Auf dem Weg und trotzdem angekommen

Mein Weg im devoten zeigte sich schon als Jugendliche, wurde aber mangels Partner dafür ignoriert. Zu sehr war ich, obwohl trotz meines Elternhauses sexuell sehr aufgeschlossen, dann doch im „bürgerlichen“ verhaftet.

Es zog sich als Phantasie immer durch mein Leben, durch meine erotischen Träume. Und eigentlich dachte ich, es wird immer ein Traum bleiben.

Dann kam der Punkt nach dem dritten Kind wo ich tatsächlich viel in Frage stellte, auch meine Beziehung und meine sexuellen Bedürfnisse. Wo ich mich einfach mal fragte ob ich tatsächlich meine eigenen Bedürfnisse dauerhaft hinter den Kindern und dem Partner zurückstellen will und kann. Und ob das wirklich sinnvoll ist für mich, meine Zufriedenheit, mein Glück und meine Partnerschaft. Die Antwort ergab sich schleichend.  Ich lebte es zunächst nur Online aus, aber aus dem ersten Schritt den Phantasien Raum zu geben, wurde irgendwann ein erster Schritt in die Realität.

Zunächst ein Vanilla ONS, für den Kopf und das Ego gut, körperlich eher so naja. Und dann das erste Mini BDSM Erlebnis. Wow, die Endorphine flossen, völlig neue Welten und Gefühle.

Dann nächste Treffen mit anderen Männern, eine gewisse Ernüchterung, vieles anders als gedacht und erhofft. Die Männer anders als erhofft und anders als sie im ersten Kontakt vorgaben zu sein. Aus dem Gesuch nach einer regelmäßigen Spielpartnerin wurde ein naja alle 4-6 Wochen. Fast alle dann viel unverbindlicher als gedacht. Zusagen eher der Laune entsprechend. Es ging eigentlich nur um das einmalige Erlebnis, das auch gerne immer mal wieder, doch nie um etwas Gemeinsames. Aber auch viele tolle Männer darunter, denen ich vielleicht besser etwas später begegnet wäre. Denn auch wenn das manchmal so wirkt, suchen nicht alle Doms immer die unerfahrene Sub.

Nach einem Jahr der erste feste Spielpartner, der tatsächlich selber ein Treffen alle 2 Wochen als Regelmäßigkeit wünschte. Ein toller Mann, erfahren im BDSM, Regisseur, Schauspiellehrer, klein Kira fragte sich immer etwas was der eigentlich von ihr will. Aber ich habe die Treffen sehr genossen, meinen ersten Clubbesuch mit ihm erlebt, gelernt mich durch Vertrauen besser fallen lassen zu können. Aber das muss ich auch sagen, es waren immer nur kurze Treffen, die Bandbreite war nicht sehr groß, es blieb für mich zu viel offen. Dafür konnte ich ihn alles fragen, von seinem Wissen profitieren und für mich wichtige Routinen und Denkansätze entdecken. Ich bin ein Kopfmensch, damit der Bauch übernehmen kann muss der Kopf vorher überzeugt sein. Als diese Spielbeziehung dann aufgrund privater Umstände bei ihm beendet wurde, war ich zwar durchaus etwas traurig aber vor allem dankbar.

Und weil ich das zwar sehr genoss, es mich aber nicht vollständig erfüllte, war ich immer noch anderweitig unterwegs. Im Rückblick frage ich mich manchmal wie ich das zeitlich hinbekommen habe. Aber es erweiterte meine Erfahrung, ich suchte mir die Erlebnisse die ich machen wollte, zumindest soweit es möglich war.

Und ich traf auch Entscheidungen gegen Personen, die zwar bereit für die Beständigkeit waren die ich suchte, aber wo mein Bauch und mein Herz sagten, dass sie mich nicht glücklich machen würden. Es trafen auch Männer diese Entscheidung gegen mich, ich lernte daraus, dass ich mein Herz besser beschützen sollte. Aber so spiele ich nicht, wenn es passt, dann gehe ich volles Risiko ein, will eine Verbindung haben und Vertrauen.

Vor gut einem Jahr traf ich dann zum ersten Mal den MmH und obwohl ich es aufgrund der Entfernung und seiner bereits bestehenden (Spiel-)Partnerschaften eher entspannt und ruhig angehen wollte, eher unverbindlich so wie die Männer in meiner Vergangenheit, bekam das schnell eine für mich sehr überraschende Dynamik. Ihn hätte ich sicherlich auch nicht viel früher treffen dürfen, ich weiß dass er auch mit Anfängerinnen gut spielen kann, aber ich wäre vorher noch nicht bereit gewesen für die Dinge die ich mit ihm erlebte und erlebe. Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, dann sehe ich Treffen nur zu zweit und Treffen in die andere Personen eingebunden waren. 2 wunderbare Treffen mit einer Freundin von mir für FMF mit SM Anteil. Besuche von Pornokinos oder Dates mit Männern für die Schlampe in mir, Events und ruhige Momente zu zweit die mein großes Bedürfnis nach D/s befriedigen. Und immer wieder  der S/M Teil, denn er ist und bleibt ein ganz großer Sadist. Dabei kann ich viele Bereiche nicht abdecken, denn ich bin keine große Masochistin, aber er gibt mir die Chance diesen Weg viel weiter zu gehen als ich je gedacht hätte. Mit ruhiger bestimmter Hand und doch nicht schneller als es mir gut tut. Ich liebe diesen Sadisten in ihm sehr, und wenn er an die Oberfläche kommt, dann bin ich gleichzeitig vorsichtig und aufgeregt. Dieser Blick der einen so ansieht als wäre man gerade ein höchst interessantes Objekt, nicht Frau, nicht Geliebte sondern Ziel. Fühlt sich komisch an das so zu schreiben, fühlt sich aber in mir gut an.

Ich habe mich auf diesen Mann viel mehr eingelassen als ich je für möglich gehalten hätte. Die Entfernung und diverse andere Gründe machen es nicht immer leicht. Auch die Polyamorie ist für mich nicht immer ganz einfach, manchmal schlägt meine Verlustangst voll zu. Aber er ist mir ein wahrhaftiger Partner und Herr geworden. Er ist manchmal erschlagend ehrlich, auch so dass es weh tut und manchmal merkt er das nicht. Aber im Vergleich zu den Männern die erst das Eine und dann etwas Anderes sagen, ist das eine wahre Erholung. Ich weiß immer woran ich bei ihm bin.

Und noch immer sehe ich mich relativ am Anfang meines Weges als Sub, als devote Frau und als Person die ihre Phantasien erforscht und auslebt. Aber ich bin schon 2 Schritte vom Start losgekommen, hab in verschiedene Richtungen gesehen, erste Dinge erfahren und für gut befunden. In ihm stecken so unglaublich viele Phantasien und viele davon treffen bei mir auf einen Wiederklang, bei anderen bin ich vermutlich dankbar, dass ich sie noch nicht kenne. Ich bin unglaublich neugierig auf den Weg der vor mir liegt und bin trotzdem bei ihm angekommen und fühle mich sowohl sicher als auch herausgefordert.

Ich hätte die Möglichkeit mit anderen zu spielen, so wie er das auch tut, so wie ich das früher getan habe. Momentan kann ich das nicht. Das „Problem“ liegt darin, dass ich für den masochistischen Teil in mir immer einen gehörigen Anteil D/s brauche, mein D/s ist aber an ihn gebunden. Ich habe es ausprobiert, es fühlt sich nicht richtig an. Und zwar für mich und dem anderen Spielpartner gegenüber. Das ist eine Entwicklung die ich so anfangs auch nicht hab kommen sehen mit der ich aber sehr gut leben kann, sollte sich das nochmal ändern, dann ist das so.

So glücklich ich aktuell auch bin, ich bin froh, dass ich vor 4 Jahren keinen Blick in die Zukunft werfen konnte. Ich hätte vielleicht einige Dinge vermeiden können die nicht so gut gelaufen sind, aber ich glaube ich habe viele davon gebraucht um heute da zu sein wo ich bin. Zu seinen Füssen und neugierig auf das was kommt.

Im Flow

Ich wollte zum Workshop letztes Wochenende eigentlich nichts schreiben. Aber es gab eine Situation die mich so beeindruckt hat, dass der Tweet dazu fast etwas wenig aussagt.

Das Thema war Schmerz oder wie es positiv genannt wurde, intensive Empfindung. Es waren 3 intensive Tage. Für uns als Paar etwas schwieriger, weil ihm der Zugang zu vielen Übungen fehlte aufgrund seines Asperger. Aber er war an meiner Seite und ermöglichte mir damit ein Erlebnis, welches mich sehr beeindruckt hat und noch lange nachwirken wird.

Ein Grundthema war der Atem, dazu gab es einige Übungen. Aber im Gegensatz zu den Atemübungen bei Geburtsvorbereitungen, wurden hier ganz unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt. Mir fällt das immer recht schwer, weil ich mich sehr konzentrieren muss und dann nicht mehr entspannt und instinktiv bin. Es gab aber eine Rundatmung die mir leicht fiel und die wir bei einer rund 1 Stunde andauernden Atemreise anwenden sollten. Dazu lief eine für mich unglaublich stimmige Musik, die verbale Anleitung war gerade häufig genug für mich um nicht einzuschlafen. Sonst bringt mich die gesprochene Anleitung leicht raus, verhindert mein Einlassen darauf. Die Zeit verging für mich wahnsinnig schnell und ich schwamm auf einer Woge von Entspannung und Endorphinen. Ich rollte mich zu ihm ran und genoss einfach seine Nähe, öffnete mich komplett. Nach ein paar kurzen Momenten merkte er auch wie es mir gerade ging und passte einfach auf mich auf.

Anschließend gab es eine wunderschöne Peitschenvorführung der Workshop Ausrichter. Die Beiden zu beobachten im Zusammenspiel war toll und sehr beeindruckend, gerade für eine Light Masochistin wie mich. Das Ganze war wieder mit Musik unterlegt und ich lag entspannt auf einer Decke, der MmH saß hinter meinem Kopf. Ich hatte ihn darum gebeten mir Klammern zu setzen und auch gesagt wo. Er vergewisserte sich, dass ich bei der Stelle sicher war, denn er würde sie in seinem Tempo setzen und entfernen. Workshop hin oder her, das ist seine Entscheidung und genau so ist es stimmig für mich.

Ich fühlte mich geborgen und sicher, passend zum Geschehen vor uns setzte er mir Metallklammern rund um meine Nippel auf den Vorhof. Er machte das ganz langsam, reizte immer wieder meine Nippel, küsste mich. Ich hörte die Musik und reagierte viel stärker als sonst. Ich bin mir immer noch nicht sicher was es bedeutet zu fliegen, aber in dieser Situation war ich definitiv in einem Flow. Alles in mir vibrierte vor Energie. Sein Blick beim Setzen und beim Abziehen der Klammern ging ganz tief, seine Berührungen flossen durch mich durch, seine Küsse verwandelten sich sofort in Lust. Er setzte sie erneut, diesmal außerhalb des Vorhofes, wartete und zog sie wieder ab.

Ich war völlig aus der Zeit, während vor uns ein tolles Schauspiel stattfand. Wenn ich es vergleichen müsste, dann wäre es dem entspannten Flug mit Cannabis vergleichbar, nur mit viel mehr intensiven Empfindungen, kleinen Feuerwerken und hervorgerufen durch körpereigene Opiate. Irgendwann endete der Flug, bei mir tatsächlich nicht mehr genau abrufbar und auch der Abend endete mit einer weiteren tollen kleinen Session. Ich war nicht mehr so im Flow aber noch lange nicht wieder auf der Erde, so dass dieses spontane Spiel zu dritt bei mir noch in der gleichen Emotion verbunden bleibt.

Danke

Klammerspuren

Ich bin gut so wie ich bin aber es ist nicht immer leicht

Im Laufe meiner Twitterzeit, insbesondere seitdem ich blogge, habe ich mehrfach das Kompliment bekommen, dass ich so im Reinen mit mir bin und so klar wirke. Es wird durchaus auch ein gewisser positiver „Neid“ kommuniziert auf das was ich habe und bin. Und auch wenn ich das Kompliment als eines der schönsten empfinde, möchte ich doch mal einige Dinge ins rechte Licht rücken.

Thema Bodypositiv. Ich hatte früher viele Bilder im offenen Account, dort gibt es jetzt nur Bilder mit Einblick aber angezogen. Das hast nicht den Grund, dass ich mich nicht mehr wohl fühle, sondern, dass die Bilder geklaut wurden und an anderer Stelle eingestellt. Wer so wie ich lange gehadert hat und definitiv nicht zum Mainstream gehört, der ist da sehr empfindlich. Denn ich bin stolz auf meine Bilder. Daher gibt es freizügige nur noch hinter Schloss und Riegel. Aber es ändert nichts daran, ich bin dick und zwar laut der Medizin stark adipös. Und ich falle damit aus dem klassischen Schönheitsideal mehr als raus. Und ja medizinisch wäre weniger sinnvoll. Ich fühle mich damit heute nicht mehr permanent unwohl und meine Bilder haben mir dabei sehr geholfen. Nichtsdestotrotz habe ich dafür gebraucht bis ich 40 Jahre alt war. Ich wurde als Teenie mit einer fast normalen Figur, Größe 38, gehänselt und gemobbt. Ich war immer die Dicke, dabei war es vermutlich anfangs nur der Busen der immer etwas größer war, gerade bei meiner Recht kleinen Gesamtgröße. Ich habe mich nie wohl gefühlt und einen guten Teil meines Wertes daran gemessen und meinen möglichen Sexappeal abgewertet. So wie ich mich heute sehen kann, das ist harte Arbeit an der Selbstwahrnehmung und Selbstliebe gewesen. Und wer jetzt fragt wie das geht, ich weiß es nicht. Jeder hat andere Punkte die ihn drücken und die habe ich auch noch immer, aber ich gebe ihnen nicht mehr so viel Bedeutung. Ich weiß, dass ich heute von anderen so wahrgenommen werde, wie ich mich gerne sehen möchte auch wenn meine Selbstwahrnehmung etwas anderes sagt. Und ich versuche das anzugleichen. Und dennoch gibt es die Tage und Abende da sind die Selbstzweifel stark in mir und da möchte ich mich nicht im Spiegel ansehen. Aber ich weiß, das geht auch vermeintlich schlanken und schönen Menschen so.

Meine Klarheit als Sub. Hier in diesem Blog ist ein guter Teil meines Weges als Sub nachzulesen. Ich bin mangels Wissen völlig planlos einfach drauflos geprescht. Habe Männer gedatet, mir auch 2-3 Mal gehörig die Finger verbrannt, auch weil ich mich massiv überschätzt habe. Das war sicherlich nicht sinnvoll aber ich wusste es nicht besser. Und ich lasse mir nicht gerne helfen. Bis ich mit der Zeit immer mehr Einblick bekommen habe in das was BDSM bedeutet und für mich bedeutet. Ich hatte dann das große Glück meinen ersten festen Spielpartner zu treffen und von ihm in die richtige Richtung geführt zu werden. Mir fehlte zwar auch einiges in dieser Beziehung aber insgesamt bin ich mehr als dankbar dafür. Ich habe mich auch einmal emotional gebunden und wurde völlig unvorbereitet einfach fallen gelassen, etwas das mich sehr tief getroffen hat und immer noch nachwirkt. Dann traf ich über Twitter den Mann den ich heute meinen Herrn nennen darf und ich fand das was in mir etwas zum Schwingen brachte. Hätte ich ihn am Anfang meines Weges getroffen, wäre es zu früh gewesen. So bin ich heute an einem Punkt den ich mir besser nicht wünschen könnte. Aber ich habe mehr als 20 Jahre mit innerer Sehnsucht verbracht, bis ich den ersten Schritt überhaupt gemacht habe. Ich habe verdrängt, gelitten und gewünscht. Aber irgendwann hatte ich den Mut zu mir zu stehen und mich nicht untergehen zu lassen. Das ist ein Schritt bei dem mir niemand geholfen hat und der in einer schwierigen Zeit auch in meiner Ehe statt fand. Ohne diesen Schritt gäbe es diese Ehe nicht mehr, denn ich war dabei mich komplett zu verlieren und aufzugeben. Meine D/s Beziehung läuft parallel zu meiner Ehe und Familie, mein Mann teilt meine Poly Einstellung, trotzdem ist es oft eine Gratwanderung. Und was sich leicht liest, wenn ich darüber schreibe, kostet im Vorfeld oft viel Kraft und Organisation. Dafür genieße ich diese Zeit die nur mir gehört um so mehr und diese Kraft und auch Liebe die ich da tanke und von ihm bekomme, strahlt aus meinen Beiträgen.

Ich habe noch andere Aufgaben in meinem Leben die viel Kraft erfordern. Ich habe einen Beruf der viel Verantwortung verlangt und geistige Anwesenheit fordert, eine lange Pendelzeit. Ein Hobby welches mein Leben prägt und teilweise viel Zeit nimmt. Auch meine Kinder brauchen ihre Mutter und mein Mann seine Partnerin. Das alles sind Punkte die ich wenig thematisiere, die aber viel Zeit, Kraft und Ausdauer verlangen. Und all das, zusammen mit meinem permanenten Willen mich selbst zu reflektieren, hat im Laufe meiner 44 Jahre dazu geführt, dass ich heute bin wie ich bin.

Trotzdem gibt es Abende da fließen die Tränen, weil ich einfach fertig bin. Und das obwohl ich nicht mal eine besondere Last habe. Aber auch ohne Depression, Burnout oder sonstigem darf es mir mal schlecht gehen. Darf die Last gefühlt zu groß sein, mit Haus, Kredit, Job, Verantwortung, Streit in der Beziehung und Zukunftsangst.

Ich bin ganz groß darin mich klein zu machen und meine eigene Leistung zu negieren. Auf der anderen Seite habe ich oft die Angst, dass ich gar nicht verdiene was ich gerade habe. Aber eigentlich möchte ich sagen, ja es war und ist verdammte Arbeit, es ist nicht leicht und erfordert manchmal Mut und die Fähigkeit zum durchhalten aber es lohnt sich. Es kommt zwar immer mal das Leben dazwischen aber insgesamt lohnt es sich an der eigenen Einstellung zu arbeiten. Und dann erhascht man mit etwas Glück einen Funken Zufriedenheit und Glück und der strahlt dann aus einem raus, so dass andere ihn sehen.

Die einen werden jetzt sagen, was erzählt die das, so ist eben das Leben. Ja ich weiß, so ist das Leben. Aber für andere kann es der durchaus beruhigende Punkt sein, zu sehen, dass auch bei mir nicht alles glatt läuft. Oder dass die Zeit Erfahrung bringt, wer früher anfängt ist vermutlich früher an dem Punkt als ich. Und wer noch nicht da ist, es kann noch werden. Wichtig ist, vieles liegt in eurer Hand und in eurer Betrachtungsweise. Habt euch selbst lieb. 💜

Fremdkontrolle

Ich saß neulich angezogen auf einem Hotelbett und unterhielt mich mit dem nackten Mann mir gegenüber. Er stellte mir 2 interessante Fragen. Warum machst du das, bzw. was hast du davon? Und… auf mich wirkst du gar nicht devot. OK eher eine Aussage als eine Frage. Diese beiden Sätze möchte ich gerne betrachten für mich, aber damit ihr überhaupt versteht wie es zu diesem Gespräch kam, muss ich wohl die Story dahinter erzählen.

Am Donnerstag Morgen fragte mich der MmH wie denn so mein Zeitplan am Freitag aussehen würde. Nach meiner Antwort erklärte er dann, dass es für seine spontane Idee in meine Stadt zu kommen, doch alles etwas knapp sei. Aber er würde ja doch gerne meinen Höschenfreitag kontrollieren… lassen. Und so hatte ich innerhalb von wenigen Minuten plötzlich eine Vorgabe, wann ich mich am kommenden Tag wo einzufinden habe. Immerhin wusste ich wen ich dort treffen würde. Ein mir nicht persönlich bekannter Mann aber doch nicht fremd, Twitter sei Dank Mit ihm würde ich auf ein Hotelzimmer gehen, meine Sliplosigkeit überprüfen lassen und als Dank dafür seinen Morgen mit einem Blowjob bereichern.

Ich hatte nun etwas weniger als 24 Stunden um mich leicht oder mehr als leicht verrückt zu machen. Die Situation an sich machte mir gar nicht so viel Sorgen, auch wenn ich nicht Swinger erfahren bin, hab ich den ein oder anderen Blowjob gegeben. Auch Hoteldates mit Cover hatte ich schon und das covern würde in dem Fall der MmH selbst übernehmen. Trotzdem ist die Situation anders, wenn man sie nicht selbst plant. Und ich hab tatsächlich etwas überlegt ob ich das überhaupt erzähle, den Hintern voll zu bekommen mit ein paar Schlägen ist ja schon fast Salonfähig geworden, solche Aktionen sind etwas anderes und können einen Beigeschmack haben. Aber wer mich kennt oder schon einen Moment liest, weiß dass ich so etwas nicht tue weil ich gezwungen werde und mein Herr immer auf mein Wohlergehen schaut. Er bewegt sich sicherlich auch mal an meinen Grenzen aber er verschiebt sie nicht brachial.

Die Nacht war sehr unruhig und so fuhr ich sehr früh morgens mit ordentlich Augenringen los. Kam fast zu spät weil ich mich halb verlief. Der MmH fragte schon ob ich pünktlich sei, was ich ausnahmsweise verneinen musste. Aber 3 Minuten nach der Zeit ging ich zum Treffpunkt und sah ihn dort stehen. Es war eine angenehm unkomplizierte Begrüßung, wir fuhren zu dem Zimmer und noch davor stehend rief ich wie aufgetragen den MmH an und gab ihm die Zimmernummer. Der wünschte mir viel Spaß und das war’s. Ihr kennt mich langsam, ich beschreibe selten sexuelle Dinge im Detail. Daher kurz und knapp. Ich fragte ihn ob er etwas beim Blowjob gar nicht mag und dann ging es im Prinzip schon los. Sehr angenehm kommunizierte er auch was er mag und will und ich denke es war für ihn durchaus zufriedenstellend. Und danach saßen wir auf dem Bett, er nackt und ich angezogen und wir unterhielten uns. Ach so, kontrolliert wurde ich natürlich vorher bereits 😉

Jetzt wäre die Story an dem Punkt den ich brauche, aber sie ging noch weiter und den Part will ich nicht verschweigen, weil er für mich so toll war. Nach knapp einer Stunde verabschiedete ich mich, es war eine sehr nette und auch lustige Stunde. Die Verbindung in Hotelfluren ist ja immer grauenvoll und so brach mein erster Anruf beim MmH in sich zusammen, in der Lobby gelang es dann und ich sagte ich bin wieder raus. Er wollte ein Selfie von mir in der Lobby an einer bestimmten Stelle, also nochmal zurück, Bild machen und beim losgehen absenden. 20 Sekunden später bekomme ich ein Bild und sehe ihn genau an der gleichen Stelle stehend. Auch wenn ich es als reichlich unwahrscheinlich empfand, drehte ich nochmal um und sehe ihn tatsächlich dort stehen und mich grinsend anblickend. 💜 Er war für das Covern tatsächlich abends zuvor angereist, hatte sich alles angesehen um mich vernünftig schützen zu können oder im Bedarfsfall aufzufangen. Eine innige Umarmung, ein Kuss der alles andere vergessen lässt und meine perplexe Frage was nun passiert. Ich war wirklich etwas neben mir. Aber eine klare Antwort. Wir gehen jetzt zum Auto, ich benutze dich auf dem Rücksitz und dann fahre ich dich zur Arbeit. Und das hat er getan. Genau so. Und es bedeutete die Welt für mich in dem Moment.

So nun aber zu den Fragen die mein Date hatte. „Du wirkst auf mich gar nicht devot.“ Stimmt, weil das in mir nur wenige Männer auslösen und diese Tiefe an Submissivität bisher nur dieser. Trotzdem bin ich eine sehr devote Frau und habe die Neigung bereits mein Leben lang. Im Alltag merkt man es sicher kaum oder nur an Kleinigkeiten. Es sei denn ich bin in der Begleitung meines Herrn, dann gibt es mehr Hinweise. Aber auch hier knie ich nicht den ganzen Tag. Wir haben ein dauerhaftes Machtgefälle, aber ich kann ihm in die Augen blicken und alles sagen. Immer. Und manchmal gibt er sogar zu, dass ich Recht habe. 😉 Was ich sagen will, devote Frauen sind nicht sofort erkennbar, nicht zwingend schüchtern oder zurückhaltend. Es gibt Hinweise, wer die lesen kann ist klar im Vorteil.

Und nun die Frage. Warum mache ich das, was habe ich davon? Da gibt es verschiedene Antworten. Ich könnte sagen, weil ich ihm das Recht dazu gegeben habe und die Antwort wäre richtig. Also wäre die Frage warum habe ich ihm das Recht dazu gegeben, was springt für mich dabei raus. Tatsächlich bin ich zu diesem Treffen gefahren ohne etwas für mich zu erwarten, außer der Befriedigung der Neugier diesen Mann kennen zu lernen und die treibt mich jetzt normal nicht zu einem Blowjob. Anfragen zwecklos 😉

Der MmH kennt mich inzwischen sehr gut, er weiß an welchen Fäden er ziehen muss und er hat natürlich eigene Vorlieben. Und so kombiniert diese Aufgabe seinen Spaß daran mich auf die Probe zu stellen, so was möglich zu machen und meinen Kopf zu ficken mit meiner Neigung und Lust daran einem Mann Lust zu bereiten. Es ist eine Herausforderung dies zu tun ohne dass man Mitsprache hat, aber das ist Teil unserer D/s Beziehung. Die Grenzen und Regeln einer solchen Beziehung legt jedes Paar selber fest bzw. entwickelt sich das mit der Zeit. Sicher gibt es genug bei denen so etwas völlig außer Frage steht und das ist dann auch gut so. D/s bedeutet nicht zwingen sondern mit dem Arbeiten was möglich ist.

So ist das was ich davon habe nicht auf die Situation begrenzt, sondern ergibt sich aus dem Miteinander von ihm und mir. Er fordert Dinge ein und sorgt dafür, dass meine Bedürfnisse auf die ein oder andere Art gestillt werden. Und manchmal bedeutet das Dinge nicht zu bekommen aber dafür die Führung zu spüren die mir so wichtig ist. Er führt und ich folge. Er fordert und fängt mich auf. Er nimmt und gibt dadurch. Nicht immer offensichtlich aber immer vorhanden, auf die ein oder andere Art. Und das ist unser BDSM.

Ein Abend zum Thema der O

Relativ spontan sind der #MmH und ich beide. Termine wollen zwar geplant werden aber wenn sich die Option ergibt einen Tag zu verlängern und eventuell auf ein Event zu gehen, dann freuen wir uns beide darauf. So eine Gelegenheit ergab sich und ich stöberte in den Events in seiner Umgebung. Schon immer hatten mich die Beschreibungen von den schicken Events zum Thema der O angesprochen, die eine oder andere Veranstaltung hatte ich mir durchgelesen. Aber ohne entsprechenden Begleiter ist das nicht so das richtige. Durch Zufall fand aber genau so ein Event an dem Wochenende statt, ganz unbedarft ohne nochmal genauer zu lesen, schlug ich es ihm vor. Er hingegen las es genau und stimmte mir begeistert zu. Anmeldung war nur noch auf Warteliste, aber mit einer netten Mail und dank eines Paares welches ihm bekannt war, rutschten wir auf die Gästeliste.

Nun las ich die Beschreibung doch mal genauer. Die Location eigens angemietet, mit Catering und räumlich großzügig. Klang vielversprechend und dem Eintrittspreis von knapp unter 200 Euro gerecht werdend. Es wurde ein Neigungsbogen zugeschickt der auszufüllen war. Relativ enge Kleidungsvorschriften für die Herren, dunkler Anzug, gute Schuhe, Krawatte oder Fliege, die Kleidung sollte dem Ambiente und der Stimmung gerecht werden. Für die Frauen gab es nur eine richtige Vorgabe: Zugänglichkeit. Das bedeutet die Brüste müssen entblößt sein oder leicht entblösbar sein, Rock und keinen Slip. Oder eben weniger. Aber stilvoll. Es wurden Regeln für die Kommunikation der Os vorgegeben und der grobe Ablauf vorgestellt. Natürlich war klar, dass nichts so streng durchgeführt wird wie es in solchen Beschreibungen steht, aber das was angekündigt wurde, bereitete definitiv ein aufregendes Kopfkino.

Der #Mmh macht vieles, aber keine halben Sachen. Also erklärte auch er mir nochmal genau meine Regeln und stellte vor allem in Aussicht, dass wir da schon über Tag langsam einsteigen. Die Regeln für eine O sind ja doch nochmal etwas enger gesteckt als für eine Sub. Zumindest wenn man sich an die literarische Vorlage hält. Kurz gefasst: immer gut zugänglich sitzen, Beine breit, den Blick gesenkt, den Mund leicht geöffnet und ansonsten nichts sagen. Originär wäre die O dann für jeden anwesenden Mann für alle, sowohl für masochistische als auch sexuelle, Handlungen verfügbar. Ist natürlich nicht der Fall, aber fürs Kopfkino natürlich eine feine Sache. Samstag über Tag wurde er daher strikter. Einstieg war ein ausgiebiges Spanking, er wollte seine O gerne mit Striemen präsentieren. Nun bin ich keine Hardcore Masochistin und mein Hintern neigt nicht zu blauen Flecken. Trotz Rohrstock und sonstigem freundlichen Schlagwerkzeug war ich zwar am Ende mental eingestimmt, konnte aber keine bleibenden Striemen vorweisen. Sehr zu seinem Missfallen, aber hilft ja nichts. Anschließend durfte ich in seiner Nähe knien während er aufopferungsvoll für uns kochte. Beine breit, Blick gesenkt, Mund leicht offen. Und das auf einer dünnen Decke auf hartem Küchenfussboden. Gerade dieses breitbeinige knien schaffe ich nicht lange. Und meinen Mund lange offen zu halten schaffe ich auch nicht, ich fühle mich dann immer etwas „debil“. Und ich vergesse es auch einfach immer irgendwann, wenn meine Gedanken bei den schmerzenden Knien sind.

Wir machten uns fertig, die Stimmung wurde wieder etwas lockerer. Dann fuhren wir eine Stunde zum Event. Eine Stunde die einerseits recht entspannt war, andererseits meine Aufregung nun doch langsam zum Höhepunkt trieb. Dann rollten wir eine beleuchtete Zufahrt zum Parkplatz der Location runter. Ein Einweiser zeigte die Richtung. Erster Eindruck. Ein Parkplatz voller großer eher teurer Autos. Überall elegant gekleidete Pärchen, ein Lachen erklang immer mal wieder. In mir stieg so eine Assoziation auf von einem Samstag Abend Krimi. Wo gutsituierte Paare gezeigt werden die dann ganz unerwartet wilde Sexparties mit Drogen feiern und jemand ermordet wird. Anschließend ermittelt der Kommissar in Sodom und Gomorrha. Ich hoffte auf einen anderen Verlauf, musste aber Grinsen und meine Anspannung ließ etwas nach.

Wir gingen einen etwas unebenen Weg entlang und wurden von freundlichem Servicepersonal bis zur Garderobe gewissen. Die Garderobe war etwas provisorisch und ich war froh nur meine Jacke aufhängen zu müssen ohne mich noch kompliziert umziehen zu müssen. Und dann kam der erste Punkt. Herren und Os wurden getrennt. Die Herren versammelten sich im großen Saal zum kennen lernen und die Frauen in der gemütlichen „Scheune“, für den Weg über den kalten Hof und für den nächsten Punkt bekam jede O einen gleich aussehenden langen Umgang. Dank meiner riesigen Statur musste ich den ordentlich raffen um nicht auf die Nase zu fallen. Und nun begann der Abend.

Ich betrat die Scheune und die Atmosphäre war lustig und entspannt. Es begrüßten sich altbekannte Gesichter, es wurde gekichert und gescherzt. Ein Glas Sekt zur Begrüßung nahm ich gerne entgegen. Und ganz schnell fand ich Anschluss zu Frauen die ebenfalls zum ersten Mal da waren. Wir tauschten uns aus und fragten andere aus. Weiteren Sekt lehnte ich aber ab, Alkohol und BDSM passt für mich nicht gut zusammen. Andere tranken durchaus noch etwas mehr. Leichte Partystimmung. Ich möchte ein klein wenig die Frauen beschreiben ohne ins Detail zu gehen. Ich war mit meinen Mitte 40 im unteren Altersdrittel. Laut Erzählungen war diese Art der Veranstaltung für viele langjährige Paare eine Art ihre Ehe wieder interessant zu machen. Einige sehr attraktive Frauen, viele ganz normale Frauen so wie ich auch. Von dick bis dünn alles dabei. Aber alleine aufgrund des Preises ein komplett anderes Klientel als wenn ich zur Sklavenauktion in Berlin ins KitKat gehe. Ich fühlte mich definitiv nicht auffallend anders. Beruhigend. Ich schlüpfte nochmal rasch aufs Klo, passend zur Unzeit hatte ich auch noch meine Tage bekommen und ich wollte den Softtampon nochmal kontrollieren. Keine Ahnung wieviel Möglichkeit ich dafür später haben würde. Es sind die kleinen Dinge die einen dann manchen hindern sich komplett drauf einzulassen und ich wollte definitiv keine Blutflecken hinterlassen.

Und schon kam der Moderator des Abends und erläuterte nochmal die Regeln. Dann begann das Schauspiel. Augen zu und durch meldete ich mich gleich zur ersten 4 er Gruppe. Mit den Umhängen wurden wir über den Hof in den großen Saal geführt. Dort saßen die 37 Herren bequem oder lehnten an der Wand. Auch brav auf den Boden sehend, war das ein beeindruckendes Bild. Wir wurden nebeneinander gestellt, der Umhang wurde vom Zeremonienmeister abgestreift und fiel zu Boden. Wir mussten uns einmal drehen damit jeder alles sehen konnte, dann sollten wir uns auf zugewiesenen Positionen kurz präsentieren. Was nicht gut genug sichtbar war, wurde von helfender Hand freigelegt. Dann kamen die zugehörigen Herren, befestigten den einlaminierten Neigungsbogen und ein oder zwei Bänder. Diese zeigten die Benutzbarkeit, eines für Schmerz das andere für sexuelle Verfügbarkeit.

Anschließend gingen wir alleine ins obere Stockwerk wo die Spielzimmer waren, hier suchte sich jede einen Platz an der sie sich positionieren konnte um das weitere abzuwarten. Und hier spreizte sich nun etwas das Kopfkino von der Realität. Kopfkino waren brav wartende stille unterwürfige Os. Realität waren entspannt schnatternde Frauen. Es war eine gewisse Aufregung und Freude zu spüren aber einfach viel Vorfreude und Spaß. Das Bett im Raum quitschte fürchterlich und wir machten unsere Späße. Ebenso mit dem vorhandenen Magic Wand. Da die Vorstellung aller Frauen einige Zeit in Anspruch nahm, kam der Vorschlag auf einfach schon mal anzufangen um dann bereits fertig zu sein und in die Bar zu gehen. Viel Gelächter und Geschichten vergangener Abende erfüllten den Raum

Dann waren irgendwann alle positioniert, einer der Ausrichter kam nochmal rum und korrigierte ein paar Positionen und eine Glocke erklang. Nun gingen alle Herren durch die Räume und besahen sich das Angebot, mit einer kleinen Taschenlampe beleuchteten sie die Profilbogen und durften schon mal befühlen was zur Auswahl stand. Hierbei auf den Boden zu sehen fiel mir nicht schwer. Dann ertönte die Glocke ein weiteres Mal und das Spiel war freigegeben. Einige Os fanden sehr schnell jemanden der die bespielt, einige wurden von ihren Herren abgeholt. Innerhalb von Minuten ertönten die Lustschreie und ich musste an einen Sir bei einer Veranstaltung vor ein paar Jahren denken, der nachdem 4 Männer mit seiner O spielten und sie vor Freude juchzte, sagte: Jungs sie soll euch Lust bereiten nicht umgekehrt. Ich saß relativ lange und hörte dem Treiben neben mir zu. Ich hatte allerdings tatsächlich eine kleine Zwickmühle. Die Regeln gaben vor still zu sein und den Blick gesenkt zu halten, ich bekam durchaus mit, dass das nicht alle so machten und eine Kontaktaufnahme über Blicke Erfolg hat. Andererseits wusste ich, der #MmH erwartet von mir, dass ich mich an die Regeln halte. So wartete ich. Er kam auch vorbei um nach mir zu sehen, ordnete einen Positionswechsel an und verschwand wieder. Das ist tatsächlich nicht ganz leicht, zu wissen, dass er sich nun sucht worauf er Lust hat und ich warte. Aber eine kleine lustige Begebenheit die ich immerhin hören konnte. Neben mir wurde eine Frau bespielt, mit einem Wand immer wieder bis kurz vor den Orgasmus gebracht und dann liegen gelassen. Sie hatte nicht mal um den Orgasmus gebeten sondern ihn wohl einfach erwartet, war aber an den falschen geraten. Ihr eigener Herr erschien und ihre Wortwahl war: Schatz du musst das jetzt zu Ende bringen sonst bekomme ich Migräne. Er wehrte sich zwar erstmal verbal, war ihr dann aber natürlich behilflich, wie es einem richtigen Dom geziemt… Oder so ähnlich.

Es wurde schon etwas ruhiger da erbarmte sich mein Herr und führte mich in ein anderes Zimmer wo ich mich auf ein Schulpult knien musste. Und tatsächlich kam nun ein Herr und ließ sich von mir den Schwanz blasen, zwischendrin bespielte er mich geschickt mit seinem Wand ohne mich kommen zu lassen. Er machte immer mal wieder Pause um nach seiner eigenen Frau zu sehen und in einer dieser Pausen brach der #MmH das Spiel ab und parkte mich für eine Pause im mittlerweile gut gefüllten Essenssaal. Er hatte dafür seine Gründe und vermutlich auch Recht, aber da ich nun endlich gerade ins Spiel gekommen war, war es für mich eine ziemlich frustrierende Situation. Zumal er selber wieder nach oben verschwand. Ich dümpelte also etwas mit meinem Wasser rum bis er wieder erschien.

Runde 2 startete gegen Mitternacht. Alle Os bekamen eine Augenbinde und warteten bis sie von jemandem mitgenommen wurden. Der #MmH konnte natürlich alles sehen und erzählte mir, dass viele von ihren eigenen Herren mitgenommen wurden, was aber irgendwie nicht ganz der Spielidee entsprach. So einigte er sich mit dem ihm bekannten Herren auf einen einfachen Partnertausch und so konnten sie uns im gleichen Zimmer bespielen und gleichzeitig ein Auge auf die eigene Partnerin halten. Ich wusste davon natürlich nichts, bekam es aber relativ schnell anhand von Kleinigkeiten mit. Änderte zwar nichts aber ich hatte das gute Gefühl er ist in der Nähe. Unnötig zu erwähnen, dass er sich gerne mit Sadisten befreundet, oder? Und ich beschwere mich ja ansonsten gerne mal über zu lasches Spanking bei fremden Herren, das perfekte Spanking kann natürlich nur er. 😉 in diesem Fall war es allerdings eher die obere Grenze, ich war mehr als einmal kurz davor „rot“ zu sagen. Und ich muss leider ehrlich sagen, dass nicht alle Gründe die mich davon abhielten, sinnvoll waren. Ich schreibe sie ehrlich auf, auch wenn ich weiß, was ich als Antwort bekommen werde. Punkt 1 ist die Tatsache, dass ich tatsächlich ganz schlecht kommunizieren kann, wenn das Schmerzlevel hoch ist. Ich denke zu lange nach, die Gedanken drehen sich im Kreis ich komme nicht raus. Da haben wir drüber gesprochen und er wird bei einem nächsten Mal darauf achten, dass ich zwischendrin gefragt werde nach meinem Zustand. Punkt 2 ist dieser dämliche Stolz den vermutlich viele kennen, irgendwie geht es noch. Punkt 3, dass er wirklich gut und abwechslungsreich schlug, viel ausprobierte, das war spannend. Und Punkt 4, der ist eigentlich total blöd. Aber „rot“ bedeutete an dem Abend, Abbruch für die Situation und auffangen vom eigenen Partner. Und ich wollte auch ihn nicht aus der Situation reißen. Und ich weiß das sollte kein Grund sein. Ist mir klar, braucht also eigentlich keine Diskussion. Irgendwann schaffte ich zumindest um eine Pause zu bitten, danach verlangsamte er das Tempo und ließ mich tatsächlich zum Orgasmus kommen. Unfair ist übrigens wenn der eigene Partner noch Hinweise gibt wo man besonders empfindlich ist bei Schlägen. 🙈

Ich gebe zu ich war absolut fertig und am Ende. An sich wollte mein Herr mich wieder im sicheren Bereich ohne Band parken und noch weiter schauen, aber er merkte dann sofort dass das für mich nicht mehr geht. So saßen wir dann in der Scheune auf einem Sofa, ich konnte an seine Brust gekuschelt langsam runterkommen. Vor uns lief eine kleine spontane Vorführung verschiedener Bullwhips. Gemeinsames Rumblödeln und Ausprobieren wie ich es von solchen Events kenne und auch liebe. Das Gefühl mit seinen Vorlieben ganz normal zu sein. Ob angezogen oder halb nackt, einfach sein.

Der Abend war wirklich schön und ich habe nur einen Bruchteil tatsächlich erzählt. Und es gibt, wenn man weiß wie es läuft, auch noch viel Möglichkeit etwas aktiver zu gestalten. Die Ideen dazu sind bei ihm längst vorhanden…

Kopfkino versus Realität

Ich schreibe mal über etwas das bei mir immer wieder Thema ist. Ich denke jede im BDSM aktive Person kennt das „Dilemma“ aber für Einsteiger*innen ist es vielleicht ein ganz interessantes Thema zum drüber sinnieren. Kopfkino versus reales Erleben.

In meinem Kopf gab es schon immer Phantasien zum Thema BDSM, ohne dass ich da einen Namen für hatte. Sagen wir vom Anfang meiner sexuellen Entwicklung, mal mehr und mal weniger. Später angeheizt und in Richtungen gelenkt durch das ein oder andere Buch. Pornos habe ich nie wirklich konsumiert oder genutzt.

Irgendwann hat man dann so ein paar Phantasien die einen immer wieder heimsuchen und anheizen. Die werden detaillierter und sind sehr intensiv im gedanklichen Erlebnis. Und die Vorstellung das zu erleben ist ungemein heiß. Denn alles ist perfekt. Jeder der Beteiligten macht im richtigen Moment genau das Richtige und zwar in der richtigen Intensität. Dadurch hat das Kopfkino, zumindest bei mir, auch oft eine recht hohe Ausprägung, also am Maximum meines Wollens.

Ich hatte in der Phase bevor ich aktiv wurde eine recht intensive Zeit in der ich Kopfkino geschrieben habe mit Männern auf einer Chatplattform. Und das war absolut mein Kopfkino erfüllend. Ich hab es auch meist geschafft, dass die Männer in etwas das geschrieben haben was ich wollte, die Situation entsprechend aufgebaut wurde etc. Und dann hatte ich das Glück an einen Mann zu geraten, der das nicht getan hat. Er hat gesagt ich soll mich darauf einlassen und mal schauen was es mit mir macht, wenn er die Situation vorgibt. Das waren aus heutiger Sicher gesehen, ganz harmlose Situationen, nur nichts was ich bisher im Fokus hatte. Und er verweigerte mir für mich wichtige Elemente. Und tatsächlich war es echt schwer für mich, ich dachte boah nee das ist nichts für mich. Ich war eher auf den kurzen Kick als auf den langfristigen aus. Heute denke ich da sehr gerne dran, denn der Grundtenor seiner Szenarien war nicht sexuell, sondern ging um Unterwerfung und das Dienen, Dinge die für mich möglich und wichtig sind. Im akzentuierten Kopfkino kam das aber wenig vor. Ich zumindest hatte kein Kopfkino dafür einfach nur als Sub anwesend zu sein, zu bedienen und nicht im Mittelpunkt zu sein. Wichtig war einfach, dass mir klar wurde, dass es eine Diskrepanz zwischen selbst initiierten Kopfkino und geführtem gibt. Und dass das so vermutlich auch in der Realität sein wird.

Und dann kam ich irgendwann in die Situation, einiges tatsächlich zu erleben und auszuprobieren. Und verdammt der Schlag tut ja tatsächlich verdammt weh, er ist nicht genau perfekt so wie ich mir das gedacht habe und die Reaktion in mir ist durch die Aufregung und die neue Situation völlig anders. Ich liege nämlich nicht sicher und behütet im heimatlichen Bett, sondern bin woanders mit einer Person zusammen die nicht genau das macht was ich mir vorstelle. Ich fliege nicht auf den Wellen meiner Lust davon, sondern ich denke WTF was soll das und warum mache ich das? Heftig dieser Unterschied. Zunächst kann einen das ganz schön auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Auf der anderen Seite tut es trotzdem etwas mit einem und man ist hinterher euphorisch ohne Ende. Und bei der Wiederholung wird es vielleicht besser, man ist entspannter und weiß was auf einen zukommt. Trotzdem ist bei mir immer diese Kluft zwischen meiner Vorstellung im stillen Kämmerchen und dem wie es dann tatsächlich ist. Auf der anderen Seite ist genau das der Reiz der mich immer wieder fängt, nicht zu wissen was passiert, wie ich reagiere und was ich empfinde dabei. Dabei ist eines wichtig, viel wichtiger als mir lange Zeit klar war. Ein Partner an der Seite dem ich 100% vertraue und den ich gut kenne. Ich bin keine reine Masochistin, mein Körper reagiert nur wenig auf den Schmerz an sich, auch wenn das immer mehr wird, je besser ich loslassen kann. Und ich bin „leider“ sexuell nicht einfach so schnell erregbar. Benutzungszenarien sind im Kopfkino immer furchtbar geil und in der Realität nicht ganz so erregend, Ich brauche den Umweg über den Kopf und jemand der die Saiten darin spielt und das braucht bei mir Vertrauen und Nähe. Ich hab das früher unterschätzt und den Unterschied erst mit der Zeit gelernt.

Tränen

Ich weine leicht. War schon immer nah am Wasser gebaut wie man so schön sagt und habe damit sehr lange gehadert.

Meine Eltern haben das immer eher als Manipulation in einem Konflikt gesehen. Haben mich aufgefordert, dass ich mich zusammenreiße, weniger weine, sachlich bin. Das habe ich nie geschafft, was ich im Prinzip bis heute als ein Manko ansehe.

Aber tatsächlich kann ich nicht anders. Meine Seele drückt damit Emotion und manchmal auch starken Stress aus. Ich weine bei kitschigen Büchern, beim Happyend von Hollywoodfilmen, bei allen Dingen die mir nahe gehen. Ich habe 18 Jahre auf der Arbeit nicht geweint, ok 2 mal war ich vor Wut nahe dran, aber am Tag als ich gekündigt habe, hab ich geheult wie ein Schlosshund.

Manchmal heule ich nach einem Kindergeburtstag, wenn alle weg sind, weil ich so angespannt war. Wenn ich nicht mehr kann, weil mir alles zu viel wird, kommen mir auch irgendwann die Tränen. Dann wenn nichts mehr geht.

Und immer denke ich, ich müsste das jetzt zurückhalten, stärker sein. Meinem Mann habe ich gleich am Anfang der Beziehung gesagt, er soll Tränen bei mir ignorieren, weil ich selber damit unglücklich bin, wenn ich bei einer Auseinandersetzung weine. Ich will niemanden manipulieren damit. Trotzdem ist es mir zuwider, wenn ich nicht ruhig bleiben kann. Tränen machen angreifbar, eben weil sie oft nicht gerne gesehen sind.

Und dann kam BDSM aktiv in mein Leben. Und ich hab versucht die Tränen zurückzuhalten bzw. hab sie gar nicht als nötig gesehen. Wollte bei Schmerz nicht weinen. Es gibt viele die sehen Tränen als ein zuviel an, als ein zu sehr über die Grenze gehen. Ich habe Diskussionen gelesen, dass man im Club eingreifen sollte, wenn eine Sub weint. Tränen sind selten positiv besetzt.

Aber dann hab ich sie zugelassen. Hab meinem Körper und meiner Seele erlaubt zu weinen. Und zwar immer wenn sie hochkamen. Ich lasse die Tränen zu bei Schmerz, nicht immer sind sie da, aber wenn sie da sind, dann tut mir das gut. Es lässt die Anspannung und den Stress des Alltags frei. Wenn der #MmH mir mein Halsband umlegt, dann stehen sie mir oft in den Augen, weil mich die Situation berührt. Wenn er es mir am Ende einer Begegnung abnimmt, fließen sie immer. Aber nicht aus Verzweiflung oder großer Trauer, sondern weil die Emotionen stark sind in dem Moment. Dankbarkeit für das Erlebte, Trauer über das Ende, die Ahnung auf die aufkommende Sehnsucht. Die Tränen sind das Ventil damit es sich nicht aufstaut. Und es geht mir gut damit. Immer öfter kommen sie auch in Momenten in denen ich einfach glücklich oder dankbar bin. Sogar beim Sex wenn er innig ist. Vielleicht bin ich einfach eine Heulsuse, aber ich bin es leid diesen Teil immer zu unterdrücken.

Tränen befreien mich von der Sachlichkeit die mir oft aufgezwungen wird. Und sie helfen mir den Zugang zu mir selbst nicht zu verlieren. Auch wenn ich sie immer noch nicht positiv bei mir sehe, habe ich doch zumindest begriffen wie unglaublich nötig ich sie habe.

Strafe muss sein…

Vorab. Alles was ich hier beschreibe ist im gegenseitigen Einverständnis passiert, auch wenn es teilweise für mich schwierig war. Ich hätte jederzeit aus der Situation aussteigen können.

Und auf Anraten ein CN Spermaspiele.

Strafen gehören nicht wirklich zum BDSM vom #MmH und mir. Es gab 1-2 Situationen wo er ein Fehlverhalten direkt geahndet hat. Wir sehen uns selten genug, wenn er seine sadistische Ader ausleben will, dann macht er das einfach. Ansonsten habe ich kein Strafbuch und keine große Latte an Regeln und Aufgaben. Regeln und Aufgaben die gegeben werden, müssen auch kontrolliert werden, sonst ist das Ganze auf Dauer etwas schwierig. Nach 4 Wochen eine Liste abzuarbeiten nur um der Liste Willen, das finden wir beide nicht sinnvoll. Aber es gibt einige wenige Regeln und die sind ihm sehr wichtig. Und ich habe Freude daran sie einzuhalten, mir käme tatsächlich nicht in den Sinn absichtlich dagegen zu verstoßen. Und dann kamen die Weihnachtsferien, ich hatte eine Bindehautentzündung und gammelte vor allem in Wohlfühlklamotten auf dem Bett. Es kam der Freitag nach Weihnachten und ich musste auf seine Nachfrage zugeben, dass ich den Tag nicht mit Höschenfrei verbracht hatte. Etwas das mir normal nie passiert wäre. Ich weiß, den Höschefreitag empfinden viele als etwas eigenartig. Entweder weil sie ohnehin dauerhaft ohne sind oder weil sie nicht ganz nachvollziehen können was das bringt. Für uns ist es eine regelmäßige Aufgabe/Regel die verbindet und die ich morgens/vormittags mit einem Bild dokumentiere, welches ich ihm schicke. Und aufgrund des fehlenden Bildes war seine Nachfrage dann auch zu erwarten.

Mir ging meine Nachlässigkeit tatsächlich nahe, nicht aufgrund von Angst vor einer Strafe, sondern weil mir das einhalten der wenigen Regeln wichtig ist. D/s auf Entfernung ist nicht immer leicht, umso wichtiger es ernst zu nehmen. Und obwohl mir absolut klar war, dass das mein Verschulden war und ich sogar darüber witzelte mir eine Kalendererinnerung zu machen, verließ mich am nächsten Freitag aufgrund des Urlaubs einfach das Zeitgefühl. Ich hätte auch darum bitten können für die freien Tage befreit zu werden, aber das finde ich an sich unnötig und hatte ich auch nicht getan. Seine Nachfrage Freitag Nachmittag welcher Wochentag denn wäre, fand ich die ersten 2 Sekunden dann auch eher lustig bis die Bedeutung bei mir ankam. Spätestens jetzt war klar, dass es diesmal nicht einfach vergessen wird, sondern dass es diesmal eine Strafe geben wird.

Wie bereits oft erwähnt, bin ich nur wenig masochistisch, Schmerz kann also tatsächlich eine Strafe für mich sein. Unser nächstes Treffen sollte aber eher unter dem Stern D/s stehen, Schmerz also eher nur durch ein Spanking, nicht im stark fordernden Bereich. 1-2 Ideen riss er kurz an, dabei ging es aber im allgemeinen eher darum meinen Kopf zu teasen, nicht zwingend wird davon etwas stattfinden. Dann kamen wir im Gespräch auf Dinge, die ein ehemaliger Spielpartner von mir gewünscht hatte und die ich immer weit von mir gewiesen hatte. Ich sagte, dass einiges davon mit dem fehlenden Vertrauen zusammenhing und dass das bei ihm anders wäre. Und mit zielsicherem Griff, beschloss er, dass eines dieser Dinge doch optimal geeignet sei um mich zu bestrafen. Nun hatte ich dieses Eine an sich nicht gemeint, denn das ist eine Sache die ich einfach tatsächlich widerlich und extrem demütigend finde. Und ich merke, dass ich sie eigentlich nicht beim Namen nennen möchte, andererseits ist jede Umschreibung eigentlich witzlos, eher verwirrend und ändert ja auch nichts.

Also durchatmen. Der Philosoph hatte immer die Phantasie mehrfach in eine Schüssel zu wichsen, es einzufrieren und mich dann auslecken zu lassen. Mich schüttelt alleine der Gedanke. Dabei hab ich keinerlei Probleme beim Blowjob zu schlucken. Es geht nicht um das Sperma beim Sex sondern um das Sperma als Machtdemonstration. Austrinken von Kondomen zählt auch dazu, dabei ist es da sogar frisch.

Ich durfte am Tag danach per Bild eine Schüssel bewundern. Ich gebe es ehrlich zu, ich hatte die ganze Zeit die Hoffnung, dass er damit nur meinen Kopf ficken will und er tatsächlich etwas ganz anderes durchzieht. Aber ich war alles andere als sicher in dieser Hoffnung. Es kam der Sonntag und ich flog nachmittags zu ihm. Wir hatten einen wunderbaren Abend, nur einmal erwähnte er die noch ausstehende Strafe. Genug um mich unsicher zu machen, andererseits hatte ich ja ohnehin keine Wahl daher machte ich mir nicht zu viele Gedanken. Die leise Hoffnung blieb bestehen.

Am nächsten Vormittag forderte er mich dann auf mich für Analsex vorzubereiten. Dann hieß er mich hinzuknien und holte etwas. Und leider war es dann tatsächlich die besagte Schüssel. Und leider verwandelte sich der Inhalt auch nicht plötzlich in Vanillesoße. Der #MmH begann mich in den Arsch zu ficken und schob mir die Schüssel unter die Nase. Die Aufforderung wurde dann noch verbal verschärft. In mir sträubte sich alles aber mir blieb keine Wahl mehr als mich seinem Willen zu beugen. Ich erspare jetzt die genauen Details. Ich überwand mich, aber mein Ekel war mir deutlich anzuhören, weshalb ich nach einiger Zeit aufhören durfte. Der Analsex den ich sonst durchaus als lustvoll erlebe, war in dem Fall genau das was er sein sollte, eine Benutzung zu seinem Vergnügen. Mir liefen die Tränen der Demütigung und die ganze Situation war eine härtere Strafe als Schmerz hätte sein können. Zum einen musste ich mich selber überwinden, musste selber meinen Widerwillen überwinden, mehrfach bis es ihm reichte. Zum anderen verband er eine sonst schöne Handlung mit dieser Situation. Andererseits hätte ein reiner vaginaler Fick von hinten nicht die gleichen Emotionen ausgelöst. Analsex ist für mich noch nichts gewohntes und steht aktuell nur ihm zu. Ein Spannungsfeld welches sich vermutlich erst in den nächsten Tagen noch setzen wird innerlich.

Als er der Meinung war, dass es nun genug war, beendete er die Strafe. Er hielt mich lange im Arm, trocknete meine Tränen, stellte sicher, dass ich mich wieder geborgen fühle. Ich brauchte auch ein paar Minuten um mich komplett zu beruhigen. Um ganz ehrlich zu sein, egal was wir bisher miteinander erlebt haben, egal welche Situation, ich musste mich nie so überwinden und es hat mich noch nie so stark gedemütigt. Es war definitiv eine sehr wirksame Strafe für mein Versäumnis, gleichzeitig aber auch eine Art „Warnung“ ein „Achtung“. Denn egal wie locker wir manchmal miteinander umgehen, wie entspannt es ist und wie aufreizend ich ihn manchmal necke. Er ist mein Herr. Und ich gebe ihm im Rahmen unserer Beziehung das Recht Dinge mit mir zu tun, die auf Augenhöhe dazu führen würde, dass ich innerhalb von wenigen Momenten weg wäre. Und das stelle ich tatsächlich auch nicht in Frage, auch nicht in so einem Moment. Mir ist die Diskrepanz aber immer bewusst zwischen Alltag und D/s. Nur rückt sie absolut in den Hintergrund, wenn wir zusammen sind. Ich bin dann ganz im Jetzt und sammle Kraft für den Alltag.

Der Philosoph, eine Verarbeitung

Ich hatte mal einen Beitrag über den Philosophen hier drin und hab ihn wieder rausgenommen nachdem ich es beendet hatte. Zuviele Dinge waren unstimmig für mich. Heute Nacht um 3 Uhr bekam ich von ihm eine WhatsApps die sehr typisch für ihn auf den Punkt war. Vorher hatte ich ihn fast vergessen und verdrängt, nun will ich es doch nochmal aufschreiben.

Also gut, ich lernte den Philosophen über den JoyClub kennen. Ein gebildeter Mann, Universitätsprofessor, attraktiv und in meinem favorisierten Alter. Wir schrieben und relativ schnell nannte er mir Phantasien zur Demütigung. Die waren so weit jenseits meiner Grenzen, dass ich das erklärte und den Kontakt einschlafen ließ. Irgendwann meldete er sich wieder, verstand offenbar worum es mir ging und sagte zu sich da zurückzuhalten. Mein Fehler an dem Punkt war zu glauben, dass Intelligenz und Bildung diese Fähigkeit automatisch mit einschließt.

Wir trafen uns zum Kaffee trinken, redeten über Politik und Religion aber auch offen über unsere Vorlieben. Ich war sehr angetan und nach etwa 2 h gingen wir noch kurz zu ihm. Was folgte war eine kurze und relativ harte Kennenlernsession. Ohne ficken aber mit seinem Schwanz in meinem Mund. Wir lagen hinterher noch etwas und ich fühlte mich durchaus gut, sagte ihm aber auch, dass es für mich etwas hart für den Einstieg war. Er nahm das so an und versprach Besserung.

Das nächste Treffen dauerte etwas, Job und Urlaub und was so dazwischen kommt. Wir hatten immer wieder geschrieben und ich musste ihn in seinem überquellenden Kopfkino immer wieder dämpfen, sagen dass das nicht mein Kopfkino ist. Das Treffen kam und es war fast wie das erste nur etwas länger. Es bestand eigentlich nur daraus seine Gerte auf meinem Hintern zu spüren und ihm anschließend einen zu blasen. Das ist jetzt nicht prinzipiell verkehrt, allerdings auch etwas eintönig und für mich nicht wirklich ausreichend. Während ich seinen Schwanz blies, erzählte er mir was er sich so für mich vorstellt für die Zukunft. Er traf durchaus genau meine Triggerpunkte, was ja an sich für eine gute Empathie spricht. Nur war unser Verhältnis noch nicht so, dass ich das zugelassen hätte. Ich hatte aufgrund der Tatsache ihn immer einbremsen zu müssen, überhaupt kein Vertrauen in ihn und seine Fähigkeit zu erkennen, wann für mich Grenzen erreicht sind. Seine Intelligenz erkannte nur meine Schwachstellen, nicht aber alles andere. Hinterher saßen wir wieder lange und redeten über dies und das, das gefiel mir ausgesprochen gut. Es hat etwas ausgesprochen anziehendes nach einer Session mit Demütigung auf Augenhöhe über philosophische Dinge zu reden. Ich war hin und her gerissen von den verschiedenen Eindrücken.

In den nächsten Tagen wurde mir aber immer bewusster wie wenig passend der Teil der Session war. Also redete ich wieder mit ihm. Sagte ihm wie es mir ging und wo ich einfach mehr Zeit brauche. Traf augenscheinlich auf Verständnis. Ich sagte ihm auch klar, wo es noch fehlt und was einfach gar nicht geht. Ich wollte wirklich, dass es funktioniert.

Beim nächsten Treffen kniff ich kurz vorher, ich hatte ein schlechtes Gefühl. Das hätte mir Hinweis genug sein sollten, aber ich ticke da manchmal auch komisch. Ein paar Wochen später fuhr ich nochmal hin. Und diesmal schlug er mich mit der Gerte in einer für mich kaum aushaltbaren Intensität. Ich bin ohnehin nicht sehr masochistisch, dazu komplett ohne aufwärmen oder viel anzukommen in der Situation. Ich rollte mich ein unter den Schlägen, bettelte ums aufhören. Er bemerkte das auch, hörte aber erst nach den obligatorischen „noch x Schläge“ auf. Ich hätte direkt abbrechen sollen, denn das Verständnis für mich war augenscheinlich nicht da. Stattdessen brachte ich es mit einem Blowjob zu Ende, dann zog ich mich an, lehnte alle Aftercare ab und ging. Vielleicht war es auch mehr eine Flucht, aber ich hab mich in dem Sinne nicht in Gefahr gesehen. Er meldete sich nicht und 1 Woche später sagte ich ihm, dass wir uns nicht Wiedersehen werden, weil seine und meine Vorstellungen und Bedürfnisse zu weit auseinander liegen. Er versuchte tatsächlich mich zu überreden. Fand Szenarien in denen ich nur zuschaue um ihm dann aber doch zu befriedigen. Ich sagte einfach nur Nein und reagierte nicht mehr auf Nachrichten.

Und heute, vermutlich 1 Jahr nach dem letzten Treffen kommt folgende Nachricht.

„Hi Kira ein frohes Fest und alles …. hast du Lust auf ein bischen dreckiges Zeug ? Und Du stellst mir nach jeweils ordentlichem lutschen Arsch und Votze zur Verfügung ? Ich muss Dich natürlich erniedrigen und bestrafen – dafür aber ficken wir.
Du musst reiten.“

Menschen ändern sich nicht.

Obwohl er durchaus zur Augenhöhe fähig war und da ein total symphatischer und netter Mann ist, hat er in mir doch vorallem die Schlampe und das Fickstück gesehen. Hat vermutlich nicht mal wirklich verstanden wo mein Problem liegt. Hat nicht verstanden wo er überall über meine Grenzen getrampelt ist und warum ich kein Vertrauen aufbauen konnte.

Hört auf euer Bauchgefühl, auch die schönsten Worte und der interessanteste Mann können trotzdem einfach unpassend sein.

Jahresrückblick

Ja ich reflektiere mich gerne. Und auch wenn das Ende des Jahres ein typischer wenn auch willkürlicher Moment dafür ist, verleitet einen die dunkle Jahreszeit doch sehr gerne dazu.

Wo komme ich her wo gehe ich hin. Bezogen auf das eine Jahr ist es gleichzeitig leicht und schwierig.

Ich schrieb am Anfang des Jahres 2 Beiträge „Auf der Suche nach dem perfekten Dom“ und „Augenhöhe versus D/S“ nicht wissend, dass sich alles was ich darin beschreibe bald viel klarer zeigen würde. Ich hatte einen Spielpartner den ich als Herrn bezeichnete, bei dem einiges passte und einiges fehlte. Aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit war ich aber ganz zufrieden damit, dass es zumindest beständig war. Trotzdem war ich irgendwie noch auf der Suche, wenn man Appetit auf Nudeln hat, stillt Brot zwar den Hunger macht aber nicht zufrieden. Dann gab es einen Spielpartner der war eher wie Nudeln aber leider rar und ohne Interesse an etwas wirklich „Festen“.

Die Situation auf meiner Arbeit wurde seit der Übernahme durch einen Investor immer unbefriedigender und demotivierender, gab mir durch die angesammelten Überstunden aber genügend Zeit für meine Ausflüge in die Welt der Dates. Da die Situation an sich also komfortabel war, gab es keinen großen Anreiz etwas zu ändern. Bis auf eine latente Unzufriedenheit in diesen beiden Bereichen.

Dann kam Ende Februar mein erstes Date mit dem MmH. Und obwohl da durchaus einige Faktoren bei waren, die eigentlich gegen diese Verbindung sprachen, angefangen von einer wahnsinnigen Entfernung, fühlte es sich schon beim ersten Mal sehr stimmig an. Ich hab das damals gar nicht in Verbindung gesetzt, aber das was ich kurz vorher geschrieben hatte darüber wie ein Dom in einer D/s Beziehung für mich sein sollte, erfüllt er tatsächlich ziemlich gut. Auch wenn er sich immer eher als Sadist beschreibt, funktionierte das D/s recht schnell zwischen uns. Aber auf einer trotzdem sehr humorvollen Ebene. Wir tun uns gut und haben Spaß dabei.

Trotz der Entfernung bekamen wir tatsächlich sehr regelmäßige Treffen hin, zum Teil sogar Wochenenden, oft aber zumindest mit einer Nacht. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, sehen wir uns am Wochenende zum 12. Mal dieses Jahr. Das mag wenig erscheinen, ist aber bezogen darauf was ich mit ihm erlebt habe eine unglaubliche Fülle an Erinnerungen und Eindrücken.

Im Sommer beendete mein fester anderer Spielpartner unsere „Beziehung“ und so sehr ich mich vor so etwas gefürchtet hatte, aufgrund anderer Erfahrung, so relativ wenig berührte es mich dann tatsächlich. Ich bin ihm sehr dankbar für die Zeit die wir hatten und die Dinge die ich mit und durch ihn gelernt und erlebt habe. Aber tatsächlich hat uns nicht viel mehr verbunden als die Treffen als 2-3 Wochen für 2-3 Stunden. Der Abschied war für mich fast schmerzfrei, um ganz ehrlich zu sein, ich war fast etwas erleichtert. Denn ich hatte bereits gemerkt, dass sich meine Aufmerksamkeit und meine Hingabe von ihm weg verschob, nicht mehr wirklich viel übrig blieb. Nicht mehr lange und ich hätte um authentisch bleiben zu können, diese Entscheidung selber treffen müssen. Vielleicht verschob sich aber auch nichts, sondern ich bekam durch die neuen Erlebnisse einfach eine andere Sicht und andere Empfindung auf unsere gemeinsame Zeit.

Ebenfalls im Sommer bekam ich dann die Anfrage eines Personalvermittlers ob ich Interesse an einem neuen Job hätte. Und da ich ja ohnehin haderte, dachte ich mir ich schau mir das einfach mal an. Eine Übung zur Bewerbung ist ja nie verkehrt. Den Marktwert ermitteln, die Unterlagen auf den neuesten Stand bringen und so weiter.
Aus dem Bewerbungsgespräch wurde eine Zusage seitens der Firma und nachdem ich etwas gerechnet hatte ob mir das Angebot reicht, eine Zusage meinerseits.

Ich bin in meinem Fachgebiet geblieben und aus der Forschung und Entwicklung in die Technologieabteilung einer Produktionsfirma gewechselt. Viele Veränderungen überall in meinem Leben, ich kann kaum verfolgen was alles passiert ist und doch ist es sehr stimmig.

Zum Ende des Jahres gingen der MmH und ich dann tatsächlich „offiziell“ eine D/s Verbindung ein, ich wurde seine Sub und er mein Herr. Dass es so „lange“ dauerte, hatte seine Gründe, die darzulegen gehört nicht hier her. Tatsächlich hat mir dieser Zeitraum aber gezeigt wie sehr ich das möchte und wie gut er mir tut. Es gab uns beiden Zeit zu sehen ob es passt. Eine Freundin die schon 2 mal mit uns spielte, sagte der MmH spielt hart. Und ja er bewegt sich oft an meiner Grenze entlang, zeigt mir aber auch immer wieder auf, dass die Grenze eigentlich nur in meinem Kopf ist. Gleichzeitig fühle ich mich bei ihm sicher wie nie, auf emotionaler wie auch physischer Seite. Eine gute Voraussetzung um wirklich loszulassen.

Wo geht es also hin. Beruflich ist es ein Neuanfang und es macht sehr viel Spaß. Ich bin gerade wieder motiviert, das wiegt die finanzielle Einbuße die ich habe tatsächlich auf.

Als Sub habe ich einen Hafen gefunden, dabei sind die Rahmenbedingungen wie vorher. Ich kann meine Erfahrungen rechts und links sammeln, wenn ich möchte. Er freut sich darüber. Genau wie er noch eine andere feste Spielpartnerin hat und mal rechts und links schaut. Realistisch gesehen ist mein Interesse daran gerade nicht so groß, von der Zeit wollen wir mal gar nicht reden.

Wir haben einige bereits feste Dates in naher Zukunft, Termine die Sicherheit geben. Events die uns als Paar weiterbringen werden. Zeit die wir für uns nutzen können.

Und das ist das Wichtige, bei allen Möglichkeiten dem D/s auch auf Entfernung etwas Raum zu geben, muss das reale Erlebnis die Grundlage dafür schaffen, dass dieses Bedürfnis auch tatsächlich da ist und keine reine Fiktion bleibt.

Ein Jahr in der Intensität wie sonst 5 Jahre, so kommt es mir gerade vor. Positive Entwicklung in verschiedenen Bereichen. Und ich versuche absolut optimistisch zu bleiben, dass nicht bald die große Keule kommt.