Machtgefälle und D/s

Ich habe schon diverse Einträge über D/s verfasst und alle haben noch ihre Richtigkeit. Gerade aus dem Moment heraus in dem ich sie geschrieben habe. Aber im Laufe der Zeit verschieben sich gewisse Sichtweisen, manchmal nur minimal aber doch für einen selbst elementar wichtig. Ich hab neulich einen Tweet über Unterwerfung geschrieben, der ergab sich aus gewissen Themen die so durch die Bubble waberten. https://twitter.com/KirasWelt_/status/1363622516917469196 „Richtige Unterwerfung ist bei mir personengebunden, dieses Gefühl muss erst wachsen, aus Vertrauen und dem Bedürfnis nach Hingabe. Aber Respekt, den gebe ich gerne von Anfang an, wenn mein Gegenüber ihn verdient. Dazu gehört auch der Respekt der Regeln die ihm wichtig sind.“ Mein BDSM und mein Masochismus sind an ein funktionierendes D/s gekoppelt, was bedeutet, dass ich anfangs eben nur mit einem Vorschuss an den Mann spiele. Ich setze also im Prinzip voraus, dass er mein Vertrauen verdient. Immer vorausgesetzt alle anderen Bedingungen zwischen ihm und mir stimmen. Dieses Gefühl instinktiv vor einem Mann auf die Knie gehen zu wollen, kenne ich so nicht. Was nicht heißt, dass ich nicht schon vor einigen Männern beim ersten Date gekniet habe.

Denn eigentlich brauche ich nicht das D/s ist mir klar geworden, sondern ich brauche ein Machtgefälle. Und dieses kann ich auch aufbauen, wenn kein D/s besteht. Klingt jetzt irgendwie eigenartig, denn D/s steht ja abgekürzt erstmal nur für Dominanz und Submission und ich denke eine ganz genaue Definition ist da weder möglich noch sinnvoll. Also schreibe ich wie ich es für mich sehe. Machtgefälle bedeutet für mich zunächst erstmal „nur“, dass ich meinem Gegenüber für die Zeit unseres Treffens die Macht in einem abgesprochenen Rahmen übergebe. Das kann ich im Zweifelsfall sogar, selbst wenn ich ihn nicht als dominant empfinde. So ein Setting ist für mich eher unbefriedigend, ich habe es aber durchaus schon getan. Meistens wenn ich ihn sympathisch fand und hoffte die Dominanz würde vielleicht mit dem Spielen kommen. Hat aber nie wirklich funktioniert. Funktioniert hat es, wenn er einfach in dem Sinne nicht an Dominanz interessiert war, als Sadist das Machtgefälle einfach für die Session nutzte. Da war es vollkommen in Ordnung, ließ nur eben dieses Bedürfnis bei mir unbefriedigt.

Wo liegt der entscheidende Unterschied, warum haben der MmH und ich eine D/s Beziehung und nicht nur ein Machtgefälle. Natürlich haben wir auch ein Machtgefälle, je nach Situation zwischen Augenhöhe und komplett verschoben ist alles möglich. Auf Augenhöhe stellen wir unseren Metakonsenz her, ich kann ihm sagen wie es mir geht oder wir reden einfach über alltägliches. Auf Entfernung ist eine deutliche Verschiebung ohnehin nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen, das kostet viel Kraft und Arbeit. Was bedeutet also dieses D/s für mich. Es ist dieses innere Gefühl, dass sich meine Hingabe und Submission um ihn dreht. So kitschig es auch klingt, er ist die Sonne für meine innere Sub, alles dreht sich um ihn. Das kann manchmal durchaus etwas ablenkend sein und hat mein Verhalten im Dating nachaltig beeinflusst, ohne dass er da etwas einfordert. Und wenn er etwas einfordert, dann hinterfrage und diskutiere ich nicht erst, sondern dann folge ich seinen Anweisungen. Es ist das Wissen, dass das Machtgefälle immer vorhanden ist, dass ich im Rahmen den wir für uns gesteckt haben, den er genau definiert, alle Macht an ihn abgetreten habe. Das ist auf Entfernung natürlich deutlich eingegrenzter als wenn wir uns sehen. Und deshalb braucht dieses D/s, diese komplette Unterwerfung auch Zeit. Zeit um das Vertrauen und die Verbindung aufzubauen. Natürlich kann ich vor jedem Mann knien, und bei einigen fühlt es sich auch halbwegs stimmig an, aber nur bei diesem einen fühle ich, dass das mein Platz ist. Nur da ist die Hingabe im tatsächlichen Sinne vorhanden. Der Weg dahin war natürlich fließend und das Machtgefälle hat von Anfang an gut funktioniert, so dass der Rest in Ruhe wachsen konnte. Den Unterschied kann ich vorallem im Rückblick sehen und auch jetzt erst als solchen wahrnehmen.

Und weil das Bedürfnis nach diesem Gefühl bei mir so groß war, hab ich gerne zu Füßen der Doms gekniet, weil ich eine Aussicht erhascht habe auf das was möglich ist. Und das macht auch die Gefahr so groß sich jemandem zu unterwerfen, der damit nicht sorgsam umgeht, denn alleine diese Aussicht ist schon so schön. Was mich zu einem anderen meiner Tweets der letzten Tage bringt: https://twitter.com/KirasWelt_/status/1364640471524536320 „Immer wieder unterschätzen Tops/Doms die Emotionen die sie in den Bottoms/Subs auslösen. Viele neigen in diesem Hormonrausch dazu sich mehr und tiefer zu öffnen als sie vielleicht selber merken Seid achtsam miteinander und redet. Sonst ist der Schmerz emotional und nicht lustvoll“ Seid vorsichtig mit Euch und unterschätzt nicht eure Sehnsucht und das was sie euch vielleicht vorspielt. Hingabe braucht Vertrauen und Zeit, nehmt sie euch.

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