Ein Abend zum Thema der O

Relativ spontan sind der #MmH und ich beide. Termine wollen zwar geplant werden aber wenn sich die Option ergibt einen Tag zu verlängern und eventuell auf ein Event zu gehen, dann freuen wir uns beide darauf. So eine Gelegenheit ergab sich und ich stöberte in den Events in seiner Umgebung. Schon immer hatten mich die Beschreibungen von den schicken Events zum Thema der O angesprochen, die eine oder andere Veranstaltung hatte ich mir durchgelesen. Aber ohne entsprechenden Begleiter ist das nicht so das richtige. Durch Zufall fand aber genau so ein Event an dem Wochenende statt, ganz unbedarft ohne nochmal genauer zu lesen, schlug ich es ihm vor. Er hingegen las es genau und stimmte mir begeistert zu. Anmeldung war nur noch auf Warteliste, aber mit einer netten Mail und dank eines Paares welches ihm bekannt war, rutschten wir auf die Gästeliste.

Nun las ich die Beschreibung doch mal genauer. Die Location eigens angemietet, mit Catering und räumlich großzügig. Klang vielversprechend und dem Eintrittspreis von knapp unter 200 Euro gerecht werdend. Es wurde ein Neigungsbogen zugeschickt der auszufüllen war. Relativ enge Kleidungsvorschriften für die Herren, dunkler Anzug, gute Schuhe, Krawatte oder Fliege, die Kleidung sollte dem Ambiente und der Stimmung gerecht werden. Für die Frauen gab es nur eine richtige Vorgabe: Zugänglichkeit. Das bedeutet die Brüste müssen entblößt sein oder leicht entblösbar sein, Rock und keinen Slip. Oder eben weniger. Aber stilvoll. Es wurden Regeln für die Kommunikation der Os vorgegeben und der grobe Ablauf vorgestellt. Natürlich war klar, dass nichts so streng durchgeführt wird wie es in solchen Beschreibungen steht, aber das was angekündigt wurde, bereitete definitiv ein aufregendes Kopfkino.

Der #Mmh macht vieles, aber keine halben Sachen. Also erklärte auch er mir nochmal genau meine Regeln und stellte vor allem in Aussicht, dass wir da schon über Tag langsam einsteigen. Die Regeln für eine O sind ja doch nochmal etwas enger gesteckt als für eine Sub. Zumindest wenn man sich an die literarische Vorlage hält. Kurz gefasst: immer gut zugänglich sitzen, Beine breit, den Blick gesenkt, den Mund leicht geöffnet und ansonsten nichts sagen. Originär wäre die O dann für jeden anwesenden Mann für alle, sowohl für masochistische als auch sexuelle, Handlungen verfügbar. Ist natürlich nicht der Fall, aber fürs Kopfkino natürlich eine feine Sache. Samstag über Tag wurde er daher strikter. Einstieg war ein ausgiebiges Spanking, er wollte seine O gerne mit Striemen präsentieren. Nun bin ich keine Hardcore Masochistin und mein Hintern neigt nicht zu blauen Flecken. Trotz Rohrstock und sonstigem freundlichen Schlagwerkzeug war ich zwar am Ende mental eingestimmt, konnte aber keine bleibenden Striemen vorweisen. Sehr zu seinem Missfallen, aber hilft ja nichts. Anschließend durfte ich in seiner Nähe knien während er aufopferungsvoll für uns kochte. Beine breit, Blick gesenkt, Mund leicht offen. Und das auf einer dünnen Decke auf hartem Küchenfussboden. Gerade dieses breitbeinige knien schaffe ich nicht lange. Und meinen Mund lange offen zu halten schaffe ich auch nicht, ich fühle mich dann immer etwas „debil“. Und ich vergesse es auch einfach immer irgendwann, wenn meine Gedanken bei den schmerzenden Knien sind.

Wir machten uns fertig, die Stimmung wurde wieder etwas lockerer. Dann fuhren wir eine Stunde zum Event. Eine Stunde die einerseits recht entspannt war, andererseits meine Aufregung nun doch langsam zum Höhepunkt trieb. Dann rollten wir eine beleuchtete Zufahrt zum Parkplatz der Location runter. Ein Einweiser zeigte die Richtung. Erster Eindruck. Ein Parkplatz voller großer eher teurer Autos. Überall elegant gekleidete Pärchen, ein Lachen erklang immer mal wieder. In mir stieg so eine Assoziation auf von einem Samstag Abend Krimi. Wo gutsituierte Paare gezeigt werden die dann ganz unerwartet wilde Sexparties mit Drogen feiern und jemand ermordet wird. Anschließend ermittelt der Kommissar in Sodom und Gomorrha. Ich hoffte auf einen anderen Verlauf, musste aber Grinsen und meine Anspannung ließ etwas nach.

Wir gingen einen etwas unebenen Weg entlang und wurden von freundlichem Servicepersonal bis zur Garderobe gewissen. Die Garderobe war etwas provisorisch und ich war froh nur meine Jacke aufhängen zu müssen ohne mich noch kompliziert umziehen zu müssen. Und dann kam der erste Punkt. Herren und Os wurden getrennt. Die Herren versammelten sich im großen Saal zum kennen lernen und die Frauen in der gemütlichen „Scheune“, für den Weg über den kalten Hof und für den nächsten Punkt bekam jede O einen gleich aussehenden langen Umgang. Dank meiner riesigen Statur musste ich den ordentlich raffen um nicht auf die Nase zu fallen. Und nun begann der Abend.

Ich betrat die Scheune und die Atmosphäre war lustig und entspannt. Es begrüßten sich altbekannte Gesichter, es wurde gekichert und gescherzt. Ein Glas Sekt zur Begrüßung nahm ich gerne entgegen. Und ganz schnell fand ich Anschluss zu Frauen die ebenfalls zum ersten Mal da waren. Wir tauschten uns aus und fragten andere aus. Weiteren Sekt lehnte ich aber ab, Alkohol und BDSM passt für mich nicht gut zusammen. Andere tranken durchaus noch etwas mehr. Leichte Partystimmung. Ich möchte ein klein wenig die Frauen beschreiben ohne ins Detail zu gehen. Ich war mit meinen Mitte 40 im unteren Altersdrittel. Laut Erzählungen war diese Art der Veranstaltung für viele langjährige Paare eine Art ihre Ehe wieder interessant zu machen. Einige sehr attraktive Frauen, viele ganz normale Frauen so wie ich auch. Von dick bis dünn alles dabei. Aber alleine aufgrund des Preises ein komplett anderes Klientel als wenn ich zur Sklavenauktion in Berlin ins KitKat gehe. Ich fühlte mich definitiv nicht auffallend anders. Beruhigend. Ich schlüpfte nochmal rasch aufs Klo, passend zur Unzeit hatte ich auch noch meine Tage bekommen und ich wollte den Softtampon nochmal kontrollieren. Keine Ahnung wieviel Möglichkeit ich dafür später haben würde. Es sind die kleinen Dinge die einen dann manchen hindern sich komplett drauf einzulassen und ich wollte definitiv keine Blutflecken hinterlassen.

Und schon kam der Moderator des Abends und erläuterte nochmal die Regeln. Dann begann das Schauspiel. Augen zu und durch meldete ich mich gleich zur ersten 4 er Gruppe. Mit den Umhängen wurden wir über den Hof in den großen Saal geführt. Dort saßen die 37 Herren bequem oder lehnten an der Wand. Auch brav auf den Boden sehend, war das ein beeindruckendes Bild. Wir wurden nebeneinander gestellt, der Umhang wurde vom Zeremonienmeister abgestreift und fiel zu Boden. Wir mussten uns einmal drehen damit jeder alles sehen konnte, dann sollten wir uns auf zugewiesenen Positionen kurz präsentieren. Was nicht gut genug sichtbar war, wurde von helfender Hand freigelegt. Dann kamen die zugehörigen Herren, befestigten den einlaminierten Neigungsbogen und ein oder zwei Bänder. Diese zeigten die Benutzbarkeit, eines für Schmerz das andere für sexuelle Verfügbarkeit.

Anschließend gingen wir alleine ins obere Stockwerk wo die Spielzimmer waren, hier suchte sich jede einen Platz an der sie sich positionieren konnte um das weitere abzuwarten. Und hier spreizte sich nun etwas das Kopfkino von der Realität. Kopfkino waren brav wartende stille unterwürfige Os. Realität waren entspannt schnatternde Frauen. Es war eine gewisse Aufregung und Freude zu spüren aber einfach viel Vorfreude und Spaß. Das Bett im Raum quitschte fürchterlich und wir machten unsere Späße. Ebenso mit dem vorhandenen Magic Wand. Da die Vorstellung aller Frauen einige Zeit in Anspruch nahm, kam der Vorschlag auf einfach schon mal anzufangen um dann bereits fertig zu sein und in die Bar zu gehen. Viel Gelächter und Geschichten vergangener Abende erfüllten den Raum

Dann waren irgendwann alle positioniert, einer der Ausrichter kam nochmal rum und korrigierte ein paar Positionen und eine Glocke erklang. Nun gingen alle Herren durch die Räume und besahen sich das Angebot, mit einer kleinen Taschenlampe beleuchteten sie die Profilbogen und durften schon mal befühlen was zur Auswahl stand. Hierbei auf den Boden zu sehen fiel mir nicht schwer. Dann ertönte die Glocke ein weiteres Mal und das Spiel war freigegeben. Einige Os fanden sehr schnell jemanden der die bespielt, einige wurden von ihren Herren abgeholt. Innerhalb von Minuten ertönten die Lustschreie und ich musste an einen Sir bei einer Veranstaltung vor ein paar Jahren denken, der nachdem 4 Männer mit seiner O spielten und sie vor Freude juchzte, sagte: Jungs sie soll euch Lust bereiten nicht umgekehrt. Ich saß relativ lange und hörte dem Treiben neben mir zu. Ich hatte allerdings tatsächlich eine kleine Zwickmühle. Die Regeln gaben vor still zu sein und den Blick gesenkt zu halten, ich bekam durchaus mit, dass das nicht alle so machten und eine Kontaktaufnahme über Blicke Erfolg hat. Andererseits wusste ich, der #MmH erwartet von mir, dass ich mich an die Regeln halte. So wartete ich. Er kam auch vorbei um nach mir zu sehen, ordnete einen Positionswechsel an und verschwand wieder. Das ist tatsächlich nicht ganz leicht, zu wissen, dass er sich nun sucht worauf er Lust hat und ich warte. Aber eine kleine lustige Begebenheit die ich immerhin hören konnte. Neben mir wurde eine Frau bespielt, mit einem Wand immer wieder bis kurz vor den Orgasmus gebracht und dann liegen gelassen. Sie hatte nicht mal um den Orgasmus gebeten sondern ihn wohl einfach erwartet, war aber an den falschen geraten. Ihr eigener Herr erschien und ihre Wortwahl war: Schatz du musst das jetzt zu Ende bringen sonst bekomme ich Migräne. Er wehrte sich zwar erstmal verbal, war ihr dann aber natürlich behilflich, wie es einem richtigen Dom geziemt… Oder so ähnlich.

Es wurde schon etwas ruhiger da erbarmte sich mein Herr und führte mich in ein anderes Zimmer wo ich mich auf ein Schulpult knien musste. Und tatsächlich kam nun ein Herr und ließ sich von mir den Schwanz blasen, zwischendrin bespielte er mich geschickt mit seinem Wand ohne mich kommen zu lassen. Er machte immer mal wieder Pause um nach seiner eigenen Frau zu sehen und in einer dieser Pausen brach der #MmH das Spiel ab und parkte mich für eine Pause im mittlerweile gut gefüllten Essenssaal. Er hatte dafür seine Gründe und vermutlich auch Recht, aber da ich nun endlich gerade ins Spiel gekommen war, war es für mich eine ziemlich frustrierende Situation. Zumal er selber wieder nach oben verschwand. Ich dümpelte also etwas mit meinem Wasser rum bis er wieder erschien.

Runde 2 startete gegen Mitternacht. Alle Os bekamen eine Augenbinde und warteten bis sie von jemandem mitgenommen wurden. Der #MmH konnte natürlich alles sehen und erzählte mir, dass viele von ihren eigenen Herren mitgenommen wurden, was aber irgendwie nicht ganz der Spielidee entsprach. So einigte er sich mit dem ihm bekannten Herren auf einen einfachen Partnertausch und so konnten sie uns im gleichen Zimmer bespielen und gleichzeitig ein Auge auf die eigene Partnerin halten. Ich wusste davon natürlich nichts, bekam es aber relativ schnell anhand von Kleinigkeiten mit. Änderte zwar nichts aber ich hatte das gute Gefühl er ist in der Nähe. Unnötig zu erwähnen, dass er sich gerne mit Sadisten befreundet, oder? Und ich beschwere mich ja ansonsten gerne mal über zu lasches Spanking bei fremden Herren, das perfekte Spanking kann natürlich nur er. 😉 in diesem Fall war es allerdings eher die obere Grenze, ich war mehr als einmal kurz davor „rot“ zu sagen. Und ich muss leider ehrlich sagen, dass nicht alle Gründe die mich davon abhielten, sinnvoll waren. Ich schreibe sie ehrlich auf, auch wenn ich weiß, was ich als Antwort bekommen werde. Punkt 1 ist die Tatsache, dass ich tatsächlich ganz schlecht kommunizieren kann, wenn das Schmerzlevel hoch ist. Ich denke zu lange nach, die Gedanken drehen sich im Kreis ich komme nicht raus. Da haben wir drüber gesprochen und er wird bei einem nächsten Mal darauf achten, dass ich zwischendrin gefragt werde nach meinem Zustand. Punkt 2 ist dieser dämliche Stolz den vermutlich viele kennen, irgendwie geht es noch. Punkt 3, dass er wirklich gut und abwechslungsreich schlug, viel ausprobierte, das war spannend. Und Punkt 4, der ist eigentlich total blöd. Aber „rot“ bedeutete an dem Abend, Abbruch für die Situation und auffangen vom eigenen Partner. Und ich wollte auch ihn nicht aus der Situation reißen. Und ich weiß das sollte kein Grund sein. Ist mir klar, braucht also eigentlich keine Diskussion. Irgendwann schaffte ich zumindest um eine Pause zu bitten, danach verlangsamte er das Tempo und ließ mich tatsächlich zum Orgasmus kommen. Unfair ist übrigens wenn der eigene Partner noch Hinweise gibt wo man besonders empfindlich ist bei Schlägen. 🙈

Ich gebe zu ich war absolut fertig und am Ende. An sich wollte mein Herr mich wieder im sicheren Bereich ohne Band parken und noch weiter schauen, aber er merkte dann sofort dass das für mich nicht mehr geht. So saßen wir dann in der Scheune auf einem Sofa, ich konnte an seine Brust gekuschelt langsam runterkommen. Vor uns lief eine kleine spontane Vorführung verschiedener Bullwhips. Gemeinsames Rumblödeln und Ausprobieren wie ich es von solchen Events kenne und auch liebe. Das Gefühl mit seinen Vorlieben ganz normal zu sein. Ob angezogen oder halb nackt, einfach sein.

Der Abend war wirklich schön und ich habe nur einen Bruchteil tatsächlich erzählt. Und es gibt, wenn man weiß wie es läuft, auch noch viel Möglichkeit etwas aktiver zu gestalten. Die Ideen dazu sind bei ihm längst vorhanden…

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