Über Hürden und Unsicherheiten

Ich war am Wochenende auf einer Playparty und ich habe Menschen getroffen die mir in den letzten Jahren ans Herz gewachsen sind. Unter anderem wurde mir dort auch gesagt, dass mein Blog empfohlen wird an Personen die selber noch nicht so recht wissen, ob BDSM ein Teil ihrer Sexualität ist. Mich hat das sehr gefreut und der Abend hat insgesamt einen Anstoß gegeben etwas über das Wochenende zu schreiben.

Es war ein für mich anfangs schwieriger Tag. Dazu muss ich etwas erklären und bin ganz ehrlich. Wir haben eine offene polyamore Fernbeziehung und da läuft manchmal etwas ganz schön schief. Wir hatten uns für ein paar Tage gesehen vor 2 Wochen, sonntags fuhr ich recht entspannt nach Hause, wusste ich doch wir sehen uns in 2 Wochen wieder. Ich wusste auch, dass er nächstes Wochenende ein anderes Date mit BDSM haben würde. Das machte mir nicht so viele Gedanken, hatte ich doch Nähe getankt und Freitagnachmittag bis Sonntagmittag habe ich ja ohnehin immer viel Familie. Am Mittwoch rutschte ich ziemlich in den Drop und dann erfuhr ich, dass das Wochenenddate von Donnerstagmittag bis Montagmittag dauern würde und eben nicht nur das Wochenende. Vielleicht erscheint das für den ein oder anderen nicht so relevant, ich mitten im Drop wusste, dass ich da so nicht würde mit umgehen können. Aber die Entscheidung dazu lag nicht bei mir. Dass ich so wenig Zeit haben würde um mich darauf einzustellen, dieses Versäumnis lag auf seiner Seite. Ich kann gut damit umgehen, wenn er Sexdates hat. Reine Spankingdates sind ebenfalls nicht das große Problem. Aber Dates die beides verbinden haben eine andere Intensität in meinem Kopf. Dann ohne Vorwarnung über 4 Nächte, war für mich einfach zu viel.

Am Donnerstagabend fuhr ich dann auch emotional komplett gegen die Wand und er schaffte es nicht mich da aufzufangen, hatte natürlich auch den Kopf nicht dafür, war ja bei seinem Date. In den Tagen darauf auf Twitter ein Bild mit Spuren zu sehen, die mir zeigten was er machte, während ich kämpfte, gab mir tatsächlich den Rest. Von Montag an schlossen sich bei ihm Tage mit extrem viel Arbeit an, in solchen Zeiten gibt es wenig Kontakt. Es verfestigte sich das Gefühl, dass ich gerade keinen Raum bei ihm habe. Auch wenn ich rational wusste, dass das nicht stimmt.
Kurz gesagt, ich war unsicher, noch immer nicht wieder auf der Höhe, etwas verletzt und mir fehlte unser gemeinsamer Halt.

Als er Samstag zu mir kam, war zwar sofort die Vertrautheit da, aber die Woche hatte Spuren hinterlassen. Das übers Knie legen zur Begrüßung, welches wir für uns eingeführt haben, weil es mir hilft bei ihm anzukommen, brachen wir ab. Ich war empfindlich und konnte es nicht ertragen. Er befand, es braucht jetzt Liebe statt Hiebe. Und das half um zumindest einen Teil in mir wieder zur Ruhe kommen zu lassen.
Abends waren wir auf einer Playparty angemeldet und vorher bereits mit einigen Paaren zum Essen verabredet. Das war wirklich schön, stimmig und ein perfekter Einstieg. Gut eingestimmt und mit gehobener Laune fielen wir in der kleinen Location ein. Ich hatte den Zeremonienmeister und Scotty lange nicht gesehen, geschweige denn Spielen gesehen. Ich genoss das in vollen Zügen. Wir kramten alte Geschichten von gemeinsamen Erlebnissen raus und ich begriff wiedermal wieviel Glück ich gehabt habe auf meinem Weg an wirklich tolle und interessante Menschen und verantwortungsvolle Sadisten zu geraten. Scotty glücklich mit Partnerin zu sehen, machte mich auch unglaublich froh. Und ihm beim Spielen zuzusehen, ist ohnehin immer wieder ein Highlight für mich. Die Begeisterung und Leidenschaft die darin liegt, die berührt mich soviel mehr als ich es beschreiben kann.

Dann wollte mich der #MmH wieder übers Knie legen und wieder hatte ich dasselbe Problem wie ein paar Stunden vorher. Ich machte mir tatsächlich Gedanken, ob etwas kaputt gegangen ist zwischen uns. Ich bemerkte erstmal nur laut, dass ich wohl sehr empfindlich sei heute. Ich sehnte mich aber auch nach dieser Intensität. Also bat ich ihn, dass wir das in den Spielraum verlegen, wo nicht alle meine ganz weit oben schon wartenden Tränen sehen würden. Ich habe kein Problem mit Tränen beim Spanking, aber die anstehenden Tränen würden nicht aufgrund des Schmerzes kommen, sondern aufgrund der emotionalen Überforderung die ich irgendwie noch hatte.

Also begaben wir uns in das Spielzimmer, es waren noch 2 Paare mit uns dort. Es war kein Bock frei aber eine Art Liege auf die ich mich mit dem Oberkörper legen konnte. Dann begann er mit den Händen zu schlagen und es war ganz anders als befürchtet. Er fing etwas langsamer an, gab mir Zeit und ich konnte komplett abschalten. Die Tränen die ich so gefürchtet hatte blieben aus, zumindest die der Überforderung. Seine Hände und das Schlagseil, später noch ein paar geliehene Werkzeuge von Scotty, er hörte irgendwann auf, nicht weil ich nicht mehr konnte, sondern weil er Sorge hatte mich kaputt zu machen. Was vollkommen unbegründet war, Spuren hab ich so gut wie keine behalten, leider. Ich glaube ich brauchte diesen festen Bezugspunkt der Liege, beim übers Knie legen habe ich keinen Halt und ohne inneren und äußeren Halt war es wohl einfach zu viel. Tatsache ist, hätte es auch da nicht funktioniert, dann wäre es bei einigen wenigen Schlägen geblieben, egal ob Playparty oder seltene Gelegenheit oder Machtgefälle. Es kann zuviel kaputt gehen, wenn man Dinge durchzieht, nur weil man meint man müsse das. Und damit meine ich tatsächlich weniger körperlich als seelisch.

Er hatte an diesem Abend noch den ein oder anderen Hintern unter seinen Händen. Ich hatte schöne und anregende Gespräche. Es gab eine Situation wo er mir hinterherkam um sicherzugehen, dass es mir gut geht, er achtete auf mich. Ich war für den Moment wieder heil. Dennoch muss ich an meinem Selbstschutz arbeiten, diese Dinge gehen bei mir tief und die Diskrepanz in den Bedürfnissen und Empfindungen bei uns Beiden ist immer wieder eine große Herausforderung für mich.

An dem Abend diskutierten wir noch lachend über die im JoyClub so übliche Einordnung in „sadistisch“ und „eher sadistisch“. Der Zeremonienmeister, selber ein Sadist vor dem Herrn, meinte er hätte da „eher sadistisch“ stehen, weil er sich nie anmaßen würde sich gleich einzuordnen wie Scotty. Und eigentlich ist es bei mir ja das Gleiche. Ich hab „eher masochistisch“ stehen, weil ich im Vergleich zu manchen anderen wirklich nicht so besonders maso bin, meiner Meinung nach. Offensichtlich haben aber andere einen anderen Blick auf mich. Und vielleicht werde ich das tatsächlich mal ändern, selbst wenn es eigentlich wirklich total egal ist. Und mit ändern meine ich nicht auf irgendeinem Profil, sondern in meinem Kopf. Mein Kopf der mir immer noch sagt, dass ich zwar das Bedürfnis danach habe masochistisch zu sein aber in Wirklichkeit gar keinen Schmerz ertrage.

Schmerz als Strafe oder nicht – Gedanken

Ich hab noch nie mit einem Mann länger gespielt, der mit Schmerz straft. Insgesamt ist Strafe etwas, das für mich einiges an Vertrauen und Tiefe braucht. Obwohl ich mich ursprünglich nie als besonders masochistisch angesehen habe, waren die meisten meiner Spielpartner einfach Sadisten die Spaß am Schmerz hatten und keinen anderen Grund brauchten.

Dennoch ist das Thema Strafe natürlich immer mal aufgekommen.
Ich erinnere mich an den Musiker, ich hatte meine Highheels vergessen und sollte mir selber überlegen, was eine angemessene Strafe ist. Natürlich hab ich mir etwas einfallen lassen und das Ganze war für ihn eine amüsante Sache. Dennoch ist und war für mich das „Spiel“ mit der Strafe schwierig. Denn als allererstes möchte ich für meinen Partner alles richtig machen. Ich gehöre z.B. zu den Frauen die gerne vorher Vorlieben bei der Kleidung nachfragen und sich dann bemühen das umzusetzen, ich bin da rein submissiv und möchte meinem Partner seine Wünsche erfüllen.

Wenn ich etwas offensichtlich „falsch“ mache, eine Regel missachte oder Aufgabe vergesse und eine „Strafe“ bekomme, dann bricht in mir erstmal eine kleine Welt zusammen. Ich bin tatsächlich extrem betroffen und fühle mich nicht gut damit, einfach weil das meine Art ist. (Ich habe eine Ahnung wo das herkommt aber das ist nicht relevant dafür). Das hat neben dem Gefühl des Versagens noch das Gefühl des kleinen Kindes, schon diese Tatsache an sich ist für mich eine enorme Demütigung. Und ich denke es ist nicht falsch zu sagen, dass Schmerz als Strafe für mich eine Demütigung ist. Und diese Demütigung trifft mich viel tiefer und heftiger als der Schmerz, selbst wenn der für den Moment gefühlt stärker ist. Wenn mein BDSM auf Dauer auf diesem Strafe-Schmerz Kontext ausgerichtet wäre, dann könnte ich Schmerz für mich nicht als etwas Positives und Befreiendes annehmen und er würde für mich keine Intimität bedeuten. Schmerz und Strafe wären eine Demütigung.


Nun habe ich, durch Zufall vermutlich, immer andere Partner gehabt. Diese haben den Schmerz als Zweck an sich gesehen. Ich konnte den Schmerz ohne negatives zusätzliches Gefühl kennen lernen. Es war immer freiwillig, es war oft ein Kampf mit mir selber, Überwindung und Grenzerfahrung. Und gerade in den letzten 2.5 Jahren war es dann auch immer ein runterkommen in Armen die mich hielten und beschützten.
Ich hab an anderer Stelle geschrieben, dass wir Strafen haben, warum wir sie haben und die Strafen treffen mich sehr. Aber sie sind völlig unabhängig vom Schmerz, sie erreichen ihren Zweck auf ganz andere Art und Weise. Die ein oder andere hat er mir auch schon erlassen, weil bereits das Wissen um mein „Versäumnis“ bei mir so viel auslöst, dass es schon an eine Strafe herankommt. Auch hier werde ich hinterher aufgefangen und gehalten, dennoch sind solche Strafen für mich verbunden mit einer Demütigung und daher nicht positiv.


Wenn Strafen einen rein Spielerischen Kontext hätten, es also klar wäre, dass es nur darum geht, dass Schläge gesammelt werden, ohne dass ich wirklich etwas falsch gemacht habe, dann wäre es für mich ohne negative Kopplung möglich. Nur ganz ehrlich, warum dann erst das drum rum? Warum dann nicht gleich ohne den Umweg der Strafe?
Ich möchte kein BDSM welches mich demütigt (außer im sexuellen Kontext), ich möchte eines welches mich stärkt und ausgleicht. Ich fordere meinen Partner durchaus verbal heraus, damit muss er umgehen können, auch im Wissen, dass er mit mir machen kann was er möchte, im Rahmen unserer Absprachen. Wenn es also direkt einen Rückläufer gibt und er es mir lächelnd heimzahlt, dann ist das für mich keine Strafe sondern nur eine Konsequenz aus meinem Verhalten. Eine Konsequenz ist etwas was mich persönlich nicht demütigt, auch wenn ich sie vielleicht das ein oder andere Mal nicht so abgesehen habe.
Er hat sich bewusst für mich als Sub entschieden, mit allen meinen Eigenarten und hat Regeln festgelegt. Solange ich diese nicht missachte, braucht es keine Strafe sondern vielleicht nur etwas Erinnerung an das Machtgefälle gelegentlich.


Ich weiß, dass einige den Strafe Kontext brauchen um Schmerz akzeptieren zu können, oftmals wohl auch, wenn eben weniger Sadismus oder Masochismus vorhanden ist. Und wer damit gut umgehen kann, für den ist es dann wohl auch das Richtige. Ich kann es nur nicht ohne mich damit selbst klein zu machen anstatt zu wachsen.

Dinge die ich mag, weil ich sie nicht mag.

Ich mag Dinge die mir eigentlich nicht gefallen. Ein eigenartiger Satz. Im BDSM dann vielleicht doch nicht so. Immer wieder denke ich an meine Anfänge als Bottom zurück, bewusst schreibe ich nicht Sub, denn das war ich da noch nicht. Sagen wir als devote und sich im Masochismus findende Frau. Vor dem ersten realen Erlebnis standen Jahre bzw. Jahrzehnte der Phantasie und der Geschichten und Bücher. Manche phantasievoll eher unrealistisch und manche erschreckend auf den Punkt und verstörend. Im Kopf bleibt eine Sehnsucht mit einem eigenartigen Mix aus Bedürfnis und Kopfkino. Dann die ersten Schritte, kaum mehr als etwas harter Sex und Männer die sich nehmen was sie wollen, harmlos im Rückblick. Eine Mischung aus Scham und Irritation in mir, ich lasse das mit mir machen und bin mir nicht mal sicher ob es mir Lust bereitet. Aber die Erinnerung an diese Momente, macht mich genau so nass wie vorher die Bücher.

Ich habe keine masochistischen Freundinnen, ich lese in Foren, ich suche danach das zu verstehen was in mir passiert. Auf einem Event darf ich einer Frau zusehen die von 2 Männern geschlagen wird und am Andreaskreuz stehend squirtet. Ich frage sie hinterher etwas aus, für sie ist der Schmerz Lust. Ich bin mir danach sehr sicher ich bin nicht masochistisch. Trotzdem lasse ich mich freiwillig schlagen, ich suche die Konfrontation mit dem Schmerz. Und ich finde meinen eigenen Zugang. Ich empfinde bewusst immer noch keine Lust durch eine Züchtigung, im Rückblick sagt mein Körper etwas anderes.

Ich mag es an meine Grenzen zu gehen und meine Grenzen liegen nicht da wo mir etwas gefällt. Es ist ein Spiel mit Vertrauen und sehr viel Kommunikation. Manchmal wenn er mich fickt, dann hält er mir Mund und Nase zu, Atemkontrolle, nicht nur die feste Hand am Hals die wir so lieben. Erst bin ich ganz ruhig aber schnell wird die Luft knapp und ich versuche zu atmen. Manchmal kann ich durch Drehen des Kopfes etwas Luft erhaschen, wenn seine Finger nicht optimal liegen. Er greift nach, hält mich unter Kontrolle, benutzt mich in der Zeit, zeigt mir dass mein Körper und was er damit macht, ganz allein ihm gehört. Ich kämpfe bis er mir wieder Luft gewährt. In der Zeit davor reagiert mein Körper auf Dinge die ich eigentlich nicht mag, denn ich liebe es zu atmen. Trotzdem werden meine Nippel steif und verändern leicht die Farbe, ich werde nass, mein Körper sagt etwas anderes als mein Kopf.

Ein gefährliches Spiel, wenn der andere nicht weiß was er tut. Und keines bei dem man direkt einsteigt. Es war keine kommunizierte Grenze bei mir, daher hat er es irgendwann angefangen. Und ich habe ihm hinterher gesagt, was es mit mir gemacht hat, so wie ich das irgendwie immer tue, deshalb macht er weiter. Es wird mit jedem Mal etwas intensiver, auch weil ich es anders wahrnehme. Es gefällt mir immer noch nicht, ich mag meine Atemluft, ich kämpfe um sie. Aber die Erinnerung daran zeigt mir so unglaublich deutlich, wie sehr ich es mag. Ich könnte mich in das Gefühl fallen lassen und es wäre reine ehrliche Lust, ausgelöst durch den Mann der Dinge mit mir tut, die ich eigentlich nicht mag.

Und so geht es mir mit vielen Dingen im BDSM. In der Phantasie vorher sind sie ohnehin komplett anders, nichts war auch nur ähnlich. Ich kämpfe mich durch, bemerke die Lust kaum die es in mir auslöst, weil ich zu sehr im Moment und der Empfindung bin. Werde mir dessen erst klar, wenn er spöttisch meine Körperaktionen kommentiert. Und die Erinnerung zeigt es ohne Ablenkung sehr deutlich. Jeder Schmerz, jeder erkämpfte Atemzug, jede vergossene Träne, jede Demütigung lassen meinen Körper die Lust nochmal erleben. Ich mag Dinge die mir eigentlich nicht gefallen und ich mag den Mann der sie mir antut und daraus seine Lust zieht.

Und das wäre meine wichtigste Mitteilung an mich vor 5 Jahren. Setz deine Phantasien um, sei nicht enttäuscht, wenn das was du erlebst anders ist als gedacht, es ist real und wird dir eine Tiefe zeigen, eine Lust schenken und eine Kraft geben die du nicht erwartet hättest. Aber auf andere Weise als du denkst so müsste es sein. Vergleich dich nicht mit anderen, jeder Masochismus ist anders und jeder erlebt Lust anders. Deine Art der Lust ist genau so gut wie die der anderen. Ein Orgasmus ist kein Maß für Lust, auch ohne kannst du deine Erfüllung finden. Sich selbst herauszufordern immer wieder, ohne Sorge in jede Session zu gehen, weil nur der Moment zählt. Es gibt so viel zu entdecken.

Edit: Und es ist alles irgendwie schmutziger, weniger romantisch, aber auch ehrlicher und realer als gedacht

Kira und der Schmerz – Teil 2 – Klartext

Da hab ich doch gerade erst einen Beitrag dazu geschrieben: https://kuiwzss.wordpress.com/2021/01/09/kira-und-der-schmerz/ Aber er ist eher auf der Kopfseite bzw. eine Reflektion meines Masochismus. Was mich seit ein paar Wochen immer wieder antreibt, ist mich ausdrücken zu wollen, wie ich Schmerz tatsächlich empfinde. Denn manchmal glaub ich, dass man am Beginn seines Weges durch den Schmerz gar nicht so recht weiß, was das bedeuten kann. Ich vertrage nur so semi viel Schmerz, das hab ich ja nun oft genug geschrieben, aber er löst bei mir sehr intensive Empfindungen aus und das mag ich. Man braucht mich nicht bis zum Blut zu schlagen, ich schreie deutlich vorher und meine Grenze ist viel früher erreicht. Aber was das tatsächlich bedeutet, versuche ich mal auszudrücken

Ich hab vor ein paar Tagen einen Tweet dazu geschrieben wie ich die verschiedenen Schmerzarten empfinde https://twitter.com/KirasWelt_/status/1368691719621984257
[Beim Spanking mit der Hand ist der Schmerz variabel zwischen leichtem aufwärmen und einem Brennen das mich flüchten lässt. Gut gemacht ist die Intensität langsam ansteigend und lässt mich langsam wegdriften, auf eine Welle die Ruhe und Frieden in mir auslöst. Schlagwerkzeuge bieten das volle Angebot. Hell und scharfer Schmerz vom dünnen Rohrstock. Dumpfer dunkler Schmerz vom Paddel. Die Kettenpeitsche ist wie ein Schlag. Das Gummi zieht eine Spur die erst mit etwas Verzögerung im Hirn ankommt und dann heftig beißt. Das Butterbrettchen trifft fast zärtlich und hinterlässt eine große schmerzende Fläche. Das Schlagseil malt Muster und lässt jeden Gedanken erliegen. Ein Holzlineal ist in seiner Schlichtheit erschreckend effektiv. Strom sticht wie Nadeln, sehr viele Nadeln und ist je nach Intensität für mich kaum auszuhalten. Nadeln selber haben etwas meditatives beim Setzen. Ihr Schmerz geht unter die Haut, er ist ziehend und immer ähnlich. Schmerz fokussiert, er bringt mein Denken und Fühlen in den Moment. Wenn ich die Zeit habe nachzuspüren, hat jeder Schmerz seine eigene Schönheit. Wenn ich durch den Schmerz getrieben werde, dann steht die Welt für den Moment still. Es zählt nur der nächste Impuls. Ein guter Sadist kennt sein Werkzeug und seine Wirkung. Und er spielt mit der Wirkung. Sie ist immer auch Tagesform abhängig, deshalb kann es kein Standardschema geben. Daher habe ich großen Respekt vor allen guten Sadisten die ihr Handwerk beherrschen. Es ist guter Schmerz, denn er beherrscht mich nicht. Ich werde durch ihn stärker, ich werde freier, ich werde ruhiger. Manchmal verschiebt er für einen wunderbaren Moment den Fokus auf den Alltag. Denn er ist kein Alltag. Guter Schmerz ist mein Luxus.]

Der #MmH und ich werden uns hoffentlich in ein paar Wochen sehen, diesmal nicht nur ein paar Stunden sondern für ein paar Tage. Ich schrieb ihm vorhin, dass ich gerade das Holzlineal in der Hand hatte und überlege ob ich es herauslege oder verstecke. Dieses Lineal und ich hatten nämlich schon ein paar eindrückliche gemeinsame Momente. Er antwortete mir, dass er die Rohrstöcke mitbringt. Und Wums saß ich da. In meinem Kopf sausten die Gefühle hin und her, ich konnte die Synapsen feuern fühlen, es ist als ob der Kopf plötzlich auf doppelter Intensität läuft. Und die Gefühle schwingen: Vorfreude, das D/s kickt bei so einer Ansage, ich kann fast seine Hand am Hals spüren, gleichzeitig eine gewisse Angst vor dem was er vor hat und die Erinnerung vergangener Sessions klopft an. Und reine körperliche Erregung, bei der ich mich frage, woher sie eigentlich kommt. Denn ich leide bei einer Spankingsession, ich leide sichtlich und tatsächlich. Zunächst legt er mir die Fesseln an, fixiert mich und zwar so, dass ich mich nicht rauswinden oder befreien kann. Das ist für ihn gut, weil ich keine komplett unerwarteten Bewegungen machen kann und ich brauche das für mich, es ist ein Halt. Entweder ich hab mich selber vorher ausgezogen oder er tut es. Auf jeden Fall bin ich in diesem Moment schutzlos und ausgeliefert, ein Teil von mir will sich verstecken und gleichzeitig bin ich ruhig und in mir ruhend, was kommt liegt nicht in meiner Hand. Er wärmt meinen Körper meist mit dem Flogger auf, erst der mit den „weichen“ Strängen. Wenn er mit dem ordentlich schlägt, dann tut es weh, aber es ist ein angenehmer Schmerz. So als wenn man schmerzhaft massiert wird und es gleichzeitig gut tut. Dann nimmt er den Flogger mit den harten Kanten, damit wird die Haut deutlich besser durchblutet und Kira geht auf die Zehenspitzen und schreit das erste Mal auf. Wenn man das auf einem Video sieht, dann schlägt er ganz sanft, man fragt sich wo die Reaktion herkommt, aber wenn man genau hinsieht, dann ist der Flogger deutlich schwerer und der sanfte Schlag bringt die Haut ganz schön in Bewegung. Spätestens nach dem dritten Schlag kommen mir die Tränen, erst sind es die reinen Reflextränen, etwas tut ziemlich weh, es schießt durch den Körper direkt in die Augen. Er hört nicht auf, nimmt vielleicht die sensibleren Hautstellen an den Oberschenkeln. Und nun kippt es in mir, aus Reflextränen werden echte Tränen, ich fange an gegen den Schmerz zu kämpfen, er tut weh, er ist stark und es ist einfach viel. Dann spüre ich irgendwann seine Hand auf meiner Haut und ich spüre seine Zärtlichkeit. In meinem Kopf kippt es erneut, zum Kampf gegen den Schmerz kommt die Hingabe an meinen Dom. Spannend wäre definitiv jetzt den Hormoncocktail zu bewerten. Er setzt die Schläge fort, je nach Zustand meiner Haut mit dem Flogger zum weiteren aufwärmen oder anderem Schlagwerkzeug. Ein Rohrstock, eine Gummipeitsche, das Ding mit den Ketten oder was immer ihm Spaß macht. Und nun beherrscht der Schmerz mich, ich kämpfe, ich versuche mich ihm hinzugeben, ihn anzunehmen, er ist mein Feind, er ist mein Freund. Und ich heule und jammere, ich schreie und es läuft aus meinem Gesicht aus allen Öffnungen. Ich fange an mich in meinen Fesseln zu wehren und mein Herr ist da, entweder er beruhigt mich oder er drückt mich in Position. Er ist unerbittlich, verlangt meinen Gehorsam, erwartet ihn selbstverständlich, er gibt vor was ich zu tun habe. Und ich gehorche, immer wieder überwinde ich den Impuls zur Flucht und begebe mich in Position. Ich halte mich fest, wenn der Schmerz mich trifft, versuche mich selber in Position zu halten, was mir nicht immer gelingt, ich bin so vollkommen im Moment, dass mir zwar klar ist, dass ich hier jederzeit raus kann, aber dass das eigentlich keine Option ist. Ich will, dass er weitermacht, ich will, dass er aufhört. Ich will alles und nichts und ich bekomme es stetig. Es ist wie ein wilder verzweifelter Ritt, bei dem ich immer weiß, dass das Ziel ein sicheres ist aber der Weg geht durch die Hölle.

Der #MmH ist die Quelle des Schmerzes. Er ist Sadist und es macht ihm Spaß mich leiden zu sehen, dabei ist es ihm nicht wichtig wie stark er schlägt, sondern wie ich reagiere. Und wie beschrieben, ich reagiere. Ich frage mich nie, warum er das tut oder ob das nötig ist, denn dieser Schmerz ist keine Strafe, er ist unser Weg. Ich kann während der Session nicht sehen ob es ihm Spaß macht, aber ich weiß es. Tatsächlich ist es für mich aber in diesem Moment völlig egal. Es ist kein Flug im beflügelten Sinne, es ist ein reines existieren im Gefühl das ihn und mich umschließt.

Irgendwann findet er ein Ende, er hat mich die ganze Zeit im Blick, schaut wie es mir geht und dann ist es vorbei. Er löst meine Fesseln, gibt mir zu trinken, so wie zwischendrin auch immer. Wir legen uns zusammen ins Bett und geniessen unsere Nähe. Meine Haut ist feuerrot und am nächsten Tag wird doch meist nichts mehr zu sehen sein, denn ich bin einfach sehr empfindlich. Allerdings nur auf den Schmerz nicht für blaue Flecken. Und wir scherzen, ich bin locker und gelöst, es geht mir einfach gut.