Ein Lob bedeutet gesehen zu werden

Lob ist eine komplexe Thematik. Die meisten loben viel zu wenig und werden viel zu wenig gelobt. Ganz besonders ist mir das vor 2 Jahren mal aufgefallen als ich für kurze Zeit einen Chef hatte der gelobt hat. Obwohl ich aus heutiger Sicht durchaus einiges an Verbesserungspotential an ihm hätte, ist meine eindrücklichste Erinnerung, dass er mit mir zufrieden war und mich gelobt hat. Erschreckend wenn ich das betrachte und ganz wichtig für mich das selber anders zu machen.

Ich denke die meisten Menschen erkennen ganz schnell ob ein Lob ehrlich gemeint ist und ein unehrliches Lob hinterlässt ganz schnell einen faden Beigeschmack. Ein ehrlich gemeintes Lob hingegen motiviert unglaublich, es gibt Selbstvertrauen und verbessert auch meistens das Verhältnis der Personen. Ehrliches Lob ist eine Währung die auf das Beziehungskonto einzahlt. Wobei auch hier eine Inflation bei zu häufigem Lob stattfindet, wenn das Lob ganz normal wird und vielleicht schon das Danke ersetzt.

Nun weg vom beruflichen hin zu mir als Sub. Lob hat für mich unglaublich viele Facetten. Als erstes ist es für mich das Zeichen, dass ich etwas gut gemacht habe, mein Herr ist mit mir zufrieden. Es toppt ein Danke von ihm um ein Vielfaches. Dabei muss das Lob nicht unbedingt ausgesprochen werden, auch ein Streicheln des Kopfes kann je nach Situation ein Lob sein, aber das verbale Lob bleibt oft am längsten im Gedächtnis. Es ist später meist noch lange abrufbar, die Situation bleibt positiv im Gedächtnis.

Es gibt Dinge die mache ich, weil ich Spaß daran habe, da reicht mir das gemeinsame Erlebnis. Und es gibt Dinge die fallen mir schwer, ich arbeite vielleicht an meinen Grenzen oder er verschiebt sie. Ein Lob an dieser Stelle motiviert, verknüpft diese Dinge mit positiven Gefühlen. Und vielleicht sind da auch Dinge die mache ich nur für ihn, freiwillig und bewusst aber nur für ihn. Hier lechze ich nach einem Lob. Denn ein Lob bedeutet nicht nur, dass ich etwas gut gemacht habe, sondern auch, dass er sieht was es mich kostet. Dass er mich sieht, was ich für ihn tue, die Mühe die ich mir für ihn gebe. Es ist eine Wertschätzung meiner Hingabe.

Für ihn ist das aber auch gar nicht leicht. Lobt er mich für etwas das mir leicht fällt, dann kann ich das Lob nicht ernst nehmen, ich musste mich ja gar nicht anstrengen. Und lobt er mich nicht für etwas was mir viel abverlangt hat, dann frage ich mich innerlich ob ich nicht gut genug war. Und da er natürlich auch mit dem Kopf eher in der Situation ist, verpasst er bestimmt auch einfach mal den richtigen Moment.

Wie also damit umgehen. Der Weg ist natürlich wie immer Kommunikation. Dom kann nicht immer riechen was fehlt. Wenn man Lob braucht und es fehlt, dann muss man darüber sprechen. Auch Sub kann Dom ja einfach mal loben, nicht nur über den grünen Klee, sondern für Dinge die gut getan haben. Wir haben da auch noch Verbesserungspotential, gerade in den Zeiten wo wir uns nicht sehen. Denn real ist das Lob über Blicke und Interaktion möglich, auf Entfernung braucht es Worte. Und diese Worte können viel bedeuten, sowohl wenn sie da sind als auch wenn sie fehlen.

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