Es ist nicht perfekt, keine Beziehung die ich kenne ist perfekt. Wir haben unsere Probleme und Herausforderungen, ich vermutlich mehr als er. Aber insgesamt gesehen ist es genau das was ich brauche und das ist schon sehr nahe an perfekt. Und um den Bogen zu schlagen zum Anfang. Auf Entfernung reicht manchmal ein Satz und schon bin ich mitten drin im Gefühl, kann spüren was er nur schreibt. Aber nicht auf die Art wie es Kopfkino ist, welches man nicht kennt, sondern auf die unmittelbare Art, weil ich weiß wie es sich anfühlt. Und das ist wirklich ganz unglaublich beeindruckend immer wieder.

Da ich selber nun nur noch von meinen Abonnenten gelesen werde, darf das, wer es mag, gerne auf Twitter teilen. Danke und Kuss, Kira

Über Hürden und Unsicherheiten

Ich war am Wochenende auf einer Playparty und ich habe Menschen getroffen die mir in den letzten Jahren ans Herz gewachsen sind. Unter anderem wurde mir dort auch gesagt, dass mein Blog empfohlen wird an Personen die selber noch nicht so recht wissen, ob BDSM ein Teil ihrer Sexualität ist. Mich hat das sehr gefreut und der Abend hat insgesamt einen Anstoß gegeben etwas über das Wochenende zu schreiben.

Es war ein für mich anfangs schwieriger Tag. Dazu muss ich etwas erklären und bin ganz ehrlich. Wir haben eine offene polyamore Fernbeziehung und da läuft manchmal etwas ganz schön schief. Wir hatten uns für ein paar Tage gesehen vor 2 Wochen, sonntags fuhr ich recht entspannt nach Hause, wusste ich doch wir sehen uns in 2 Wochen wieder. Ich wusste auch, dass er nächstes Wochenende ein anderes Date mit BDSM haben würde. Das machte mir nicht so viele Gedanken, hatte ich doch Nähe getankt und Freitagnachmittag bis Sonntagmittag habe ich ja ohnehin immer viel Familie. Am Mittwoch rutschte ich ziemlich in den Drop und dann erfuhr ich, dass das Wochenenddate von Donnerstagmittag bis Montagmittag dauern würde und eben nicht nur das Wochenende. Vielleicht erscheint das für den ein oder anderen nicht so relevant, ich mitten im Drop wusste, dass ich da so nicht würde mit umgehen können. Aber die Entscheidung dazu lag nicht bei mir. Dass ich so wenig Zeit haben würde um mich darauf einzustellen, dieses Versäumnis lag auf seiner Seite. Ich kann gut damit umgehen, wenn er Sexdates hat. Reine Spankingdates sind ebenfalls nicht das große Problem. Aber Dates die beides verbinden haben eine andere Intensität in meinem Kopf. Dann ohne Vorwarnung über 4 Nächte, war für mich einfach zu viel.

Am Donnerstagabend fuhr ich dann auch emotional komplett gegen die Wand und er schaffte es nicht mich da aufzufangen, hatte natürlich auch den Kopf nicht dafür, war ja bei seinem Date. In den Tagen darauf auf Twitter ein Bild mit Spuren zu sehen, die mir zeigten was er machte, während ich kämpfte, gab mir tatsächlich den Rest. Von Montag an schlossen sich bei ihm Tage mit extrem viel Arbeit an, in solchen Zeiten gibt es wenig Kontakt. Es verfestigte sich das Gefühl, dass ich gerade keinen Raum bei ihm habe. Auch wenn ich rational wusste, dass das nicht stimmt.
Kurz gesagt, ich war unsicher, noch immer nicht wieder auf der Höhe, etwas verletzt und mir fehlte unser gemeinsamer Halt.

Als er Samstag zu mir kam, war zwar sofort die Vertrautheit da, aber die Woche hatte Spuren hinterlassen. Das übers Knie legen zur Begrüßung, welches wir für uns eingeführt haben, weil es mir hilft bei ihm anzukommen, brachen wir ab. Ich war empfindlich und konnte es nicht ertragen. Er befand, es braucht jetzt Liebe statt Hiebe. Und das half um zumindest einen Teil in mir wieder zur Ruhe kommen zu lassen.
Abends waren wir auf einer Playparty angemeldet und vorher bereits mit einigen Paaren zum Essen verabredet. Das war wirklich schön, stimmig und ein perfekter Einstieg. Gut eingestimmt und mit gehobener Laune fielen wir in der kleinen Location ein. Ich hatte den Zeremonienmeister und Scotty lange nicht gesehen, geschweige denn Spielen gesehen. Ich genoss das in vollen Zügen. Wir kramten alte Geschichten von gemeinsamen Erlebnissen raus und ich begriff wiedermal wieviel Glück ich gehabt habe auf meinem Weg an wirklich tolle und interessante Menschen und verantwortungsvolle Sadisten zu geraten. Scotty glücklich mit Partnerin zu sehen, machte mich auch unglaublich froh. Und ihm beim Spielen zuzusehen, ist ohnehin immer wieder ein Highlight für mich. Die Begeisterung und Leidenschaft die darin liegt, die berührt mich soviel mehr als ich es beschreiben kann.

Dann wollte mich der #MmH wieder übers Knie legen und wieder hatte ich dasselbe Problem wie ein paar Stunden vorher. Ich machte mir tatsächlich Gedanken, ob etwas kaputt gegangen ist zwischen uns. Ich bemerkte erstmal nur laut, dass ich wohl sehr empfindlich sei heute. Ich sehnte mich aber auch nach dieser Intensität. Also bat ich ihn, dass wir das in den Spielraum verlegen, wo nicht alle meine ganz weit oben schon wartenden Tränen sehen würden. Ich habe kein Problem mit Tränen beim Spanking, aber die anstehenden Tränen würden nicht aufgrund des Schmerzes kommen, sondern aufgrund der emotionalen Überforderung die ich irgendwie noch hatte.

Also begaben wir uns in das Spielzimmer, es waren noch 2 Paare mit uns dort. Es war kein Bock frei aber eine Art Liege auf die ich mich mit dem Oberkörper legen konnte. Dann begann er mit den Händen zu schlagen und es war ganz anders als befürchtet. Er fing etwas langsamer an, gab mir Zeit und ich konnte komplett abschalten. Die Tränen die ich so gefürchtet hatte blieben aus, zumindest die der Überforderung. Seine Hände und das Schlagseil, später noch ein paar geliehene Werkzeuge von Scotty, er hörte irgendwann auf, nicht weil ich nicht mehr konnte, sondern weil er Sorge hatte mich kaputt zu machen. Was vollkommen unbegründet war, Spuren hab ich so gut wie keine behalten, leider. Ich glaube ich brauchte diesen festen Bezugspunkt der Liege, beim übers Knie legen habe ich keinen Halt und ohne inneren und äußeren Halt war es wohl einfach zu viel. Tatsache ist, hätte es auch da nicht funktioniert, dann wäre es bei einigen wenigen Schlägen geblieben, egal ob Playparty oder seltene Gelegenheit oder Machtgefälle. Es kann zuviel kaputt gehen, wenn man Dinge durchzieht, nur weil man meint man müsse das. Und damit meine ich tatsächlich weniger körperlich als seelisch.

Er hatte an diesem Abend noch den ein oder anderen Hintern unter seinen Händen. Ich hatte schöne und anregende Gespräche. Es gab eine Situation wo er mir hinterherkam um sicherzugehen, dass es mir gut geht, er achtete auf mich. Ich war für den Moment wieder heil. Dennoch muss ich an meinem Selbstschutz arbeiten, diese Dinge gehen bei mir tief und die Diskrepanz in den Bedürfnissen und Empfindungen bei uns Beiden ist immer wieder eine große Herausforderung für mich.

An dem Abend diskutierten wir noch lachend über die im JoyClub so übliche Einordnung in „sadistisch“ und „eher sadistisch“. Der Zeremonienmeister, selber ein Sadist vor dem Herrn, meinte er hätte da „eher sadistisch“ stehen, weil er sich nie anmaßen würde sich gleich einzuordnen wie Scotty. Und eigentlich ist es bei mir ja das Gleiche. Ich hab „eher masochistisch“ stehen, weil ich im Vergleich zu manchen anderen wirklich nicht so besonders maso bin, meiner Meinung nach. Offensichtlich haben aber andere einen anderen Blick auf mich. Und vielleicht werde ich das tatsächlich mal ändern, selbst wenn es eigentlich wirklich total egal ist. Und mit ändern meine ich nicht auf irgendeinem Profil, sondern in meinem Kopf. Mein Kopf der mir immer noch sagt, dass ich zwar das Bedürfnis danach habe masochistisch zu sein aber in Wirklichkeit gar keinen Schmerz ertrage.

Schmerz als Strafe oder nicht – Gedanken

Ich hab noch nie mit einem Mann länger gespielt, der mit Schmerz straft. Insgesamt ist Strafe etwas, das für mich einiges an Vertrauen und Tiefe braucht. Obwohl ich mich ursprünglich nie als besonders masochistisch angesehen habe, waren die meisten meiner Spielpartner einfach Sadisten die Spaß am Schmerz hatten und keinen anderen Grund brauchten.

Dennoch ist das Thema Strafe natürlich immer mal aufgekommen.
Ich erinnere mich an den Musiker, ich hatte meine Highheels vergessen und sollte mir selber überlegen, was eine angemessene Strafe ist. Natürlich hab ich mir etwas einfallen lassen und das Ganze war für ihn eine amüsante Sache. Dennoch ist und war für mich das „Spiel“ mit der Strafe schwierig. Denn als allererstes möchte ich für meinen Partner alles richtig machen. Ich gehöre z.B. zu den Frauen die gerne vorher Vorlieben bei der Kleidung nachfragen und sich dann bemühen das umzusetzen, ich bin da rein submissiv und möchte meinem Partner seine Wünsche erfüllen.

Wenn ich etwas offensichtlich „falsch“ mache, eine Regel missachte oder Aufgabe vergesse und eine „Strafe“ bekomme, dann bricht in mir erstmal eine kleine Welt zusammen. Ich bin tatsächlich extrem betroffen und fühle mich nicht gut damit, einfach weil das meine Art ist. (Ich habe eine Ahnung wo das herkommt aber das ist nicht relevant dafür). Das hat neben dem Gefühl des Versagens noch das Gefühl des kleinen Kindes, schon diese Tatsache an sich ist für mich eine enorme Demütigung. Und ich denke es ist nicht falsch zu sagen, dass Schmerz als Strafe für mich eine Demütigung ist. Und diese Demütigung trifft mich viel tiefer und heftiger als der Schmerz, selbst wenn der für den Moment gefühlt stärker ist. Wenn mein BDSM auf Dauer auf diesem Strafe-Schmerz Kontext ausgerichtet wäre, dann könnte ich Schmerz für mich nicht als etwas Positives und Befreiendes annehmen und er würde für mich keine Intimität bedeuten. Schmerz und Strafe wären eine Demütigung.


Nun habe ich, durch Zufall vermutlich, immer andere Partner gehabt. Diese haben den Schmerz als Zweck an sich gesehen. Ich konnte den Schmerz ohne negatives zusätzliches Gefühl kennen lernen. Es war immer freiwillig, es war oft ein Kampf mit mir selber, Überwindung und Grenzerfahrung. Und gerade in den letzten 2.5 Jahren war es dann auch immer ein runterkommen in Armen die mich hielten und beschützten.
Ich hab an anderer Stelle geschrieben, dass wir Strafen haben, warum wir sie haben und die Strafen treffen mich sehr. Aber sie sind völlig unabhängig vom Schmerz, sie erreichen ihren Zweck auf ganz andere Art und Weise. Die ein oder andere hat er mir auch schon erlassen, weil bereits das Wissen um mein „Versäumnis“ bei mir so viel auslöst, dass es schon an eine Strafe herankommt. Auch hier werde ich hinterher aufgefangen und gehalten, dennoch sind solche Strafen für mich verbunden mit einer Demütigung und daher nicht positiv.


Wenn Strafen einen rein Spielerischen Kontext hätten, es also klar wäre, dass es nur darum geht, dass Schläge gesammelt werden, ohne dass ich wirklich etwas falsch gemacht habe, dann wäre es für mich ohne negative Kopplung möglich. Nur ganz ehrlich, warum dann erst das drum rum? Warum dann nicht gleich ohne den Umweg der Strafe?
Ich möchte kein BDSM welches mich demütigt (außer im sexuellen Kontext), ich möchte eines welches mich stärkt und ausgleicht. Ich fordere meinen Partner durchaus verbal heraus, damit muss er umgehen können, auch im Wissen, dass er mit mir machen kann was er möchte, im Rahmen unserer Absprachen. Wenn es also direkt einen Rückläufer gibt und er es mir lächelnd heimzahlt, dann ist das für mich keine Strafe sondern nur eine Konsequenz aus meinem Verhalten. Eine Konsequenz ist etwas was mich persönlich nicht demütigt, auch wenn ich sie vielleicht das ein oder andere Mal nicht so abgesehen habe.
Er hat sich bewusst für mich als Sub entschieden, mit allen meinen Eigenarten und hat Regeln festgelegt. Solange ich diese nicht missachte, braucht es keine Strafe sondern vielleicht nur etwas Erinnerung an das Machtgefälle gelegentlich.


Ich weiß, dass einige den Strafe Kontext brauchen um Schmerz akzeptieren zu können, oftmals wohl auch, wenn eben weniger Sadismus oder Masochismus vorhanden ist. Und wer damit gut umgehen kann, für den ist es dann wohl auch das Richtige. Ich kann es nur nicht ohne mich damit selbst klein zu machen anstatt zu wachsen.

D/s auf Entfernung

Ich lese immer mal wieder, dass es einigen zu wenig wäre sich nur alle paar Wochen zu sehen, gerade in einer D/s Beziehung. Und ja mir ist es auch zu wenig, aber die Gegebenheiten sind nun mal wie sie sind, da kann ich nichts dran ändern. Auch wenn es eine bewusste Entscheidung dafür ist, trifft man den passenden Partner eben leider nicht immer in der Nähe. Oder es entwickelt sich aus einer lockeren Spielpartnerschaft etwas unglaublich Schönes, weil es einfach zwischen zwei Menschen passt. Nun gibt es also plötzlich diese Verbindung, Vertrauen auf beiden Seiten und dann die Entfernung. In unserem Fall eben auch die Poly Situation und sein Asperger. Es gibt so unglaublich viele Herausforderungen.

Das meiste ist zu erschlagen mit Kommunikation, sehr viel Kommunikation. Eine D/s Verbindung ist, wenn sie nicht nur für den Zeitraum einer Session besteht, etwas das unglaublich viel Verantwortung und Zeit auf beiden Seiten bedeutet. Man kann dann nicht Alltag und BDSM komplett trennen. Es entsteht eine Partnerschaft in der die eine Seite sich sehr stark öffnet, nur auf Wunsch des Doms Dinge tut und Regeln einhält. Sich Regeln unterwirft die vielleicht aus objektiver Sicht nicht ganz nachvollziehbar sind. Und auch der Dom öffnet sich auf seine Weise. Man lernt den Anderen auf eine sehr intensive Art und Weise kennen. Für mich war es anfangs fast erschreckend, wie leicht mir das fiel, wie natürlich sich das anfühlte mich zu öffnen. Und wie unglaublich leicht man den Bezug dazu verliert was ist noch „gesund“ und wo gebe ich womöglich zu schnell zu viel Vertrauen. Sich einerseits gesund hinterfragen und andererseits vertrauensvoll loslassen, ist ein kniffeliger Spagat.

Außerdem lebt man in diesem On/Off Zustand, entweder 100% Nähe, D/s, Erlebniss oder nur Kontakt über die Ferne. Was in einer normalen Beziehung schon wahnsinnig anstrengend ist, ist in einer D/s Beziehung manchmal eine Zerreißprobe. Der Drop nach einem Wochenende ist wirklich heftig und frisst manchmal fast die positive Energie des Treffens auf. Es hilft mir, dass wir Dinge des Alltags teilen. Wenn wir uns sehen, ist das D/s, so wie auch sonst, immer präsent, aber es gibt eben auch Alltagsdinge. Wir helfen uns und übernehmen eine Verantwortung für den Anderen auch im normalen Alltag. Nicht viel, aber es trägt diese Dinge zu haben. Eine D/s Beziehung kann und darf meiner Meinung nach nicht nur auf den BDSM Teil beschränkt bleiben. Damit meine ich nicht, dass der D/s Einfluss zwingend auf den Alltag ausgedehnt werden soll, sondern dass man dadurch den Rahmen erweitert in dem man sich Auffangen kann, eine Basis schafft, die das Vertrauen auch wirklich trägt. Ich könnte mich nicht so einlassen, wie ich es tue, wenn ich immer in Frage stellen müsste, ob er Dinge meines Alltags bedenkt. Ob er im Blick hat, dass gewissen Dinge gehen und andere nicht, dass ich in einigen Situationen anders handeln muss, dass er auch hier auf mich und meine Bedürfnisse achtet. Und andersrum kann ich dadurch besser einschätzen, wann er den Kopf nicht frei hat für das D/s, kann etwas auf ihn achten, kann die Sub zurücknehmen und die Partnerin mehr in den Vordergrund stellen.

Der Reiz mich als Sub vollkommen in diese mentale Abhängigkeit zu begeben, ist nicht zu unterschätzen. Ich möchte „Seins“ sein, ich möchte, dass er über mich bestimmt, mit meinem Kopf spielt und mich hält. Aber ich habe eben auch noch ein restliches Leben, dafür trage ich die Verantwortung und da muss ich ebenfalls 100% da sein, in meinem Job, als Mutter, als Ehefrau, als Tochter, als Freundin, diese Aufgaben sind meine Verantwortung und auch die Tatsache seine Sub zu sein, hebt diese Aufgaben und Rollen nicht auf. Ich habe aber durch ihn eine weitere Person die mir da hilft, sei es manchmal einfach durch mentale Unterstützung, Rat oder tatsächlich durch aktive Hilfe. Auch hier natürlich im Rahmen des auf Entfernung machbaren. Aber dadurch kennt er fast alle meine Seiten (zumindest sehr viele) und kann seiner Verantwortung als Dom besser nachkommen und kennt die positiven und negativen Trigger. Wenn man sich oft sieht, ist das leichter, man ist näher dran, man kann einfach mal durch ein Treffen Dinge abfangen, durch körperliche Nähe eine Verbindung schaffen, oder im Alltag etwas abnehmen.

Manchmal finde ich unsere tägliche Kommunikation hat etwas wenig D/s Anteile, auf der anderen Seite hält uns das in Waage. Bei langer Pause geht meine innere Sub sehr auf Tauchstation, dann hadere ich sehr. Wenn er in der Zeit Dates mit BDSM Anteil hat, kämpfe ich sehr. Es ist nicht die klassische Eifersucht, sondern die Sehnsucht nach dem was fehlt. Da kann ich dann nicht rational sein und mich freuen, dass er zumindest sein Bedürfnis decken kann. Das ist einer der Nachteile, ich kann mich BDSM technisch nicht mehr wirklich auf andere einlassen, weil ich dafür immer etwas Machtgefälle brauche und ich in ihm da einfach den für mich perfekten Partner habe. Aber wir reden und zumindest meine Verlustangst, die ich aufgrund anderer Erlebnisse vor ihm stark hatte, ist deutlich weniger geworden. In diesen langen Pausen übernimmt dann eben die „normale“ Bindung von uns etwas mehr. Die tägliche Aufgabe lässt das D/s aber nie ganz untergehen, wir sind immer Dom und Sub. Und ich bin nicht sicher, ob es wirklich so gut funktionieren würde, wenn wir bei langer Pause immer das D/s gleich hochalten würden. Ich liebe dieses Kribbeln in bestimmten Bereichen meines Kopfes, wenn er auch auf Entfernung das D/s triggert, ich finde es faszinierend und es macht mich glücklich. Aber es braucht eben auch Realität, sonst wird es irgendwann frustrierend.

Manchmal denke ich, dass wir mehr intensive Erfahrungen gemacht haben als wir noch „nur“ Spielpartner waren. Als unsere Zeit fast ausschließlich mit verschiedenen Spielarten gefüllt war. Aber das ist ein Trugschluss, denn zum einen hatten wir anfangs deutlich weniger Zeit am Stück, mussten diese also gut nutzen und zum anderen ist anfangs immer alles zum ersten Mal und deshalb neu und aufregend. Es war neu und aufregend aber deshalb nicht unbedingt intensiver und tief gehender. Es braucht eine Entwicklung, weil man auf diesem Stand des aufregenden Neuen nun mal nicht ewig bleiben kann.

Ich weiß nicht wie oft ich ihm geschrieben habe, was bestimmte Dinge in mir auslösen und was positiv ist und was eher negativ. Wo ich mehr Aufmerksamkeit brauche, wo einen anderen Umgang mit Dingen oder Situationen. Besser wäre es das im Gespräch zu tun, aber nicht immer möchte ich die wenige Zeit die wir haben, damit füllen. Aber wir haben unseren Weg damit gefunden und ich glaube es ist trotz der ganzen Herausforderungen ein guter und erfolgreicher Weg der uns beiden gut tut.

Switcher

Die BDSM Community ist voll der Diskussion um Switcher. Einige können das nicht als richtiges BDSM anerkennen und diese Grabenkämpfe machen es nicht leichter BDSM nach außen positiv zu präsentieren. Im Prinzip ist das für mich nicht relevant, denn ich switche nicht, allerdings spiele ich im Allgemeinen auch nicht mit Switchern. Das liegt aber nicht daran, dass ich ein Problem mit der Thematik habe.

Ich habe gute Freunde die switchen und ich finde das unglaublich spannend, ich beobachte gerne deren Interaktion. Und ich habe auch schon Switcher gedatet, dabei aber bis auf eine einzige Ausnahme festgestellt, dass es nicht so gut funktioniert für mich. Ganz oft waren es Männer, die meiner Empfindung nach, eigentlich mehr der devoten Seite zugeneigt waren. Schon nach kurzer Zeit, hatte ich den Eindruck und manchmal auch die Aussage, dass ich sie vor mir knien lassen könnte. Und damit war es dann vorbei. Ich bin eine gefestigte und durchaus starke Persönlichkeit, aber ich bin devot, da ist kein Anteil Switcher in mir. Ich reibe mich gerne, behaupte meine Position, ich provoziere, aber ich brauche die Gewissheit, dass mein Gegenüber am Ende die Oberhand hat. Und dabei kann ich durchaus meinen kleinen „Kampf“ gewinnen, kann Recht haben und ihm das auch Auge in Auge grinsend sagen, mein Partner muss damit umgehen können, muss die innere Überzeugung haben, dass ich ihm damit keine Dominanz „raube“ und mich danach auf die Knie bringen, weil das meine Position ist. Unsicherheiten spüre ich, wenn das was kommt nicht authentisch ist, dann merke ich das und fühle mich nicht mehr sicher im Machgtefälle. Ich will mich behaupten aber ich will nicht „gewinnen“. Doms die das für kein adäquates Verhalten für eine Sub halten, mit denen werde ich auch nicht zusammen finden.

Das macht es nicht leicht Partner zu finden, denn dazu kommen ja noch alle anderen Ansprüche die man so hat.
Einmal hat es gut funktioniert, da war aber klar, er switcht nicht mit der gleichen Partnerin und dadurch, dass er deutlich mehr Erfahrung hatte, war da keine Unsicherheit. Unsere Treffen waren sehr reduziert auf die Benutzungsthematik mit leichter Demütigung, mit diesen klaren Grenzen war es ganz passend. Zumal er eben die anderen Ansprüche absolut erfüllte. Aber für dieses eine positive Beispiel habe ich diverse Beispiele die einfach nicht funktioniert haben und der Switcher Part war immer der ausschlaggebende Anteil.

Das ist aber eben nur meine Befindlichkeit und nimmt denen die switchen nichts von ihrer Berechtigung im BDSM. Switcher nicht zu akzeptieren ist für mich eine Form der Unsicherheit und die liegt ganz oft eher in einem selber, weil man sich in seiner Position angegriffen fühlt. Aber das ist nur meine Meinung.

Dinge die ich mag, weil ich sie nicht mag.

Ich mag Dinge die mir eigentlich nicht gefallen. Ein eigenartiger Satz. Im BDSM dann vielleicht doch nicht so. Immer wieder denke ich an meine Anfänge als Bottom zurück, bewusst schreibe ich nicht Sub, denn das war ich da noch nicht. Sagen wir als devote und sich im Masochismus findende Frau. Vor dem ersten realen Erlebnis standen Jahre bzw. Jahrzehnte der Phantasie und der Geschichten und Bücher. Manche phantasievoll eher unrealistisch und manche erschreckend auf den Punkt und verstörend. Im Kopf bleibt eine Sehnsucht mit einem eigenartigen Mix aus Bedürfnis und Kopfkino. Dann die ersten Schritte, kaum mehr als etwas harter Sex und Männer die sich nehmen was sie wollen, harmlos im Rückblick. Eine Mischung aus Scham und Irritation in mir, ich lasse das mit mir machen und bin mir nicht mal sicher ob es mir Lust bereitet. Aber die Erinnerung an diese Momente, macht mich genau so nass wie vorher die Bücher.

Ich habe keine masochistischen Freundinnen, ich lese in Foren, ich suche danach das zu verstehen was in mir passiert. Auf einem Event darf ich einer Frau zusehen die von 2 Männern geschlagen wird und am Andreaskreuz stehend squirtet. Ich frage sie hinterher etwas aus, für sie ist der Schmerz Lust. Ich bin mir danach sehr sicher ich bin nicht masochistisch. Trotzdem lasse ich mich freiwillig schlagen, ich suche die Konfrontation mit dem Schmerz. Und ich finde meinen eigenen Zugang. Ich empfinde bewusst immer noch keine Lust durch eine Züchtigung, im Rückblick sagt mein Körper etwas anderes.

Ich mag es an meine Grenzen zu gehen und meine Grenzen liegen nicht da wo mir etwas gefällt. Es ist ein Spiel mit Vertrauen und sehr viel Kommunikation. Manchmal wenn er mich fickt, dann hält er mir Mund und Nase zu, Atemkontrolle, nicht nur die feste Hand am Hals die wir so lieben. Erst bin ich ganz ruhig aber schnell wird die Luft knapp und ich versuche zu atmen. Manchmal kann ich durch Drehen des Kopfes etwas Luft erhaschen, wenn seine Finger nicht optimal liegen. Er greift nach, hält mich unter Kontrolle, benutzt mich in der Zeit, zeigt mir dass mein Körper und was er damit macht, ganz allein ihm gehört. Ich kämpfe bis er mir wieder Luft gewährt. In der Zeit davor reagiert mein Körper auf Dinge die ich eigentlich nicht mag, denn ich liebe es zu atmen. Trotzdem werden meine Nippel steif und verändern leicht die Farbe, ich werde nass, mein Körper sagt etwas anderes als mein Kopf.

Ein gefährliches Spiel, wenn der andere nicht weiß was er tut. Und keines bei dem man direkt einsteigt. Es war keine kommunizierte Grenze bei mir, daher hat er es irgendwann angefangen. Und ich habe ihm hinterher gesagt, was es mit mir gemacht hat, so wie ich das irgendwie immer tue, deshalb macht er weiter. Es wird mit jedem Mal etwas intensiver, auch weil ich es anders wahrnehme. Es gefällt mir immer noch nicht, ich mag meine Atemluft, ich kämpfe um sie. Aber die Erinnerung daran zeigt mir so unglaublich deutlich, wie sehr ich es mag. Ich könnte mich in das Gefühl fallen lassen und es wäre reine ehrliche Lust, ausgelöst durch den Mann der Dinge mit mir tut, die ich eigentlich nicht mag.

Und so geht es mir mit vielen Dingen im BDSM. In der Phantasie vorher sind sie ohnehin komplett anders, nichts war auch nur ähnlich. Ich kämpfe mich durch, bemerke die Lust kaum die es in mir auslöst, weil ich zu sehr im Moment und der Empfindung bin. Werde mir dessen erst klar, wenn er spöttisch meine Körperaktionen kommentiert. Und die Erinnerung zeigt es ohne Ablenkung sehr deutlich. Jeder Schmerz, jeder erkämpfte Atemzug, jede vergossene Träne, jede Demütigung lassen meinen Körper die Lust nochmal erleben. Ich mag Dinge die mir eigentlich nicht gefallen und ich mag den Mann der sie mir antut und daraus seine Lust zieht.

Und das wäre meine wichtigste Mitteilung an mich vor 5 Jahren. Setz deine Phantasien um, sei nicht enttäuscht, wenn das was du erlebst anders ist als gedacht, es ist real und wird dir eine Tiefe zeigen, eine Lust schenken und eine Kraft geben die du nicht erwartet hättest. Aber auf andere Weise als du denkst so müsste es sein. Vergleich dich nicht mit anderen, jeder Masochismus ist anders und jeder erlebt Lust anders. Deine Art der Lust ist genau so gut wie die der anderen. Ein Orgasmus ist kein Maß für Lust, auch ohne kannst du deine Erfüllung finden. Sich selbst herauszufordern immer wieder, ohne Sorge in jede Session zu gehen, weil nur der Moment zählt. Es gibt so viel zu entdecken.

Edit: Und es ist alles irgendwie schmutziger, weniger romantisch, aber auch ehrlicher und realer als gedacht

Submissivität und Stärke, erforderlich oder Widerspruch?

Weil bei mir beruflich eine Änderung ansteht, kam mir ein schönes Klischee in den Sinn. Ganz oft werden ja die Kunden von Dominas dargestellt als starke und/oder vermeintlich dominante Führungskräfte in hohen Positionen, die ein Ventil suchen um Verantwortung abzugeben und sich im sicheren Umfeld demütigen zu lassen. Ich will das gar nicht näher beleuchten, ich bin schlicht kein Mann, hab keinen Einblick und der Blog handelt nur von meinen Erfahrungen. Dennoch ist die Frage ob jemand als stark angesehen wird ja auch bei Frauen ein Thema.

Wenn ich angeschrieben werde, dann schwankt es meist in den Wünschen, die einen suchen die starke Frau die sich nur ihnen unterwirft und die anderen suchen eigentlich vor allem jemanden der ihnen nicht widerspricht und alles mitmacht. Aber das ist die Sicht der Doms auf mich, wie ist denn meine Sicht auf mich?

Kurz gesagt, ich bin ein extrem harmoniebedürftiger und friedliebender Mensch, ich bin tatsächlich nicht mal in den Ansätzen dominant, ich nehme mich gerne zurück, mir ist Konsens wichtig und ich halte meine Meinung nicht für der Weisheit letzter Schluss. Ich wurde außerdem von Eltern erzogen die sehr auf Höflichkeit und Benehmen wertgelegt haben. Wenn man mich im privaten Umfeld kennen lernt, dann wirke ich höflich und zurückhaltend. Nun addieren wir also noch meine sexuelle Neigung der Submissivität, damit wirke ich nicht auf den ersten Blick als starke unabhängige Persönlichkeit.

Aber bin ich stark oder bin ich das nicht? Dominant bin ich schon mal nicht, auch wenn es Männer gibt die das von mir behaupten (würden). Ich denke allerdings, dass diese dominant und selbstbewusst verwechseln. Es hat tatsächlich viele Jahre gebraucht bis ich verstanden habe, dass alle meine zurückhaltenden Eigenschaften der Stärke und dem Selbstbewusstsein nicht entgegen stehen. Ich bin Ingenieurin und das seit 20 Jahren in einem Berufszweig der doch überwiegend von Männern besetzt ist. Ich hab mich da aufgrund einer gewissen Empathie einerseits und einem dicken Fell andererseits recht gut eingearbeitet. Man kann mir keinen Witz erzählen der mich rot werden lässt und im Ernstfall kann ich ganz entspannt noch einen drauf setzen und zwar ohne das Gefühl zu haben, mich beweisen zu müssen. Nach den langen Jahren habe ich ein großes Fachwissen erlangt. Ich war weltweit unterwegs und habe dadurch einen Schatz an Erfahrung, der mir zwar nicht als so besonders vorkommt, aber schlussendlich doch zu merken ist in bestimmten Situationen. Ich wurde vor 2 Jahren angesprochen ob ich die Firma wechseln möchte und habe das auch tatsächlich getan. Hier habe ich nun die Chance Produktionsbereichsleiterin zu werden, Chefin von über 30 Mitarbeitern, Führung und Verantwortung.

Und ich stehe nun etwas perplex da und frage mich tatsächlich wie das mit meiner submissiven Persönlichkeit zusammenpasst.
In den letzten 10 Jahren im Beruf und den letzten 4-5 Jahren die ich aktiv meine Neigung auslebe, hat sich bei mir unglaublich viel geändert in der Wahrnehmung anderer und auch in der Selbstwahrnehmung.
Chefs müssen nicht dominant und laut sein, um gut führen zu können, für ein produktives Klima ist das nicht mal besonders hilfreich.
Nur weil ich ruhig bin und nicht jedem meine Meinung aufdrücke, bedeutet das nicht, dass mich andere nicht als kompetent wahrnehmen. Im Gegenteil, da ich nur etwas sage, wenn ich weiß, dass ich Recht habe, sind andere gerne der Meinung ich habe immer Recht. (kommt beim Dom nicht immer gut an aber sei es drum. 😉) Ohnehin ist dieses Manko, dass ich nicht immer Reden muss gar kein Manko, es erschwert nur erstmal wahrgenommen zu werden. Und tatsächlich bin ich gerade dabei aufzugeben im Gespräch mit 2 dominanten Männern zu Wort zu kommen. Nun mehrfach versucht und da bin ich einfach Chancenlos. Aber das ist als Sub dann eben doch noch etwas anderes als auf Augenhöhe im Beruf.
Dominante Männer sind trotzdem einfach nur Menschen. Und manchmal müssen sie einfach beweisen, dass sie das Sagen haben. Dürfen sie, geht vorbei.

Wenn ich mich beruflich unsicher fühle, denke ich manchmal an eine heftige Session und erinnere mich was ich schon alles durchgestanden habe, mit welchen Männern ich unproblematisch umgehen kann. Lustigerweise hilft mir das enorm einen anderen Blick auf die Personen in der Rangfolge über mir zu bekommen. Nackt sind wir alle gleich, auch wenn ich nun nicht jeden nackt kennen lernen möchte.
Ob ich eine gute Chefin sein werde, kann ich noch nicht sagen. Ob ich die Kombination aus fachlichen Themen und Führung meistern werde, wird sich zeigen. Aber offensichtlich habe ich die entscheidenden Personen in meiner Firma innerhalb von relativ kurzer Zeit davon überzeugt.

Tatsächlich vermute ich, diese Kombination meiner Eigenschaften macht mich zu einer Sub bei der viele auf den ersten Blick denken, dass sie leicht mit mir umgehen können, auf den zweiten Blick aber merken, dass ihnen womöglich dann doch etwas Erfahrung fehlt.
Ich habe nun schon öfter gehört, dass ich stark wirke, auch wenn ich mich nicht so fühle. Und ich bin ziemlich sicher, dass es vielen Menschen so geht.
Ein(e) Sub zu sein, bedeutet nicht zwingend eine starke Persönlichkeit zu haben, genau so wenig wie alle Subs kleine Mäuse sind. Was auch immer ich bin, ich habe mich zumindest in den letzten Jahren gefunden und Frieden geschlossen mit dem wie ich bin. Und das ist zumindest mal eine starke Basis für alles weitere.

„Überhöhung“ erster BDSM Erlebnisse

Ich überlege seit einiger Zeit immer wieder auf einem Thema herum. An sich habe ich es immer wieder angesprochen in verschiedenen Blogs, aber vielleicht fasse ich es doch nochmal für mich zusammen. Wie kaum übersehbar ist, bin ich sehr glücklich mit meinem Herrn, ich bin angekommen und zumindest was unsere D/s Beziehung angeht, stelle ich nichts in Frage und bin ohne Einschränkung glücklich (das Thema Entfernung mal außen vor gelassen). Wir haben Pläne für nach Corona und auch insgesamt. Den Stand einer Spielbeziehung hat es schon sehr lange verlassen. Gerade heute haben wir uns über unser erstes Date unterhalten, wie gut es von Anfang an gepasst hat und uns mit einem Grinsen erinnert. Aber er ist ja bei weitem nicht der erste Mann den ich in dem Kontext getroffen habe . Als wir uns getroffen haben, war ich bei weitem nicht da wo ich jetzt bin, aber ich hatte eine grobe Übersicht darüber, was mich als Sub ausmacht.

Ich kann mich sehr gut an mein allererstes Date erinnern in dem BDSM eine Rolle spielte. Wir hatten über eine Social Media Plattform länger Kontakt gehabt und BDSM war eher durch Zufall eine Schnittmenge. Ganz spontan ergab sich ein Date. Es war toll, er war einfühlsam, er hat mich nicht überfordert, ich war geflasht. Er wohnte natürlich auch weit weg, das liegt mir irgendwie, aber mir war klar, das will ich wieder haben. Ich glaubte mich durchaus etwas verliebt in ihn, und vermutlich war ich das auch, wir hatten vorher und nachher viel Kontakt, haben uns auch nochmal getroffen. Kurz und gut, ich war sehr überzeugt, dass er ein passender Spielpartner für mich wäre. Aufgrund von Dingen die sich bei ihm ereigneten, war ein weiteres Spieltreffen aber plötzlich ausgeschlossen. Und für mich brach erstmal etwas zusammen. Hatte doch alles so gut gepasst und wir so gut harmoniert. Aber es war im Rückblick vermutlich das Beste was mir passieren konnte. Also suchte ich, diesmal aktiv, nach anderen Männern. Und als Frau hat man es da ja leicht, es fanden sich einige. Innerhalb relativ kurzer Zeit traf ich verschiedene Männer. Mit vielen gab es ein erstes Mal, sprich ich lernte etwas Neues kennen und jedes Mal war ich begeistert und fand den Mann unglaublich interessant. Denn meine Endorphine flogen und ich war hin und weg. Dazu kam dann allerdings auch die Erfahrung, dass einige Männer gar nicht unbedingt etwas wiederkehrendes suchen und die Erkenntnis, dass nur weil es mir gefällt, es dem anderen nicht unbedingt dasselbe geben muss. Ich hatte auch viele nicht so passende Erfahrungen aber um die geht es diesmal nicht.

Worauf ich eigentlich hinaus will, ich war durch dieses neue Erlebnis, dieses Hochgefühl endlich das zu Erfahren was mir gefehlt hat, nicht sehr klar in meiner Sichtweise. Ich idealisierte die Männer die mir dieses Erlebnis ermöglicht hatten. Der erste der meinen Kopf so richtig gefickt hat, den hab ich nur einmal zu einem Spaziergang getroffen und trauere ihm immer noch hinterher. Dieser „erstes Date-Mann“, zu dem ich übrigens immer noch sporadisch Kontakt habe, weil das BDSM eben nicht das einzige ist, was uns verbunden hat, hätte der damals regelmäßige Treffen ermöglichen können, dann wäre ich heute nie da wo ich jetzt bin. Ich hätte viele Erfahrungen nicht gemacht und meinen Horizont nicht erweitert. Mein Weg ist jetzt auf der anderen Seite auch nicht ideal gewesen, einige Erlebnisse hätte ich mir durchaus auch sparen können, sie haben mich zwar geprägt und weitergebracht aber so toll waren sie jetzt auch nicht. Das ganze in einer Beziehung langsam austesten zu können, hat sicher viele Vorteile. Wenn der Andere viel Erfahrung hat, dann hofft man ja auch sich darauf verlassen zu können, Vertrauen ist die Basis. Auf der anderen Seite hat man eben auch nur den Einblick der einem ermöglicht wird. Es gibt Doms/Tops wie den meinen, der möchte, dass man andere Erfahrungen sammelt, weil er Sorge hat ich „verpasse“ etwas. Aber ich glaube die sind eher selten. Und es gibt welche die die eigene BDSM Welt als das einzig Wahre verkaufen. Und sagen wir so, in dieser Beziehung ist es das dann auch, das ist OK, nur man sollte als Sub eben auch wissen ob es das ist, was man braucht.

Ich habe in den letzten Jahren so oft von Subs gelesen, die quasi von einem Dom ausgesucht und zum BDSM gebracht wurden, die keinerlei Ahnung hatten was richtig ist und was Ihnen gefällt. Und für die eine Welt zusammenbrach, als sie plötzlich alleine da standen. Die dann aber mit der Zeit entdeckten, was BDSM alles noch bedeuten kann, welche Bandbreite auch an Emotionen dabei sein kann. Dass einen Herrn zu haben nicht bedeuten muss, immer artig zu knien und nichts sagen zu dürfen. Dass Schmerz dazugehören kann aber nicht muss. Dass ein Kontaktverbot zu anderen Subs nicht unbedingt darauf beruht, weil das eben so ist! Oder die plötzlich feststellten, welche Kinks sie noch haben. Die Bandbreite eben in jede Richtung entdeckten. Was jeder draus macht, was ihn kickt, was ihm Spaß macht, was ihn erdet das muss jeder selber entscheiden. Aber die Überhöhung der ersten Erlebnisse, birgt meiner Meinung nach eine große Gefahr. Nämlich stehen zu bleiben beim ersten wohlschmeckenden Gericht, wenn es doch vielleicht etwas gibt was noch besser zu einem passt.

Mein erster Spielpartner, so lieb ich ihn habe, er wäre viel zu soft für mich. Er war perfekt für dieses erste Mal, ich hätte mich vermutlich schnell gelangweilt und nicht gewusst weshalb. Aber für mich ist BDSM mehr als etwas Kuschelspanking und wenige wegweisende Aufforderungen, nur hätte ich das tatsächlich erstmal nicht verstanden. Die innere Sehnsucht hätte mich weitergetrieben vermute ich, aber sicher kann ich nicht sein. Ich kann niemandem einen Weg weisen, und mit dem richtigen Partner ist es vielleicht auch gar nicht wichtig, so viele andere Erlebnisse zu haben. Eigentlich will ich nur mal anmerken, dass diese Begeisterung bei den ersten Erlebnissen nicht zwingend heißen muss, dass es der richtige Partner ist oder schon der ganz tiefe Einblick.

Ein Zitat aus einem anderen meiner Blogbeiträge: „Das was ich mir selber raten würde im Rückblick wäre, immer auf das Bauchgefühl hören und sich nicht zu sehr auf Jemanden versteifen, nur weil das erste Treffen so unglaublich passend erschien. Das kann nämlich auch nur einseitig sein und gerade anfangs wirkt so viel so unglaublich passend, einfach weil da jemand ist der schon länger weiß, wie man das Spiel spielt und man sich endlich verstanden fühlt. Schlussendlich sind aber anfangs viele Dinge ähnlich, sie kicken einen nur so viel mehr, wenn man sie das erste Mal erlebt. Dem Zauber BDSM verfallen aber darauf achten, ob es tatsächlich der Partner ist der diesen Zauber auslöst oder nur das Erlebnis. Sich nicht sofort auf etwas fokussieren aber auch nicht alles gleichzeitig und mit zu vielen testen. Der Körper und der Kopf brauchen Zeit um zu verarbeiten und mitzukommen. “

Kira und der Schmerz – Teil 2 – Klartext

Da hab ich doch gerade erst einen Beitrag dazu geschrieben: https://kuiwzss.wordpress.com/2021/01/09/kira-und-der-schmerz/ Aber er ist eher auf der Kopfseite bzw. eine Reflektion meines Masochismus. Was mich seit ein paar Wochen immer wieder antreibt, ist mich ausdrücken zu wollen, wie ich Schmerz tatsächlich empfinde. Denn manchmal glaub ich, dass man am Beginn seines Weges durch den Schmerz gar nicht so recht weiß, was das bedeuten kann. Ich vertrage nur so semi viel Schmerz, das hab ich ja nun oft genug geschrieben, aber er löst bei mir sehr intensive Empfindungen aus und das mag ich. Man braucht mich nicht bis zum Blut zu schlagen, ich schreie deutlich vorher und meine Grenze ist viel früher erreicht. Aber was das tatsächlich bedeutet, versuche ich mal auszudrücken

Ich hab vor ein paar Tagen einen Tweet dazu geschrieben wie ich die verschiedenen Schmerzarten empfinde https://twitter.com/KirasWelt_/status/1368691719621984257
[Beim Spanking mit der Hand ist der Schmerz variabel zwischen leichtem aufwärmen und einem Brennen das mich flüchten lässt. Gut gemacht ist die Intensität langsam ansteigend und lässt mich langsam wegdriften, auf eine Welle die Ruhe und Frieden in mir auslöst. Schlagwerkzeuge bieten das volle Angebot. Hell und scharfer Schmerz vom dünnen Rohrstock. Dumpfer dunkler Schmerz vom Paddel. Die Kettenpeitsche ist wie ein Schlag. Das Gummi zieht eine Spur die erst mit etwas Verzögerung im Hirn ankommt und dann heftig beißt. Das Butterbrettchen trifft fast zärtlich und hinterlässt eine große schmerzende Fläche. Das Schlagseil malt Muster und lässt jeden Gedanken erliegen. Ein Holzlineal ist in seiner Schlichtheit erschreckend effektiv. Strom sticht wie Nadeln, sehr viele Nadeln und ist je nach Intensität für mich kaum auszuhalten. Nadeln selber haben etwas meditatives beim Setzen. Ihr Schmerz geht unter die Haut, er ist ziehend und immer ähnlich. Schmerz fokussiert, er bringt mein Denken und Fühlen in den Moment. Wenn ich die Zeit habe nachzuspüren, hat jeder Schmerz seine eigene Schönheit. Wenn ich durch den Schmerz getrieben werde, dann steht die Welt für den Moment still. Es zählt nur der nächste Impuls. Ein guter Sadist kennt sein Werkzeug und seine Wirkung. Und er spielt mit der Wirkung. Sie ist immer auch Tagesform abhängig, deshalb kann es kein Standardschema geben. Daher habe ich großen Respekt vor allen guten Sadisten die ihr Handwerk beherrschen. Es ist guter Schmerz, denn er beherrscht mich nicht. Ich werde durch ihn stärker, ich werde freier, ich werde ruhiger. Manchmal verschiebt er für einen wunderbaren Moment den Fokus auf den Alltag. Denn er ist kein Alltag. Guter Schmerz ist mein Luxus.]

Der #MmH und ich werden uns hoffentlich in ein paar Wochen sehen, diesmal nicht nur ein paar Stunden sondern für ein paar Tage. Ich schrieb ihm vorhin, dass ich gerade das Holzlineal in der Hand hatte und überlege ob ich es herauslege oder verstecke. Dieses Lineal und ich hatten nämlich schon ein paar eindrückliche gemeinsame Momente. Er antwortete mir, dass er die Rohrstöcke mitbringt. Und Wums saß ich da. In meinem Kopf sausten die Gefühle hin und her, ich konnte die Synapsen feuern fühlen, es ist als ob der Kopf plötzlich auf doppelter Intensität läuft. Und die Gefühle schwingen: Vorfreude, das D/s kickt bei so einer Ansage, ich kann fast seine Hand am Hals spüren, gleichzeitig eine gewisse Angst vor dem was er vor hat und die Erinnerung vergangener Sessions klopft an. Und reine körperliche Erregung, bei der ich mich frage, woher sie eigentlich kommt. Denn ich leide bei einer Spankingsession, ich leide sichtlich und tatsächlich. Zunächst legt er mir die Fesseln an, fixiert mich und zwar so, dass ich mich nicht rauswinden oder befreien kann. Das ist für ihn gut, weil ich keine komplett unerwarteten Bewegungen machen kann und ich brauche das für mich, es ist ein Halt. Entweder ich hab mich selber vorher ausgezogen oder er tut es. Auf jeden Fall bin ich in diesem Moment schutzlos und ausgeliefert, ein Teil von mir will sich verstecken und gleichzeitig bin ich ruhig und in mir ruhend, was kommt liegt nicht in meiner Hand. Er wärmt meinen Körper meist mit dem Flogger auf, erst der mit den „weichen“ Strängen. Wenn er mit dem ordentlich schlägt, dann tut es weh, aber es ist ein angenehmer Schmerz. So als wenn man schmerzhaft massiert wird und es gleichzeitig gut tut. Dann nimmt er den Flogger mit den harten Kanten, damit wird die Haut deutlich besser durchblutet und Kira geht auf die Zehenspitzen und schreit das erste Mal auf. Wenn man das auf einem Video sieht, dann schlägt er ganz sanft, man fragt sich wo die Reaktion herkommt, aber wenn man genau hinsieht, dann ist der Flogger deutlich schwerer und der sanfte Schlag bringt die Haut ganz schön in Bewegung. Spätestens nach dem dritten Schlag kommen mir die Tränen, erst sind es die reinen Reflextränen, etwas tut ziemlich weh, es schießt durch den Körper direkt in die Augen. Er hört nicht auf, nimmt vielleicht die sensibleren Hautstellen an den Oberschenkeln. Und nun kippt es in mir, aus Reflextränen werden echte Tränen, ich fange an gegen den Schmerz zu kämpfen, er tut weh, er ist stark und es ist einfach viel. Dann spüre ich irgendwann seine Hand auf meiner Haut und ich spüre seine Zärtlichkeit. In meinem Kopf kippt es erneut, zum Kampf gegen den Schmerz kommt die Hingabe an meinen Dom. Spannend wäre definitiv jetzt den Hormoncocktail zu bewerten. Er setzt die Schläge fort, je nach Zustand meiner Haut mit dem Flogger zum weiteren aufwärmen oder anderem Schlagwerkzeug. Ein Rohrstock, eine Gummipeitsche, das Ding mit den Ketten oder was immer ihm Spaß macht. Und nun beherrscht der Schmerz mich, ich kämpfe, ich versuche mich ihm hinzugeben, ihn anzunehmen, er ist mein Feind, er ist mein Freund. Und ich heule und jammere, ich schreie und es läuft aus meinem Gesicht aus allen Öffnungen. Ich fange an mich in meinen Fesseln zu wehren und mein Herr ist da, entweder er beruhigt mich oder er drückt mich in Position. Er ist unerbittlich, verlangt meinen Gehorsam, erwartet ihn selbstverständlich, er gibt vor was ich zu tun habe. Und ich gehorche, immer wieder überwinde ich den Impuls zur Flucht und begebe mich in Position. Ich halte mich fest, wenn der Schmerz mich trifft, versuche mich selber in Position zu halten, was mir nicht immer gelingt, ich bin so vollkommen im Moment, dass mir zwar klar ist, dass ich hier jederzeit raus kann, aber dass das eigentlich keine Option ist. Ich will, dass er weitermacht, ich will, dass er aufhört. Ich will alles und nichts und ich bekomme es stetig. Es ist wie ein wilder verzweifelter Ritt, bei dem ich immer weiß, dass das Ziel ein sicheres ist aber der Weg geht durch die Hölle.

Der #MmH ist die Quelle des Schmerzes. Er ist Sadist und es macht ihm Spaß mich leiden zu sehen, dabei ist es ihm nicht wichtig wie stark er schlägt, sondern wie ich reagiere. Und wie beschrieben, ich reagiere. Ich frage mich nie, warum er das tut oder ob das nötig ist, denn dieser Schmerz ist keine Strafe, er ist unser Weg. Ich kann während der Session nicht sehen ob es ihm Spaß macht, aber ich weiß es. Tatsächlich ist es für mich aber in diesem Moment völlig egal. Es ist kein Flug im beflügelten Sinne, es ist ein reines existieren im Gefühl das ihn und mich umschließt.

Irgendwann findet er ein Ende, er hat mich die ganze Zeit im Blick, schaut wie es mir geht und dann ist es vorbei. Er löst meine Fesseln, gibt mir zu trinken, so wie zwischendrin auch immer. Wir legen uns zusammen ins Bett und geniessen unsere Nähe. Meine Haut ist feuerrot und am nächsten Tag wird doch meist nichts mehr zu sehen sein, denn ich bin einfach sehr empfindlich. Allerdings nur auf den Schmerz nicht für blaue Flecken. Und wir scherzen, ich bin locker und gelöst, es geht mir einfach gut.

Machtgefälle und D/s

Ich habe schon diverse Einträge über D/s verfasst und alle haben noch ihre Richtigkeit. Gerade aus dem Moment heraus in dem ich sie geschrieben habe. Aber im Laufe der Zeit verschieben sich gewisse Sichtweisen, manchmal nur minimal aber doch für einen selbst elementar wichtig. Ich hab neulich einen Tweet über Unterwerfung geschrieben, der ergab sich aus gewissen Themen die so durch die Bubble waberten. https://twitter.com/KirasWelt_/status/1363622516917469196 „Richtige Unterwerfung ist bei mir personengebunden, dieses Gefühl muss erst wachsen, aus Vertrauen und dem Bedürfnis nach Hingabe. Aber Respekt, den gebe ich gerne von Anfang an, wenn mein Gegenüber ihn verdient. Dazu gehört auch der Respekt der Regeln die ihm wichtig sind.“ Mein BDSM und mein Masochismus sind an ein funktionierendes D/s gekoppelt, was bedeutet, dass ich anfangs eben nur mit einem Vorschuss an den Mann spiele. Ich setze also im Prinzip voraus, dass er mein Vertrauen verdient. Immer vorausgesetzt alle anderen Bedingungen zwischen ihm und mir stimmen. Dieses Gefühl instinktiv vor einem Mann auf die Knie gehen zu wollen, kenne ich so nicht. Was nicht heißt, dass ich nicht schon vor einigen Männern beim ersten Date gekniet habe.

Denn eigentlich brauche ich nicht das D/s ist mir klar geworden, sondern ich brauche ein Machtgefälle. Und dieses kann ich auch aufbauen, wenn kein D/s besteht. Klingt jetzt irgendwie eigenartig, denn D/s steht ja abgekürzt erstmal nur für Dominanz und Submission und ich denke eine ganz genaue Definition ist da weder möglich noch sinnvoll. Also schreibe ich wie ich es für mich sehe. Machtgefälle bedeutet für mich zunächst erstmal „nur“, dass ich meinem Gegenüber für die Zeit unseres Treffens die Macht in einem abgesprochenen Rahmen übergebe. Das kann ich im Zweifelsfall sogar, selbst wenn ich ihn nicht als dominant empfinde. So ein Setting ist für mich eher unbefriedigend, ich habe es aber durchaus schon getan. Meistens wenn ich ihn sympathisch fand und hoffte die Dominanz würde vielleicht mit dem Spielen kommen. Hat aber nie wirklich funktioniert. Funktioniert hat es, wenn er einfach in dem Sinne nicht an Dominanz interessiert war, als Sadist das Machtgefälle einfach für die Session nutzte. Da war es vollkommen in Ordnung, ließ nur eben dieses Bedürfnis bei mir unbefriedigt.

Wo liegt der entscheidende Unterschied, warum haben der MmH und ich eine D/s Beziehung und nicht nur ein Machtgefälle. Natürlich haben wir auch ein Machtgefälle, je nach Situation zwischen Augenhöhe und komplett verschoben ist alles möglich. Auf Augenhöhe stellen wir unseren Metakonsenz her, ich kann ihm sagen wie es mir geht oder wir reden einfach über alltägliches. Auf Entfernung ist eine deutliche Verschiebung ohnehin nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen, das kostet viel Kraft und Arbeit. Was bedeutet also dieses D/s für mich. Es ist dieses innere Gefühl, dass sich meine Hingabe und Submission um ihn dreht. So kitschig es auch klingt, er ist die Sonne für meine innere Sub, alles dreht sich um ihn. Das kann manchmal durchaus etwas ablenkend sein und hat mein Verhalten im Dating nachaltig beeinflusst, ohne dass er da etwas einfordert. Und wenn er etwas einfordert, dann hinterfrage und diskutiere ich nicht erst, sondern dann folge ich seinen Anweisungen. Es ist das Wissen, dass das Machtgefälle immer vorhanden ist, dass ich im Rahmen den wir für uns gesteckt haben, den er genau definiert, alle Macht an ihn abgetreten habe. Das ist auf Entfernung natürlich deutlich eingegrenzter als wenn wir uns sehen. Und deshalb braucht dieses D/s, diese komplette Unterwerfung auch Zeit. Zeit um das Vertrauen und die Verbindung aufzubauen. Natürlich kann ich vor jedem Mann knien, und bei einigen fühlt es sich auch halbwegs stimmig an, aber nur bei diesem einen fühle ich, dass das mein Platz ist. Nur da ist die Hingabe im tatsächlichen Sinne vorhanden. Der Weg dahin war natürlich fließend und das Machtgefälle hat von Anfang an gut funktioniert, so dass der Rest in Ruhe wachsen konnte. Den Unterschied kann ich vorallem im Rückblick sehen und auch jetzt erst als solchen wahrnehmen.

Und weil das Bedürfnis nach diesem Gefühl bei mir so groß war, hab ich gerne zu Füßen der Doms gekniet, weil ich eine Aussicht erhascht habe auf das was möglich ist. Und das macht auch die Gefahr so groß sich jemandem zu unterwerfen, der damit nicht sorgsam umgeht, denn alleine diese Aussicht ist schon so schön. Was mich zu einem anderen meiner Tweets der letzten Tage bringt: https://twitter.com/KirasWelt_/status/1364640471524536320 „Immer wieder unterschätzen Tops/Doms die Emotionen die sie in den Bottoms/Subs auslösen. Viele neigen in diesem Hormonrausch dazu sich mehr und tiefer zu öffnen als sie vielleicht selber merken Seid achtsam miteinander und redet. Sonst ist der Schmerz emotional und nicht lustvoll“ Seid vorsichtig mit Euch und unterschätzt nicht eure Sehnsucht und das was sie euch vielleicht vorspielt. Hingabe braucht Vertrauen und Zeit, nehmt sie euch.