Mein perfekter Dom

Ein ganz kurze Unterhaltung hat mich vorhin darauf gebracht mal zu überlegen was mir an einem Dom wichtig ist. Klar ich hab jetzt oft genug geschrieben wie etwas bei uns läuft aber das ist ja nicht zwingend dasselbe. Dabei gebe ich wie immer zu bedenken, es geht um mich, es ist nicht die Deklaration des einen perfekten Dom sondern ich beschreibe Eigenschaften die ich brauche, weil ich bin wie ich bin.

Viele dieser Eigenschaften waren mir übrigens lange nicht bewusst. Anfangs hab ich nur auf Sympatie geachtet und mich dann gefragt was jetzt eigentlich fehlt. Einige meiner Eigenschaften werden sicher auch andere Doms als nicht adäquat für eine Sub sehen. Aber schlussendlich ist ja jeder anders und es ist auch jede Beziehung anders. Und es geht mir hier vorwiegend um den Charakter. Ob jemand nun mit Bullwhip umgehen kann oder Strom sind am Ende nur Details. Und die Voraussetzungen für einen „guten“ Dom wurden ja zur Genüge bereits beschrieben an anderer Stelle und von anderen Personen.

Fange ich also an mit einigen meiner Eigenschaften. Ich bin Mutter, Ingenieurin, beruflich weltweit viel gereist, bin verheiratet und mein Mann ist Hausmann. Alles in allem nichts was klassisch nach einer Sub klingt und auf der anderen Seite doch ein klassischer Hintergrund einer devoten Frau die endlich gerne mal die Führung aus der Hand geben will. Und das fällt mir nicht schwer, wenn es um den sexuellen Kontext geht. Und es fällt mir zeitlich begrenzt nicht schwer, wobei ich da Tage meine und nicht Stunden, wenn es um den gesamten Tagesablauf geht. Wobei, wenn ich sage es fällt mir nicht schwer, das nicht bedeutet, dass ich das problemlos hin bekomme, ganz im Gegenteil, ich merke jedes Mal wieder wie sehr ich aufpassen muss. Mit es fällt mir nicht schwer, meine ich, dass ich innerlich damit nicht übermäßig hadere, in Frage stelle oder kämpfe, der Rest ist dann eben von mir zu lernen. Ich bin weit ab davon perfekt zu sein. Wo ich aber nicht zurückstecke ist, wenn es um „Wissen“ geht. Sprich ich lasse mir sagen was ich wann und wie zu tun habe, lasse mich benutzen und schlagen aber ich lasse mich nicht für dumm verkaufen. Und damit muss ein Mann und ein Dom umgehen können. Und vor allem brauche ich einen Dom der mir im Wissen gewachsen ist und wenn nicht in meinem eigenen Fachgebiet, dann bitte in einem anderen.

Ebenso bin ich keine Brat aber ich fordere verbal gerne heraus und ich „gewinne“ dabei auch mal. Und ich brauche einen Dom der damit entspannt umgeht, mich dann amüsiert fragt womit er so eine vorlaute Sub verdient hat. Vielleicht fordere ich damit auch mal eine Reaktion heraus aber vor allem ist es einfach wie ich bin. Und um als Sub authentisch zu sein, kann und ich will ich mich nicht verbiegen. Am Anfang meines Weges habe ich die normale Kira beiseite geschoben und war kurzzeitig für den Moment der Session nur die Sub Kira. Das hat geholfen um mich da zu finden, auf lange Sicht muss ich aber Kira im Gesamten bleiben, sonst hat auch die gesamte Unterwerfung nicht die Intensität und die Bedeutung die sie für mich haben kann und die ich brauche.

Mein perfekter Dom kann mich also als starke, souveräne und intelligente Frau sehen und akzeptieren und unterdrückt diese Eigenschaften nicht, er spielt dafür mit diesen Eigenschaften. Er nutzt die Schwächen und Stärken entsprechend aus. Und niemals sollte er diese Eigenschaften von mir unterschätzen. Fühle ich mich geistig klein gemacht, von oben herab behandelt oder abschätzig belächelt, dann ist der Weg schneller zu Ende als gehofft. Ich gebe mich in meiner ganzen Person und meinen Stärken und Schwächen hin und möchte auch so gesehen und angenommen werden.

Mein perfekter Dom muss also zulassen, dass ich mich auch mal geistig mit ihm messe und mich an ihm reibe. Er muss die Souveränität haben die auch ich habe. Ich habe den Anspruch, dass er mir gewachsen oder überlegen ist. Ob das nun schwierig ist, sei mal dahingestellt 😉  Und ja das ist nicht leicht zu finden, die Chemie muss ja auch noch stimmen und die Vorlieben zumindest halbwegs zusammen passen. Aber eigentlich ist es nicht anders als in einer normalen Beziehung auch , nur dass eben noch ein paar Punkte dazu kommen.

Warum ich das schreibe wo es doch eigentlich ganz normal und logisch klingt? Weil ich genügend Doms kenne, die gerne eine komplett unterwürfige Sub haben wollen. Dabei aber unterwürfig gleichsetzen mit willenlos. Eine die sich in keinem Bereich auch mal selbst behauptet, die nur wie eine kleine hübsche Maus dabei ist. Und da frage ich mich manchmal ob die Submissivität tatsächlich eine Charaktereigenschaft ist oder eine gewisse Lebensanschauung, die das Leben einfacher macht, weil der Dom an ihrer Seite eben alles regelt. Mir haben Spielpartner erzählt von Frauen die gleich beim ersten Date klar machen, dass sie als Ziel in der Beziehung haben zu Hause zu warten und abends still an seiner Seite zu sitzen. Es mag Männer geben die das mögen und das möchte ich nicht werten, nur meines ist das eben nicht. Ich bin keine besonders extrovertierte Person, ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt und ich bin gerne einfach an seiner Seite. Aber ich bin so wie ich bin und ich bin dabei eine starke Person, ich weiß wer ich bin und die will ich bleiben. Die Submissivität ist eine Stärke von mir und die gehört zu mir, sie lässt sich nicht outsourcen und einzeln benutzen.

 

Ein Kommentar zu „Mein perfekter Dom

  1. Liebe Kira – Ich kann mich in sehr vielen Gedanken, die Du äusserst, wiederfinden. Auch meine Herrin muss oft konstatieren, dass ich mich an ihr reibe, aufbegehre, argumentiere. Die Persönlichkeiten müssen und sollen respektiert werden, auch und gerade aus Liebe. Aber ich finde mich dann oft in der Rolle des im Grunde Fordernden wieder, fühle mich womöglich missverstanden – und lasse exakt diesen Respekt vermissen. Denn daran möchte ich arbeiten und dahin möchte ich kommen: Egal, was mich „beisst“, ich sollte jederzeit den Respekt der korrekten Umgangsform gegenüber meiner Herrin beherrschen und ihn verinnerlichen. Denn damit würde ich es uns Beiden leichter machen, auch in unserer Femdom-Beziehung stets auf innerer Augenhöhe zu begegnen. So hadere ich nämlich selbst nach solchen Momenten der Reibung mit meinem Verhalten – während die Inhalte gerade auch für meine Herrin kein Problem sind. Auch deswegen müsste es mir möglich sein, die Respektsform zu wahren, denn die Einlassung meiner Herrin auf meine ganze Persönlichkeit verdient genau das. Wir Subs können doch nur überaus glücklich sein, wenn wir eine(n) Dom finden, welcher so gefestigt und sicher ist, uns ganzheitlich selbst mit Respekt und Sicherheit zu begegnen.

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